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Schmittener Bürgermeisterin wirbt um Verständnis

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Schmitten (red). Nach der zweiten »Lärmpause« mit Sperrung einiger Strecken rund um den Großen Feldberg und vor der für den heutigen Samstag geplanten Demonstration verschiedener Biker-Gruppierungen meldet sich Julia Krügers, Bürgermeisterin von Schmitten, zu dem Thema in einer Pressemitteilung zu Wort.

Sie finde es »in Ordnung«, dass die Biker demonstrierten, denn »Meinungsäußerungen und Demonstrationen gehören zu unserer Demokratie und deshalb ist es das gute Recht von Motorradfahrern, ihre Interessen öffentlich zu unterstreichen«. Sie geht davon aus, dass die Veranstaltung »sehr diszipliniert« ablaufen wird: »Motorradfahrer sind meiner Erfahrung nach, korrekte und anständige Leute.«

In diesem Zusammenhang betont sie, dass die Streckensperrungen an jedem zweiten Wochenende eines Monats von April bis Oktober in der Verantwortung der Verkehrsbehörde des Hochtaunuskreises liege und auf einem unabhängigen Gutachten basiere. Gleichzeitig unterstützten die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der Gemeinden und Städte Königstein, Glashütten, Oberursel, Weilrod und Schmitten diese Entscheidung, aber: »Alle haben sich einhellig für die ›Lärmpause 2022‹ ausgesprochen«, erklärt Krügers. Zudem sei der Große Feldberg und der »Sandplacken« über das »Rote Kreuz, also aus Richtung Königstein zu jedem Zeitpunkt erreichbar.

Dialog mit den Bikern suchen

Nichtsdestotrotz habe sie sich mit den Motorradfahrern auseinandergesetzt, außerdem wollte sie mit der neuen Sprecherin der Interessensgemeinschaft Motorradfreunde Hochtaunus in den Dialog eintreten, denn: »Wir wollen gute Beziehungen.« Allerdings sei das Thema Lärm ein großes Problem für viele Bürger. Von Hunoldstal bis zur Hegewiese, von Schmitten bis nach Seelenberg gingen viele Anwohner »auf dem Zahnfleisch. Der Motorradlärm steche in den Spitzen besonders unangenehm heraus. Zudem werde auch immer wieder das Sicherheitsproblem genannt - trotz vieler und personalintensiver - und damit teurer Kontrollen. Krügers meint: »Wir können nicht immer mehr Aufwand betreiben und Geld dafür bezahlen, nur weil einige wenige sich nicht korrekt benehmen.«

Sie plädiert daher auch dafür, dass die Gruppen und Verbände ihre Mitglieder dazu anregen, positiven Einfluss auf »schwarze Schafe« auszuüben, dann ansonsten könnten »Stimmen lauter werden, die Natur, Ruhe und Erholung reklamieren und Maßnahmen gegen Raser und Gefährder fordern«.

Ihr sei es wichtig zu betonen, dass sie persönlich nicht kritisch gegenüber Motorrädern generell eingestellt sei. »Wir haben auch bei uns Menschen, die auf das Motorrad angewiesen sind. Ich bin sicher, dass diese wissen, wie man Freude am Fahren haben kann, ohne Familien und Kinder mit getunten Anlagen aus dem Schlaf zu reißen. Ich stehe hinter unseren Motorradfahrern und gleichzeitig bitte ich um die Solidarität für diese wenigen Tage«, erklärt die Rathauschefin. 14 Tage »Lärmpause« im Jahr seien für Anwohner sehr erholsam und für Motorradfahrer verkraftbar. »Denn Freiheit ist ja auch immer die Freiheit der anderen«, argumentiert Krügers.

Gegen generelle Streckensperrungen

Auch die Gastronomie in der Gemeinde solle weiterhin von den Ausflugsgästen auf zwei Rädern profitieren: »Das hat Tradition und das soll so bleiben.« Auch deshalb sei sie gegen generelle Streckensperrungen für Motorräder, »wenn dem Ruhe- und Erholungsbedürfnis der Anwohner und der Gäste in unseren Städten und Gemeinden Rechnung getragen wird«. Denn: »Ich vertrete die Menschen, die hier wohnen und leben«, sagt Krügers. »Ich möchte Sicherheit für Besucher, die mit Auto, Motorrad oder Fahrrad anreisen. Viele Bürgerinnen und Bürger sehnen sich nach mehr Ruhe.«

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