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So macht Sport Spaß: Eine der Mädchentanzgruppen der TSG Niederreifenberg lockerte die Sportlerehrungen auf.

Sportlerin des Jahres

Simone Aurich begeistert Kinder für den Sport

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Simone Aurich wurde bei der Sportlerehrung der Turn- und Sportgemeinde (TSG) Niederreifenberg als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Die 37-Jährige ist noch viel mehr.

Während Vorsitzender Karl Breitung als Moderator den Ehrungsmarathon über die Bühne bringt, hält Simone Aurich die Stellung hinter dem Getränkestand. Sie schenkt Sekt und Saft, Wasser oder Kaffee aus. Und sie macht nur eine kleine Pause, als sie selbst zur Ehrung aufgerufen wird. „Wenn jemand es verdient hat, Sportlerin des Jahres zu sein, dann Simone Aurich“, sagt Breitung.

Sie hat beim deutschen Turnfest in Berlin im Vorjahr den zweiten Platz, also Silber, im Wahlwettkampf erkämpft. Dieser Erfolg ist umso wertvoller, weil die 37-Jährige nicht nur ihren eigenen Wettkampf hinter sich gebracht hat, sondern ganz nebenbei noch in der Bundeshauptstadt neun Jugendliche der TSG betreut hat, die sie trainiert und die ebenfalls ihre sportlichen Leistungen unter Beweis gestellt haben.

Wer ist diese junge Frau, die selbst sportlich aktiv ist und ihre Erfahrung und ihre Begeisterung an den sportlichen Nachwuchs weitergibt? Sport war schon immer ihr Ding und mit sechs Jahren hat sie schon den Freischwimmer gemacht. An den ersten Vereinswettkämpfen hat sie als Achtjährige teilgenommen. Sie turnt, betreibt Leichtathletik, joggt und schwimmt. „Meine Lieblingsdisziplinen sind Kugelstoßen und Weitsprung, auch wenn das nicht so zusammenpasst“, verrät sie. Denn sie trainiert vielseitig und tritt bei Wettbewerben im Mehrkampf an. Ihr bisher größter Erfolg war 1998 der siebte Platz im Mehrkampf beim Deutschen Turnfest in München. „Ich habe dafür nur so ein bisschen für mich trainiert und bin es eher locker angegangen“, erinnert sie sich.

Auf die Platzierung komme es ihr auch gar nicht so sehr an, gibt sie zu. Aber auf was dann? „Herausforderungen annehmen, gezielt trainieren und das Ganze im Wettkampf dann abzurufen – das befreit irgendwie“, beschreibt sie ihren persönlichen Antrieb. Obwohl sie Einzelkämpferin ist und mit Mannschaftssportarten nicht viel am Hut hat, ist sie auch ein Vereins- und Gruppenmensch.

Seit ihrem 22. Lebensjahr trainiert sie die Nachwuchsleichtathleten der TSG. „Mein Ziel ist es, Kinder und Jugendliche ein Leben lang für Sport zu begeistern“, sagt sie und schiebt nach: „Wenn sie dann als Erwachsene noch Sport treiben, egal was, dann ist das schön.“ Beim Deutschen Sportfest in Berlin hat sie es den Jugendlichen vorgemacht, hat beim Wahlwettkampf selbst gepunktet. Aber die Vorbildfunktion ist längst nicht alles. Sie hat den Mädchen und Jungs Tipps gegeben, ihnen Mut gemacht und sie angefeuert. Und wer die jungen TSG-Leichtathleten/innen kennt, weiß, dass sie alle für Simone schwärmen. „Natürlich ist es auch toll, gemocht zu werden, und dass so viel zurückkommt“, sagt Aurich lachend. Vor allem will sie aber das, was sie selbst kann und weiß, weitergeben.

Auch in der Familie funktioniert das. Die beiden Söhne und ihr Mann sporteln und alle machen das Sportabzeichen. Seitdem die Kinder auf der Welt sind, nimmt Aurich nicht mehr an den großen Mehrkampf-Meisterschaften teil, nur noch an Wahlwettkämpfen. Aber zum Ausdauertraining fährt die Verwaltungsangestellte trotzdem manchmal mit dem Fahrrad zum Rathaus nach Königstein.

Die Sportlerin des Jahres ist jedoch für den Vorstand nicht nur Aushängeschild und Trainerin. „Die Simone ist zur absoluten Stütze im Verein geworden“, so Sportwartin Conny Breitung. Aurich ist nicht nur ihre Stellvertreterin, sondern im Sportkreis auch Beauftragte für Kinderleichtathletik.

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