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Sie erkunden die Wünsche der Besucher

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Von: Evelyn Kreutz

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Lara Knopp (von links), Hannah Markert, Amanda Wilhelm und Anna Fock von der Hochschule haben für das Tourismuskonzept Feldberg im Auftrag von Schmittens Bürgermeisterin Julia Krügers Besucher auf dem Plateau befragt.
Lara Knopp (von links), Hannah Markert, Amanda Wilhelm und Anna Fock von der Hochschule haben für das Tourismuskonzept Feldberg im Auftrag von Schmittens Bürgermeisterin Julia Krügers Besucher auf dem Plateau befragt. © Evelyn Kreutz

Vier Studentinnen bringen das künftige Tourismuskonzept für den Feldberg voran. Erste Vorschläge zur Optimierung sind bereits eingegangen.

Hochtaunus - Bei herrlichem Ausflugswetter strömt gefühlt das halbe Rhein-Main-Gebiet auf den Großen Feldberg, der ohnehin seit jeher den Ruf als "Frankfurter Hausberg" weghat. Die meisten wollen mit dem Auto direkt bis zum Gipfel fahren. Dort kommt es dann zum Verkehrskollaps, weiter unten sind die Parkplätze leer. Die nicht ausreichende Besucherlenkung von Parkplätzen unterhalb des Plateaus ist aber nur ein Problem.

Der Hochtaunuskreis arbeitet unter Beteiligung der Gemeinde Schmitten und des Naturparks Taunus inzwischen an einer behutsamen und nachhaltigen (touristicshen) Weiterentwicklung des Plateaus. Damit soll der Taunus für den regionalen Nah- und Tagestourismus, aber auch als (Kurz-)Urlaubsziel gestärkt werden. Das Verkehrs- und Besucherlenkungskonzept mit Fokus auf der Parkraumbewirtschaftung ist Aufgabe der Gemeinde Schmitten. Ein Architekturbüro ist mit einer vom Kreis finanzierten Studie zur Gestaltung des Plateaus und des unmittelbaren Feldberggebiets beauftragt.

Aber entspricht das, was die Planer wollen, auch den Vorstellungen der Besucher? In Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn hat die Gemeinde daher vier Studentinnen des Masterstudiengangs Nachhaltige Tourismusentwicklung engagiert. Hannah Markert, Amanda Wilhelm, Anna Fock und Lara Knopp, um das zu klären.

Unter anderem haben sie an einem Wochenende 101 Besucher befragt und das Umfeld des Feldbergs erkundet. "Die Auswertung soll die Besucherstruktur und die Bedürfnisse der Ausflügler ermitteln", sagt Knopp. Aus den Wünschen könnten sich Ideen für die Verbesserung der Infrastruktur und für weitere Projekte für die zukünftige Entwicklung ergeben.

Sitzmöglichkeiten fehlen auf dem Plateau

Die konkrete Auswertung von Fragen zu Alter, Geschlecht und Herkunftsort, zur Motivation für den Besuch, zur Aufenthaltsdauer, zur Bewertung von Parkmöglichkeiten, Wanderwegen und Beschilderung wird noch eine Weile dauern. Doch ohne Anspruch auf repräsentative Aussagen sprachen die Studentinnen mit der Presse und Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) schon über erste subjektiv wahrgenommene Tendenzen.

So fehlen einigen Besuchern Sitzmöglichkeiten auf dem Plateau oder die Möglichkeit zum Zelten. Junge Familien vermissten auf dem Spielplatz Geräte für Kleinkinder. Dass das Feldberghaus noch immer geschlossen ist, wurde kritisiert. Manche denken, dass ein einziges Restaurant an besonders besucherstarken Wochenenden grundsätzlich zu wenig sei. Unterschiedliche Meinungen gab es zur Parkplatzsituation. Einige konnten sich sehr gut einen Auto- und Motorradfreien Gipfel vorstellen. Andere befürchteten, dass das Plateau ganz für den motorisierten Verkehr geschlossen werden soll. Dabei sei doch der Feldberg so schnell von der Autobahn erreichbar und müsse für alle frei bleiben . . .

Aus Sicht von Krügers kommen bisher zu wenig Besucher fußläufig zum Gipfel. Wenn es mehr attraktive Erlebnispunkte auch an anderen Stellen im Feldberggebiet gäbe, könnten sich die Besucher besser auf die vorhandenen Parkplätze verteilen. Momentan reichten die Anreize von dort aus das Plateau zu erwandern, nicht aus. Wie die Studentinnen bestätigten hapert es noch an der Beschilderung und Nummerierung der Parkplätze analog zum bereits bestehenden Online-Konzept. Vor allem müsse man sich vorher besser informieren können, so die Studentinnen. "Viele Ortsunkundige fahren einfach los, wissen nicht, dass es am Taunus-Informationszentrum (TIZ) Kartenmaterial gibt und erfahren erst, was sie alles machen können, wenn sie am Feldberg angekommen sind." Die Auswertung ihrer Studie wollen sie Mitte Juni bei einem Workshop mit den Projektpartnern vorstellen und danach in der Gemeindevertretung Schmitten.

Erste Impulse zur Optimierung gibt es schon

Zur Gestaltung des Feldbergplateaus gibt es schon erste Vorstellungen. Das Erscheinungsbild soll, orientiert an dem im Naturpark Taunus, natürlich anmutend sein - mit Holz und robusten, pflegeleichten und natürlichen Materialien. Der rollstuhlgerechte Ausbau des Plateaurundwegs wird geprüft, ebenso die Erweiterung des Spielplatzes. Dafür bietet sich wegen der Nähe zum Limes das Oberthema "Römer" an, verbunden mit spielerischen Bildungsangeboten.

Die an besucherstarken Wochenenden erfolgreich eingesetzten LED-Wechselverkehrszeichen zur großräumigen Lenkung der Besucherströme werden fest installiert. Bei Bedarf fahren zusätzlich Verstärkerbusse.

In Arbeit ist die einheitliche, um Infotafeln erweiterte Beschilderung der Parkplätze im Naturpark. Im ersten Schritt werden vorhandene Rundwanderwege sichtbarer gemacht und aufgewertet. Eine als Flyer gestalteten Übersichtskarte soll auch auf einer Infotafel am Plateau angebracht werden. Ein wichtiger Aspekt ist die Pflege und Instandhaltung der Angebote. An der beteiligen sich alle Flächeneigentümer. Die Gemeinde Schmitten hat schon zusätzliche Müllbehälter, Aschenbecher und Dog-Stations aufgestellt.

Größeren Investitionen in die Infrastruktur vorangehen soll die Machbarkeitsstudie zu einer touristischen Seilbahn sowie die Studie zur Gestaltung des Plateaus.

Besucherin Renate aus Gelnhausen (links) lässt sich von Lara Knopp interviewen. Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Studie ein.
Besucherin Renate aus Gelnhausen (links) lässt sich von Lara Knopp interviewen. Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Studie ein. © Evelyn Kreutz

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