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Patrick legte den Pfadfinderschwur bei der Ernennung zum Stammesführer der Wölfe ab und gehört damit nun zu den ?Großen? der Taunuspfadfinder.

Taunus-Pfadfinder

Stadt zahlte den Donnerbalken

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Wer bei den Bad Homburger Pfadfindern das stille Örtchen sucht, erlebt eine schöne Überraschung. Im Schuppen verbirgt sich nun eine hochmoderne Toilettenanlage. Nutzbar war sie aber trotzdem nicht.

Pfadfinder sein ist eine Lebenseinstellung. Sich in der Wildnis zurechtfinden, an bestimmte Werte halten gehört dazu. Ebenso, sich mit allen Gegebenheiten zu arrangieren. Doch nur weil man es kann, heißt das nicht, dass man es auch muss. So geschehen bei den Taunuspfadfindern aus Bad Homburg. Die haben vor zwei Jahren das Wanderheim der Homburger Wanderer am Hessenpark in Neu-Anspach geschenkt bekommen. Zu dem ein wenig versteckt liegenden Häuschen gehört auch die Außentoilette, die sich seit den 1960er Jahren (das Haus wurde 1933 erbaut) nicht verändert hat. „So sah es zumindest auch noch aus“, sagte Markus Repp, Vorsitzender der rund 150 Pfadfinder aus der Kurstadt.

Der Raum, ein enger Schlauch mit alter Holzverkleidung – kaum genug Platz, um sich umzudrehen. Und Geschlechtertrennung gab’s schon gar nicht. „Die Toilette ist in einem Schuppen untergebracht und der Fußboden im Haus marode“, schildert Repp, wie das Haus bis Ende August aussah. „Da musste einfach etwas passieren.“

Doch das wurde teuer. 14 500 Euro hat die Pfadfinder die Sanierung schließlich gekostet. Hilfe bekamen sie dabei von der Stadt Bad Homburg, die 12 000 Euro für die Sanierung des Fußbodens im Bundesheim und die sanitären Anlagen dazugab. 2000 Euro musste der Verein selbst aufbringen, die 500-Euro-Spende eines Mitglieds deckte schließlich den Fehlbetrag.

„Donnerbalken“ ist auf dem Eingangsschild zu lesen, das OB Alexander Hetjes (CDU) nun mit Markus Repp an der Eingangstür zu den Toiletten anbrachte. Und das dürfte die Untertreibung des Jahres sein, gemessen an dem, was die Nutzer des stillen Örtchens tatsächlich erwartet. Ein großes Edelstahlwaschbecken, ein luxuriös gefliester Boden mit Einlegearbeiten und nagelneue Toiletten. Erstmals auch getrennt für Männer und Frauen.

„Der Schuppen war ziemlich schief, also mussten wir den Betonboden zwei Mal gießen“, schilderte Repp die Widrigkeiten aus der Praxis. Zu- und Abwasserleitungen haben sie gelegt, ebenso Elektroleitungen, damit der „Donnerbalken“ nun auch Licht hat. Mit dem neuen Fußboden im ehemaligen Wanderheim ist auch dort die Baustelle rechtzeitig zum neuen Jahr abgeschlossen.

Weit über 1000 Pfadfinder nutzen während der Sommermonate das Heim für ihre Lager. „Nur der Winter ist uns vorbehalten“, schilderte Repp. Das große Ah und Oh der Pfadfinder über die neuen Sanitäranlagen wurde bei der Aufnahmefeier von Wölflingen einzig von einem kläglichen „Oh nein“ übertönt. Das war zu hören, als Repp verkündete, dass die neuen Toiletten zwar fertig, aber an diesem Tag nicht benutzbar seien. „Uns sind leider die Leitungen eingefroren“, erklärte er. Zur Not gebe es aber auch noch Abhilfe mit einem Eimer.

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