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Kurt Weigel (links) von der Seniorenwerkstatt zeigt zwei Besuchern ein selbst gemachtes Vogelhaus.

Herbstbasar

Die Seniorenwerkstatt verkauft selbst gemachte Puppenmöbel und Traktoren

Beim Herbstbasar der Seniorenwerkstatt gehörten Vogelhäuser und Marmelade zu den Verkaufsschlagern. Neue Mitstreiter sind willkommen.

Beim sachten Streichen über das Holz stellt sich ein gutes Gefühl ein, denn der Würfel fühlt sich fast wie ein Handschmeichler an. „Wir denken auch an die kleinen Kinderhände; bei uns ist alles sehr sorgfältig bearbeitet, die Ecken sind abgeschliffen, damit die Kleinen Spaß beim Spielen mit unseren Bauklötzen haben“, sagt Kurt Weigel. Der 79-Jährige ist seit fast 20 Jahren Mitglied in der Holzwerkstatt der Friedrichsdorfer Seniorenwerkstatt. Beim Herbstbasar der Senioren in der Taunusresidenz am Wochenende bot er die Produkte, die er und seine Mitstreiter selbst angefertigt hatten, zum Verkauf an. „Unser Herbstbasar ist sehr beliebt. Wir verkaufen das, was wir beim Arbeiten in unserer Seniorenwerkstatt erstellen“, sagte Horst Stekly, Sprecher der Holzwerkstatt.

Zu den Rennern gehörte Spielzeug für etwas größere Kinder. „Unsere Auswahl reicht von Traktoren mit Anhängern über Lokomotiven bis hin zu Tieren und Mobiliar für Puppenhäuser“, so Weigel. Eine Frau hat gerade eine Puppenwiege erstanden und geht freudestrahlend damit an die Kasse. „Ich habe hier jahrelang für meine Enkel eingekauft, leider sind sie jetzt zu alt für solche Spielsachen“, bedauert Thea Brückner. Sie gehört zu den Stammkunden des Herbstbasars. „Alles ist so liebevoll hergestellt“, schwärmt die 79-jährige Friedrichsdorferin. Jetzt brauche sie für den Nachwuchs nichts mehr, liebäugelte aber mit einem Wand-Thermometer für sich selbst.

Stolze Besitzer zweier Vogelhäuser wurde ein Friedrichsdorfer Ehepaar. Sie (62) und er (67) trugen ihre Errungenschaften an die Kasse. „Wir haben zwar bereits ein Vogelhaus daheim, aber es ist von einer ganz anderen Qualität“, erzählten sie. Ein Vogel habe sich dort noch nie eingefunden. Die Vogelhäuser aus der Seniorenwerkstatt wirkten viel solider. „Das ist mein Dilemma“, stellte Erbauer Kurt Weigel scherzend fest: „Meine Häuser gehen nie kaputt.“ Auch habe er sie nach Vorgaben des BUND erbaut. Da müssten die Wände eine bestimmte Stärke haben, wegen der Temperaturregulierung. Außerdem seien die Eingangslöcher verschieden groß: „Das Vogelhaus mit dem 32 Millimeter großen Loch ist für Kohlmeisen gedacht, das mit 27 Millimetern für Blaumeisen.“

„Mit dem Erlös kaufen wir neue Werkzeuge oder Ersatzteile für unsere Gerätschaften“, erläuterte Stekly. Denn damit erstellten die Senioren nicht nur Produkte für sich. Sie haben auch einen sozialen Auftrag. So habe man vor Kurzem kostenlos einen Spielschrank für eine Kita gebaut sowie die Tische für einen Arbeitskreis Asyl. Wenn Stühle in einer städtischen Einrichtung kaputt seien, würden sie von den Senioren wieder in Stand gesetzt. Insgesamt gebe es in der Werkstatt in Köppern 18 aktive und 3 Mitglieder, die sich jeweils mittwochs zwischen 9 und 12 Uhr und zwischen 14 und 17 Uhr zum gemeinsamen Bearbeiten von Holz in der Otto-Hahn-Straße 19 treffen. Wer mitmachen möchte, ist willkommen und dazu eingeladen, in der einstigen Schreinerei vorbeizuschauen.

Die Besucher des Basars konnten jedoch nicht nur Holzprodukte mit nach Hause nehmen, sondern auch selbst gekochte Marmeladen, die ebenfalls zum festen Sortiment gehörten. Ferner wurden Keramikarbeiten, Seidenmalerei und Aquarelle angeboten. Sie sind in den Seniorenwerkstatt-Gruppen in der Taunus-Residenz entstanden. Mitmachen können Senioren aus allen Stadtteilen. Montags von 13.30 bis 17.30 Uhr ist dort Aquarellmalen. Dienstags von 9.30 bis 12.30 Uhr steht Keramikarbeiten auf dem Programm. Donnerstags von 10 bis 13 Uhr ist Seidenmalerei an der Reihe und von 14 bis 17 Uhr Kreatives Malen. Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0 61 72) 7 31 13 38.

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