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Ein Konglomerat aus alten und neueren Gebäuden bestimmt das Bild am Hessenring / Marienbader Platz. Das soll anders werden.

Senger zieht 2020 nach Oberursel

Stadt will Mercedes-Gelände als Gewerbestandort sichern

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Mercedes Senger will 2019 im Drei-Hasen-Gebiet neu bauen und wird sein Areal am Hessenring verkaufen. Die Kurstadt sieht in dem Standort besonderes Potenzial und will nun abstecken, was dort bautechnisch künftig möglich sein wird.

Wer nach Bad Homburg reinfährt, blickt an der zweiten roten Ampel auf einen leerstehenden, seit einiger Zeit beschmierten Altbau aus Vorkriegszeiten. Dahinter harrt auf engem Gelände Mercedes Senger aus. Schon dessen Vorgänger Mercedes Vogler hatte sich vergrößern wollen, was aber an den Nachbargebäuden scheiterte.

2014 übernahm Senger das Autohaus, seither versuche man, anderswo in der Kurstadt ein Gelände zu bekommen, um neu zu bauen, erläutert Geschäftsführer Jens Hensel auf Nachfrage. In der Nachbarstadt wurde der Mercedes-Händler fündig: Oberursel hat mit den ehemaligen Hessentagsflächen eine Menge Platz. Von 2019 an will Senger im Gewerbepark An den Drei Hasen, gegenüber von Raab Karcher, auf einem gut 11 000 Quadratmeter großen Gelände ein neues, größeres Autohaus errichten. „2020 ziehen wir um“, kündigt Hensel an.

Wenn Senger den Hessenring verlässt, tun sich auch für die Stadt Bad Homburg neue Chancen auf. Und, wie es OB Alexander Hetjes (CDU) in einer Vorlage formuliert, zugleich die Notwendigkeit, das Gelände „zusammenhängend zu überplanen“ und „auf heutige, langfristige Entwicklungsziele“ der Stadt auszurichten. Denn derzeit gibt es nur für Teile des 15 000 Quadratmeter großen Gebiets einen Bebauungsplan.

Das Senger-Areal gilt als „bedeutender Baustein im Planungsprozess ,Bad Homburg 2030‘“: Zum einen liegt es am Ortseingang, und eines der vordringlichsten Ziele des Stadtentwicklungsprojekts ist es, die Stadteingänge ansehnlich zu gestalten.

Gelenk zur Innenstadt

Zum anderen bildet das Areal laut Vorlage ein „Gelenk zwischen Bahnhof und Innenstadt“. Deshalb möchte die Stadt dort „ein innovatives Quartier mit überwiegendem Anteil an Gewerbe“ haben. Denn nicht nur Senger hätte sich gern in der Stadt angesiedelt: Hier fehlen Gewerbeflächen. Und so sollen die Stadtverordneten in ihrer nächsten, letzten Sitzung dieses Jahres am kommenden Donnerstag beschließen, dass der ursprüngliche, im März 2017 vom Stadtparlament beschlossene B-Plan aufgehoben und das Areal im Viereck Hessenring / Marienbader Platz / Frölingstraße und Am Hasensprung mit einer Veränderungssperre belegt wird, bis die zusammenhängende Planung ausgearbeitet ist.

Am Rand, entlang der Straße „Am Hasensprung“, sollen Wohnungen entstehen. Der Bau- und Umweltausschuss hat bereits einhellig zugestimmt. Die Grünen wünschen sich, dass die vorhandenen Bäume am Marienbader Platz stehenbleiben. Das Parlament, das am Donnerstag von 18.30 Uhr an öffentlich im Bürgerhaus Kirdorf tagt (und sich dort vor allem mit der Verabschiedung des Haushalts beschäftigen wird), wird den Punkt daher voraussichtlich ohne Aussprache beschließen.

Vorstellen können sich die Stadtplaner eine „flächensparende Bebauung in urbanem Umfeld“. In der Mitte des Areals, wo jetzt das Autohaus steht, sollen ein oder mehrere Büro-, Geschäfts- oder Verwaltungsgebäude mit bis zu fünf Stockwerken erlaubt werden. Auch jetzt steht dort schon ein fünfstöckiger Verwaltungsbau von Senger. An der Ecke zum Bahnhof sind Wohngebäude mit drei bis fünf Etagen vorgesehen, die Wohnhäuser entlang der Straße „Am Hasensprung“ dürfen bis zu drei Etagen haben.

Autohaus verkauft das Areal

Jens Hensel, Geschäftsführer des Autohauses, sieht der Veränderungssperre für sein Areal gelassen entgegen. „Wir werden verkaufen“, erklärt er. Der, der das Gelände entwickeln wolle, müsse sehen, was er mit der Stadt hinbekomme. „Das geht nicht gegen die Stadt Bad Homburg, aber wir haben uns für Oberursel entschieden“, so Hensel. Denn dort könne ein Neubau entstehen, während in Homburg gleichzeitig weiter Autos verkauft werden.

Kleinere Teile des Geländes aber gehören anderen – Stichwort Altbauten. Unter Denkmalschutz stehen die Häuser nicht – auch nicht jenes, in dem bis 2012 „Sperrholz Brandt“ zu finden war, an den bis jetzt noch die orangefarbene Reklame erinnert. Diese Häuser sollen nach Willen der Stadt also über kurz oder lang verschwinden.

Denkmalgeschützt ist dagegen ein Wohnhaus außerhalb des Senger-Areals: ein Altbau mit einem markanten Eck-Erker an der Ecke Hessenring/Im Hasensprung.

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