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Selbst die Natur trägt blau-gelb

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Der Fanfarenzug Hundstadt bringt gleich zur Eröffnung Schwung in den Europatag aus dem Festgelände in Rod an der Weil. © Red

Weilrod . Leuchtend gelbe Rapsfelder rund um Weilrod, darüber ein blauer Himmel - die Natur hat zum Europatag ein klares Statement für die Ukraine abgegeben und »blau-gelb« geflaggt. Die Bühne des Jubiläums »50 Jahre Weilrod« zu nutzen - und den Europatag mitten ins Weiltal hinein zu vergeben - sei eine gute Entscheidung gewesen, sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU) zur Eröffnung.

So wie Europa ein Bild der Vielfalt und Völkerverständigung zeichne, sei das auch in dem aus 13 Ortsteilen zusammengewachsenen Weilrod. Bei aller Freude darüber, dass alle Städte und Gemeinden im Hochtaunus zum Teil seit vielen Jahrzehnten lebendige, europäische Partnerschaften pflegten, müsse Europa momentan sehr schwierige Zeiten durchleben und stark sein. Worauf man so stolz war, über 75 Jahre im Frieden leben zu können, sei mit dem verbrecherischen Überfall auf die Ukraine seit Februar leider Vergangenheit.

Stolz könne man aber trotzdem weiter sein, die Hilfsbereitschaft des Hochtaunuskreises und der ihn ausmachenden Kommunen der völkerrechtswidrig überfallenen Ukraine gegenüber sei riesig. Unter Beifall rief Krebs: »Wir stehen an der Seite der Ukraine, die auch unsere europäischen Werte, unsere Freiheit und Demokratie verteidigt. Sie muss diesen Krieg gewinnen, frei und unabhängig bleiben.«

Ähnlich äußerte sich auch Prof. Dr. Sven Simon, CDU-Europaabgeordneter und Nachfolger von Thomas Mann in der EVP-Fraktion des EU-Parlaments. Simon erinnerte an die legendäre Rede von Robert Schumann vom März 1950, die Initialzündung der heutigen Europäischen Union.

Simon sprach angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine von einer »schrecklichen Zeit«, der schlimmsten seit dem Zweiten Weltkrieg. Er mahnte die europäischen Mitgliedsstaaten zur Geschlossenheit. In Straßburg und Brüssel, aber auch auf der Weltbühne, müsse Europa »mit einer Stimme sprechen«. Wie zuvor Krebs, betonte auch der EU-Politiker, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnen müsse. Er gab ein klares Bekenntnis zu den Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Für die EU bedeute dies, dieses Land, das auch die Freiheit Europas verteidige, »so kräftig wie möglich auch militärisch zu unterstützen«.

EU ist eine Erfolgsgeschichte

Die Europäische Union sei ein »riesengroßer Erfolg«, der den darin lebenden Völkern Frieden und Wohlstand bringe. »Wir müssen da aber noch besser werden und können es auch«, sagte Simon, der sich über die vielen Gemeinde- und Städtepartnerschaften, die sich in den vergangenen Jahrzehnten im Hochtaunuskreis entwickelt hätten und europäischen Gemeinsinn lebten, nach eigener Aussage freute.

Das ließ ihn den Bogen zur gastgebenden Gemeinde Weilrod schlagen. Die sei, ähnlich wie Europa, vor 50 Jahren aus 13 Dörfern zu einer Großgemeinde geschmiedet und zu einem Ganzen geworden. Sicher seien da auch Kompromisse nötig gewesen. Einen ähnlichen Prozess hätten die 27 EU-Mitgliedsstaaten durchlebt. »Von Überzeugung und Leidenschaft getragene Kompromisse zu schließen, die allen dienen, lohnt immer«, sagte Simon. Für ihn steht Europa, unabhängig von der Ukraine-Krise, vor gewaltigen Herausforderungen. Nicht nur die Bevölkerungszahl sinke dramatisch, auch die Wirtschaftskraft. Zu einer immer größeren Herausforderung werde es auch, die Cybersicherheit zu garantieren.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier vom Fanfarenzug Hundstadt mit seiner Tanzgarde, dem Liederkranz Hasselbach, dem Posaunenchor Weilnau/Merzhausen unterstützt von Bläsern aus der neuen Weilroder Partnergemeinde Drei Gleichen, sowie dem Shantychor »De fidelen Seelüd«. Im Verlauf des Nachmittags präsentierten sich in lockerer Folge weitere Musik- und Tanzgruppen aus dem Hochtaunus: die »Zumba-Gruppe« vom TuS Weilnau, die Sängervereinigung Wehrheim, Cantus Wirena, die »Danzerey Burg Weilnau«, das Ensemble Stante Pede aus Friedrichsdorf, der Gesangverein Germania Weißkirchen, der SV Frisch auf Emmershausen und das Emmershäuser »Singding«.

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Europa-Abgeordneter Prof. Dr. Sven Simon sagt: »Ohne die legendäre Rede von Robert Schumann gäbe es die EU heute nicht.« © Red

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