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Die Zäune zahlreicher Schulen im Taunus sind dieser Tage, wie hier am Gymnasium Oberursel, reich geschmückt: Die Abiturprüfungen beginnen.

Abitur

Wie sich Schulen und Schüler aufs Abi vorbereiten - Prüfungen starten heute

Sie sind der Anfang vom Ende der Schulzeit eines jeden Oberstufenschülers: die Abiturprüfungen. Heute startet die diesjährige Phase mit der schriftlichen Klausur im Fach Englisch.

Die meisten Schüler der 12. (G 8) und 13. Klassen (G 9) dürften sich beim Fastnachtstrubel am vergangenen Wochenende wohl zurückgehalten haben. Immerhin beginnen heute die Abiturprüfungen – die wohl wichtigste Phase für Gymnasiasten während ihrer Schulzeit. So waren die Prüflinge wohl eher mit Büffeln als mit Feiern beschäftigt.

Wer das Abitur in der Tasche hat, dem stehen viele Türen offen. Egal ob Ausbildung, Studium oder Auslandsjahr – mit dem entsprechenden Notendurchschnitt können Abiturienten frei entscheiden, welchen beruflichen Weg sie einschlagen.

Fünf Tests

Bis dahin ist es ein langer Weg. Nach 12 oder 13 Jahren Schulzeit müssen die Schüler im Abitur fünf Prüfungen in unterschiedlichen Fächern absolvieren. Drei von ihnen müssen schriftlich gemeistert werden, die beiden anderen Tests werden mündlich vollzogen.

Um sich für die Prüfungen anmelden zu können, brauchen die Schüler jedoch schon vorher gute Noten. Denn wenn eine bestimmte Punktzahl nicht erreicht wird, dürfen die Oberstufler die Abiprüfungen nicht antreten. Vor den Abi-Tests ist aber oft nicht klar, ob die Noten dafür überhaupt ausreichen. Denn: Auch nach den großen Prüfungen müssen die Schüler noch letzte „reguläre“ Klausuren schreiben, die in die Abschlussnote einfließen. Trotz der verhältnismäßig frühen Abiturklausuren in diesem Jahr sei die Regelung aber keine Besonderheit, so eine Sprecherin des Staatlichen Schulamts in Friedberg. Und sie fügt hinzu: „Wenn man gute Noten hat, weiß man ja, dass nichts schiefgehen kann.“

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An den eigentlichen Prüfungstagen werden die Schüler an den Schulen im Hochtaunuskreis durch verschiedene Aktionen unterstützt. Eine Tradition, die sich in den vergangenen Jahrzehnten etabliert hat, sind die Abi-Plakate. Freunde, Familienmitglieder und Vereine gestalten die Poster für die angehenden Abiturienten und hängen sie vor und in den Schulen als Motivation auf.

Auch die Gymnasien selbst unterstützen die Schüler. Eine Besonderheit bietet das Gymnasium Oberursel (GO): Dort haben Prüfungsteilnehmer täglich die Möglichkeit, an einer Meditation mit dem Schulpfarrer teilzunehmen. Zudem stellen die Prüfungsleiter Süßigkeiten in den Räumen parat. Eine ungewöhnliche Mutmach-Methode verrät Schulleiter Volker Räuber: „Unsere Studienleiterin Gisela Tenter stellt traditionell in jedem Prüfungsraum eine Orchidee auf.“

Die Prüfungen selbst sollen für jeden Schüler faire Bedingungen aufweisen. So ist in speziellen Verordnungen und Erlassen festgelegt, wie Betrugsversuche vermieden und mit ihnen verfahren werden soll. Handys und andere elektronische Geräte müssen vor der Prüfung abgegeben werden. Auch Jacken und Taschen werden gesondert verwahrt. „An ihrem jeweiligen Arbeitsplatz sind nur Schreibsachen, die zugelassenen Hilfsmittel und Verpflegung mitzunehmen“, erklärt Jochen Henkel, Schulleiter des Taunusgymnasiums in Königstein. Auch die Toiletten werden vor den Prüfungen nach deponiertem „Schummel-Material“ durchsucht.

Tricksen geht nicht

Beim Thema Tricksen sind sich die Schulen wohl einig. „Das geht gar nicht. Wer schummelt, fliegt aus dem Abitur raus“, betont Heike Zinke, Schulleiterin am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg. „Das macht aber auch keiner“, fügt sie hinzu. Um den Prüflingen die Prüfungen so angenehm wie möglich zu gestalten, organisiert die Jahrgangsstufe unter den angehenden Abiturienten am KFG traditionell die Verpflegung.

von MARAH NAUMANN

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