tzp_map_GHSSaalburgschule_1_1
+
Der Schulcampus der Gesamtschule Helmut Schmidt in Usingen liegt direkt neben der Saalburgschule (rechts).

Hochtaunus

Schwierigkeiten im Homeschooling

Medienzentrum Hochtaunus weist auf Verzögerungen bei Videokonferenzen für Schüler und Lehrer hin. Problem nach Serverneustart der Telekom behoben.

Hochtaunus -Distanzunterricht für die Mehrzahl der Schüler und Präsenzunterricht für einige wenige, aber für beide nach Stundenplan, heißt es seit am Mittwoch an den Schulen im Hochtaunuskreis. Eine Veränderung, die die Schüler und Lehrer mittragen, die aber auch in die Schulwoche fällt, wo traditionell gewichtelt oder sich anderweitig auf Weihnachten eingestimmt wird.

Vermutlich war es nicht nur dem Wichteln per Videofonie geschuldet, dass es Mittwochvormittag "vereinzelt Performanceprobleme" gab, wie es das Medienzentrum Hochtaunuskreis auf seiner Webseite mz-hochtaunus.de schrieb. Betroffen waren demnach das Hessische Schulportal, das deswegen seine Module eingeschränkt habe, und die "schul.cloud" des Kreises, die prinzipiell funktioniere, hieß es.

Probleme am Vormittag

Auch war einer der beiden Zugänge zum "Big Blue Button"-Dienst für Videofonie, kurz "BBB", über die Mediendatenbank "Edupool" betroffen. Doch auch BBB funktioniere prinzipiell. "Etwaige Probleme haben nicht notwendigerweise etwas mit dem Diensteanbieter zu tun, sondern unter Umständen ist die Anbindung der Nutzer nicht ausreichend." Dies könne insbesondere dann der Fall sein, wenn man aus einer Schule heraus kommuniziere.

Der Leiter des Medienzentrums Peter Herden bat daher um Geduld und sagte mittags auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Probleme wieder behoben seien. Auf der Webseite hieß es: "Nach einem Serverneustart bei der Telekom laufen die Systeme augenscheinlich wieder rund." Herden, selbst auch als Lehrer tätig, habe am Mittwoch wiederum zwei Konferenzen über BBB mit seinen Schülern geführt, "die haben reibungslos funktioniert".

Anders als andere Videofonie-Anbieter wie Microsoft Teams, sei BBB auch datenschutzkonform. "Alle Schulen im Hochtaunuskreis können BBB seit mehreren Wochen nutzen", sagte Herden und ergänzte: "Das Land hat es nicht geschafft, den Schulen eine einheitliche Videokonferenz-Lösung anzubieten."

In den weiterführenden Schulen selbst war es am Mittwoch ziemlich verwaist. Zwischen drei (Christian-Wirth-Schule) bis zu rund 100 (Saalburgschule) Schülerinnen und Schüler waren vor Ort. Auch Nachmittagsbetreuung fand regulär statt. Rund 20 der etwa 1200 Schüler der Adolf-Reichwein-Schule nutzten am Mittwoch die Möglichkeit vom Präsenzunterricht, sagte Schulleiter Dirk Schulz.

Lorraine Schmidt, Leiterin der kooperativen Gesamtschule Helmut Schmidt in Usingen, zählte elf Schüler in fünf Klassen, die manchmal auch alleine in einem Raum sitzen mussten. Eine Durchmischung war verboten.

Das Unterrichtsmaterial wurde an alle Schüler bis Dienstag verteilt, der Stoff war für alle identisch. Die Klausuren/Arbeiten hatten die Lehrer vorausschauend vorverlegt, betonte Schmidt. Ein ähnliches Bild ergab sich an der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach und der Christian-Wirth-Schule in Usingen, wo ausstehende Abi-Klausuren auf die Zeit nach den Ferien verschoben wurden (oder schon geschrieben wurden).

Anders war es an der Usinger Saalburg-Berufsschule, wo rund 40 Schüler am beruflichen Gymnasium bis Freitag noch Klausuren schreiben müssen, so Schulleiterin Heike Weber. Wie gut es mit dem Digital-Unterricht klappt, ist von Schule zu Schule unterschiedlich. An der Helmut-Schmidt-Schule findet Unterricht etwa unter Einsatz von "active panels" statt. Den Bildschirm dieser interaktiven Tafeln können sowohl die Kinder im Klassenraum als auch jene am heimischen Schreibtisch sehen. Was den Online-Unterricht betreffe, sei die Schule momentan gut ausgestattet, so die Schulleiterin Schmidt.

Instabil Internetverbindung

Homeschooling funktioniert auch, weil jeder Schüler nun ein eigenes Gerät hat. "Nach den Herbstferien wurden Laptops für Bedürftige geliefert, danach wurden noch einige für die Fünftklässler nachgeordert", sagte Schmidt. Insgesamt seien rund 50 Arbeitsgeräte ausgegeben worden.

Ein düsteres Bild zeichnet Heike Weber. "Mein sehnlichster Herzenswunsch ist Breitband und Wlan; in jedem Raum und zu jeder Zeit", so Weber - die aber direkt nachschob, dass dieser Weihnachtswunsch eher nicht erfüllt werde. Aus dem Landratsamt heiße es nämlich, dass die Internetversorgung an der Schule ausreichend sei. "Unser Internet läuft über Richtfunkleitung über das Landratsamt", sagte Weber, die Internetverbindung gleiche also einem Nadelöhr, sei langsam und instabil.

Sie selbst sei daher dazu übergegangen, dass sie etwa abendliche Sitzungen mit dem Kollegium lieber von zu Hause aus leite. Nicht nur sie, auch die Kollegen würden eigene Geräte nutzen. "Das ist eigentlich Sache des Arbeitgebers." Von Nina Fachinger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare