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In der Verwaltung arbeitet er schon, jetzt will er Chef werden: Steffen Bonk, der hier am Steinbacher Weiher steht, tritt für die CDU als Bürgermeisterkandidat an.

Politik

Steffen Bonk will Bürgermeister werden

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In Steinbach ist er Amtsleiter, in seiner Heimat Flörsheim Parlamentschef. Nun kandidiert CDU-Mann Steffen Bonk (38) fürs Bürgermeisteramt in Steinbach, wo er die Soziale Stadt in den Blick nimmt – und noch mehr.

Auf der Suche nach einem Kandidaten, der das Steinbacher Rathaus für die Christdemokraten zurückerobern soll, ist die CDU in ebenjenem fündig geworden: Sie schickt Steffen Bonk, den aktuellen Leiter des Haupt- und des Sozialamts, ins Rennen um die Nachfolge von Dr. Stefan Naas (FDP), der jetzt in den Landtag wechselt. Am Donnerstagabend hat sich der geschäftsführende CDU-Vorstand einstimmig für Bonk ausgesprochen, gestern Abend sollte die Parteibasis ihr Okay geben. Bonk ist nach FDP-Fraktionschefin Astrid Gemke der zweite Kandidat für die Bürgermeister-Direktwahl im Frühjahr.

Der 38-Jährige ist in seiner Heimatstadt Flörsheim für die CDU aktiv, war Parteichef und ist zurzeit Stadtverordnetenvorsteher. Für ihn sei immer klar gewesen, dass er sich nur in der Heimatstadt oder am Arbeitsort für ein Bürgermeisteramt bewerbe. Dort, wo er „ein Gefühl für die Stadt hat, für die, die politisch und gesellschaftlich Verantwortung tragen“, wie Bonk sagt.

Seit 2011 im Hochtaunus

Es ist die Stadt geworden, in der er seit 2011 arbeitet. Die Motivation zur Kandidatur ergebe sich „aus der Biografie heraus“. Heißt: aus dem ehrenamtlichen kommunalpolitischen Engagement – Bonk gehört seit 2006 der CDU an und war zuvor schon in der Jungen Union aktiv – und der langjährigen Berufstätigkeit in Verwaltungen.

Bonk absolvierte im Flörsheimer Rathaus eine Verwaltungsausbildung, studierte an der Verwaltungshochschule in Wiesbaden und stieg in Flörsheim bis zum Vize-Amtsleiter auf, ehe er der beruflichen Perspektiven wegen nach Steinbach wechselte. In der Main-Taunus-Kommune arbeitete Bonk übrigens mit dem heutigen Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU) zusammen, der in Flörsheim Erster Stadtrat und Bürgermeister war.

Steinbachs CDU-Chef Jonny Kumar spricht von einem „Dreiklang“, der für Bonk spreche: „Er ist fachlich kompetent, politisch erfahren und hat ein hohes soziales Verantwortungsbewusstsein.“ Zur fachlichen Kompetenz zählten auch Bonks „Führungs- und Finanzverantwortung“.

Als einen Schwerpunkt nennt Bonk die Fortführung des Infrastruktur-Förderprogramms Soziale Stadt mit dem Großprojekt Feuerwehrhaus. Dieses sei „an seine Grenzen gekommen“. Eine umfangreiche Sanierung – oder gar ein Neubau – steht an, verbunden mit einer Modernisierung des angrenzenden Rathauses. Für Bonk sollte Letzteres mit einer multifunktionellen Nutzung einhergehen, er denkt an ein Büro oder Treffpunkt für Vereine oder Verbände.

Waldwochen für Kinder

Durch die Gruppen der Sozialen Stadt, das weiß Bonk, hat sich gesellschaftlich einiges getan. Wichtig sei, diese Strukturen über das Ende des Förderprogramms hinaus zu erhalten – wobei der CDU-Mann „keine Zwangsbeglückung von oben“ will. „Politik sollte da reingehen, wo nichts ist.“

Es liegt auf der Hand, dass die angespannte Situation in der Kinderbetreuung Wahlkampfthema wird. „Eine große gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Bonk. Bekannt ist, dass die Stadt eine zusätzliche Einrichtung braucht. Der Amtsleiter kann sich zudem einen Bauwagen vorstellen, der als Anlaufstelle für Waldwochen der Kinder dient.

Und die Betreuungsgebühren? Diese wurden jüngst intensiv diskutiert, die starke Erhöhung der Krippenbeiträge kritisiert. Senkungen will Bonk nicht versprechen, da ist er vorsichtig. Eher prüfen, ob Erhöhungen ausgesetzt werden können, wenn sich die Einnahmen der Stadt entsprechend entwickeln.

Im Sozialbereich ist der Bewerber „zu Hause“ – was aber ist mit Baufragen? Er wolle eine „maßvolle Entwicklung“ der Stadt, sagt Bonk, plädiert für die polyzentrische Struktur der Region. Heißt mit Blick auf Frankfurts Pläne, einen neuen Stadtteil nahe Steinbach zu schaffen: „Ganz klar: Die A 5 ist die Grenze.“

Noch hat Bonk seinen Wohnsitz im Elternhaus in Flörsheim, wo er sich im evangelischen Kirchenvorstand engagiert und als Freund des Hundesports bekannt ist. Er verspricht, mit seiner Lebenspartnerin nach Steinbach zu ziehen, wenn er gewählt wird – wovon sich die CDU freilich überzeugt zeigt. „Eine Kandidatur auf Sieg“, heißt es. Die Union will nach Peter Frosch, der vor dem Liberalen Naas Bürgermeister war, den zweiten christdemokratischen Rathauschef stellen.

Würde Bonk gewählt, hätte er als CDU-Bürgermeister im von einer FDP/SPD-Koalition geführten Parlament erst mal keine „Hausmacht“. Probleme sieht er darin nicht. Er weiß, dass er sich vorab Mehrheiten für seine Anliegen suchen müsste.

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