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Landrat Ulrich Krebs präsentiert die Handtücher aus dem Hygieneset, den alle Schüler bekommen. Darauf Leo, der Löwe, Maskottchen der Anti-Corona-Kampagne des Kreises.

Handtuch, Seife und viel Platz

Schulstart trotz Corona-Pandemie: Welche Maßnahmen ergreift der Hochtaunuskreis?

Der Hochtaunuskreis  ergreift in Zeiten der Corona-Pandemie Hygienemaßnahmen für 8840 Jugendliche, die am Montag wieder zur Schule müssen. 

Die Ferien sind vorbei, die Schulen wegen der Corona-Pandemie dennoch verwaist. Am kommenden Montag soll sich das ändern: Von da an müssen oder dürfen 8840 Schüler der Abschlussklassen in Hessen wieder in den Klassenräumen und auf den Schulhöfen präsent sein. Zwar sind es deutlich weniger Schüler als sonst "Wir werden aber an allen 59 Schulen im Hochtaunus Betrieb haben", sagt Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs (CDU).

Um ein Ausbreiten des Virus zu unterbinden, hat der Hochtaunuskreis als Schulträger ein "Sonder-Hygiene-Konzept Covid-19" erarbeitet. Abstand und häufiges Händewaschen sind dabei die Eckpfeiler. Auf Basis des Konzepts sind die einzelnen Schulen nun angehalten, ihr eigenes Hygienekonzept zu entwickeln.

Folgende Punkte sind für den Schulbesuch zu beachten:

Jeder Schüler, jede Schülerin bekommt am Montag am Eingang zur Schule ein "Starterpaket": Es enthält eine Mund-Nasen-Stoffmaske sowie einen Beutel mit einem Handtuch und einem Stück Seife in einer hübschen Plastikschale.

Das Tragen einer Maske ist in der Schule bis auf Weiteres verpflichtend. Die Maske soll täglich bei 60 Grad gewaschen und am besten zusätzlich gebügelt werden, um Viren abzutöten. Krebs: "Wir setzen darauf, dass in nächster Zeit eine zweite Maske für die Schüler genäht oder gekauft werden kann."

Seife, Handtuch und eine Maske erhalten die Schüler am Montag.

Nur 15 Schüler im Raum, bei Prüfungen 5

Der Zugang zur Schule ist nur über einen Eingang möglich; zunächst soll nur ein Gebäude benutzt werden. So soll kontrolliert werden, wer das Schulgebäude betritt. Überall in der Schule müssen Schüler und Lehrer/Schulpersonal einen Abstand von mindestens 1,50 Meter zueinander einhalten. Höchstens 15 Schüler dürfen in einem Raum zusammensitzen. Der Mindestabstand von 1,50 Metern muss eingehalten werden - überall, auch in den Mensen.

Bei den Abi-Prüfungen ist die Zahl der zulässigen Prüflinge pro Raum auf fünf beschränkt. Die Unterrichtsräume werden täglich mit einem viruziden Desinfektionsmittel gereinigt, die Sanitärräume mindestens zwei Mal täglich fachgerecht geputzt. Die Pausen im Schulhof finden gestaffelt statt, so dass nicht alle Schüler zur gleichen Zeit das Gebäude verlassen. Auch hier muss der Mindestabstand gewahrt bleiben - was die Lehrer überwachen sollen. Auf Schul-Parkplätzen darf nicht eng geparkt werden, und es soll zeitlich versetzt ausgestiegen werden, um den Abstand einzuhalten.

Zu einem großen Teil basiere das Konzept darauf, dass sich Schüler und Lehrer freiwillig daran halten, so Krebs. "Am Osterwochenende haben wir rund um den Feldberg gute Erfahrungen damit gemacht", resümiert der Landrat. Deshalb gehe er davon aus, dass dies auch in den Schulen gut klappen werde. "Es ist eine neue Art von Unterricht, an die wir uns erst gewöhnen müssen."

Julian Stey, Leiter der Erich-Kästner-Schule in Oberursel, ist da zuversichtlich. 75 Schüler dreier Abschlussklassen erwartet er am Montag in der Schule: zwei 10. Realschul- und eine 9. Hauptschul-Abschlussklasse. "Sie werden in Kleingruppen unterrichtet und zu versetzten Zeiten beginnen", so Stey. Wie die Lehrkräfte eingesetzt werden, ist nach Auskunft des Kreises Sache des Staatlichen Schulamts sowie der jeweiligen Schule.

Taunusbahn nächste Woche nur stündlich

Zuständig ist der Kreis zudem für den Transport der Schüler zur Schule. Während einzelne Städte wie Bad Homburg und Oberursel wegen der Schüler am Montag im Busverkehr auf den Regelfahrplan umstellen, bleiben S-Bahnen und Taunusbahn kommende Woche noch beim Sonntagsfahrplan. Das heißt, die S-Bahnen fahren noch lediglich im Halbstundentakt, die Taunusbahn zwischen dem Usinger Land und Bad Homburg gar nur jede Stunde. "Die Züge gehören zum RMV, und der stellt erst am 4. Mai wieder auf den regulären Betrieb um", bedauert Frank Denfeld, Geschäftsführer des Verkehrsverband Hochtaunus (VHT). Die Schulbusse dagegen fahren vom kommendem Montag an wieder nach dem üblichen Fahrplan. Krebs appelliert an die Schüler, verstärkt mit dem Fahrrad zu fahren, damit die Fahrzeuge nicht zu voll werden.

Auch in Bussen und Bahnen werden die Schüler ihre Maske tragen müssen - von Montag an soll hessenweit im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen ein Mund-/Nasenschutz getragen werden. Und der Landrat geht davon aus, dass das Land Hessen bis dahin noch eine Gesamtregelung rund um das Thema Schule erlassen wird.

Anke Hillebrecht

224 Infizierte im Hochtaunuskreis

224 mit dem Coronavirus Infizierte meldete das Sozialministerium gestern für den Hochtaunuskreis, zwei mehr als am Montag. Die Inzidenz (Fälle je 100 000 Einwohner) der vergangenen sieben Tage liegt bei 5 (Montag: 4; Hessen gesamt gestern: 15; Montag: 16). 132 Personen konnten laut Gesundheitsamt bis gestern aus der Quarantäne entlassen werden. 

red

Die Corona-Krise stellt viele Schulen vor große Herausforderungen. Bei der IGS Stierstadt in Oberursel könnten sich die Bauarbeiten des Neubaus durch die spezielle Situation verzögern. 

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