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Seniorenbeirat fordert Hilfe bei Energiekosten

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Neu-Anspach (bur). Der Seniorenbeirat in Neu-Anspach hat sich mit dem Energie-Entlastungspaket für Rentner beschäftig - und äußert deutiche Kritik. »Bei dem Entlastungspaket wurden die Menschen im Renten- oder Pensionsbezug nicht berücksichtigt«: Dies ist nach Einschätzung des Vorsitzenden der Seniorenvertretung der Stadt Neu-Anspach Raphael Eckhard schlicht »ein Skandal«.

Wer berufstätig sei, erhalte eine steuerpflichtige Einmalzahlung von 300 Euro unabhängig vom Einkommen. Hierdurch solle ein Ausgleich für steigende Energiekosten geschaffen werden. Das habe die Ampelkoalition mit ihrem Entlastungspaket beschlossen. Bereits jetzt könnten viele Mitbürger die starken Preissteigerungen nicht mehr zahlen. Hier müssten die Kommunen zeitnah reagieren und den Handlungsbedarf durch die regionalen politischen Untergliederungen bis zur Landes- und Bundesebene darlegen.

Von den deutlich erhöhten Preisen für Heizung und Strom seien aber auch insbesondere die Rentner betroffen, denn »sie verbringen im Vergleich zu Berufstätigen mehr Zeit zu Hause. Hinzu kommt die Belastung der Rentner in Neu-Anspach mit einem deutlich erhöhten Grundsteuer Hebesatz im Jahr 2022.« Die Entscheidung, ältere Menschen nicht zu entlasten, sei aus Sicht der Seniorenvertretung der Stadt Neu-Anspach unverständlich und nicht akzeptabel. »Berufstätige sollen unabhängig vom Einkommen entlastet werden, die Bezieher von kleinen Renten nicht. Das verstehe, wer will«, kommentiert Eckhard die Entscheidung der Bundesregierung. »Gerade Menschen mit kleinen Renten sind in der aktuellen Situation auf Unterstützung angewiesen. «

Zusätzliche Einmalzahlungen gibt es für Empfänger von Sozialleistungen (200 Euro) sowie Familien (100 Euro pro Kind). Zumindest Empfänger von Grundsicherung im Alter dürften also von dem Paket profitieren. Aus Sicht der Seniorenvertretung reichten jedoch Einmalzahlungen für Menschen mit niedrigen Einkünften nicht aus. Notwendig sei eine angemessene Anpassung von staatlichen Unterstützungsleistungen. »Die angekündigte Rentenerhöhung führt unterm Strich nach Berücksichtigung der Inflation zu weniger Netto vom Brutto am Monatsende. Rücklagenbildung für zukünftige Pflegeleistungen, die ja auch teurer werden, wird somit weiterhin erschwert.«

Gesonderte Entlastungsmaßnahmen wurden für den Bereich der Mobilität vereinbart, jedoch nur für einen Zeitraum von drei Monaten. Diese Mobilitätsentlastungsmaßnahmen greifen allerdings nur dann, wenn ein entsprechendes Mobilitätsangebot existiere. »In diesem Kontext fordert der Seniorenbeirat schon seit geraumer Zeit eine deutliche Verbesserung des innerstädtischen Mobilitätsangebotes. Gerade der Neubau des Edeka Marktes an der Peripherie veranschaulicht die Notwendigkeit hier bald etwas zu tun, denn ältere Mitbürger ohne Auto haben keine Chance ihn zu erreichen. Es besteht unstrittig auch ein kommunaler Handlungsbedarf.«

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