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Sebastian Sommer tritt gegen Banzer an

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Jürgen Banzer © CDU

28-Jähriger aus Wehrheim will Direktkandidat der CDU bei Landtagswahlen werden

Hochtaunus -Im Herbst werden die Delegierten der CDU Hochtaunus zum Kreisparteitag zusammengerufen, damit sie die Direktkandidatur im Wahlkreis Hochtaunus II für die Landtagswahl 2023 vergeben. Es dürfte spannend werden, denn: Amtsinhaber Jürgen Banzer (Oberursel) wird dann nicht alleine auf dem Stimmzettel stehen. Am Wochenende hat der Wehrhei-mer Sebastian Sommer erklärt, bei der Kandidatenkür zu Banzer in den Ring steigen zu wollen.

Eine Überraschung dürfte das für den politischen Hochtaunuskreis nicht sein, werden Sommer doch schon länger Ambitionen nachgesagt, Banzers Platz im Landtag einnehmen zu wollen. Und auch Banzer selbst zeigte sich am Samstag kaum überrascht. Gerüchte über Sommers Pläne gebe es schon lange, sagte er, bezeichnete die Kandidatur des Wehrheimers als einen "normalen demokratischen Vorgang". Der Parteitag im Oktober könne entscheiden, wer die bessere Wahl sei. An seinen Plänen, sich erneut um das Direktmandat zu bewerben, ändere sich nichts, so Banzer.

Banzer, der seine politische Karriere wie Konkurrent Sommer in der Jungen Union begonnen hat, war von 1991 bis 2005 Landrat des Hochtaunuskreises, bevor er von 2005 bis 2009 Hessischer Justizminister, von 2008 bis 2009 Kultusminister und schließlich von 2009 bis 2010 Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit wurde. Bis zur Kommunalwahl war Banzer Vorsitzender des Kreistags. Seit 2008 ist er Mitglied des Hessischen Landtags. Von 1982 bis 1984 und von 2003 bis 2020 war er außerdem Vorsitzender der CDU Hochtaunus.

Der 28-jährige Sommer hat nach einem Studium an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung im Bad Homburger Rathaus als Standesbeamter gearbeitet. Seit 2020 arbeitet er im Hessischen Innenministerium in der Abteilung Verwaltungsdigitalisierung.

In Wehrheim als Sohn von Bürger-meister Gregor Sommer (CDU) aufgewachsen, war er von 2013 bis 2018 Kreisvorsitzender der Jungen Union (JU) Hochtaunus. 2019 übernahm er den Landesvorsitz der JU Hessen, er gehört dem Landesvorstand der CDU Hessen sowie dem Präsidium der hessischen Union an. Seit 2016 ist er Kreistagsmitglied, Wehrheimer Gemeindevertreter und Ortsvorsteher in Pfaffenwiesbach.

Vielfältige Herausforderungen

Der Wahlkreis Hochtaunus II zwischen Frankfurt und dem idyllischen Weiltal sei "unglaublich vielfältig" - wie die Herausforderungen, sagt er. Er wolle den Landkreis in Sachen Bildung, Digitalisierung, Wohnen, Arbeiten, Energie, Verkehr, Tourismus und beim gesellschaftlichen Zusammenhalt fit für die Zukunft machen und gemeinsam mit den Bürgern nach Lösungen suchen. Die Schaffung neuen Wohnraums brauche Augenmaß, individuelle Mobilität und einen attraktiven ÖPNV. Sollte ihm das Mandat zufallen, sehe er sich einerseits als Vertreter des Wahlkreises, im Landtag aber andererseits auch als Teil der jungen Generation, die antrete, Bildung an den Stärken und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen auszurichten, aber auch dem "Megathema Digitalisierung" mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Hessen werde solide regiert und verwaltet, so Sommer. Dennoch fehle es an Mut für Neues und um Zukunftspläne über das Ende der nächsten Wahlperiode hinaus zu entwickeln.

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Sebastian Sommer © Jung

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