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Steht ein Generationenwechsel bevor?

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Von: Alexander Schneider

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Jürgen Banzer.
Jürgen Banzer. © privat

CDU stellt zur Landtagswahl erste Weichen. Kampfabstimmung im Westen deutet sich an. Bis die Hessen an die Wahlurnen gerufen werden, um über die Zusammensetzung des 21. Hessischen Landtags mit 55 direkt über die Landeslisten gewählten Abgeordneten zu entscheiden, dauert es zwar noch rund ein Jahr, und das genaue Wahldatum steht auch noch nicht fest.

Gleichwohl werden in den Stadt- und Gemeindeverbänden der Parteien im Hochtaunus schon jetzt die ersten Weichen gestellt. Diese Zeitung wird in den nächsten Wochen in den Parteizentralen nachhören und sich nach dem Stand der Dinge erkundigen. Den Auftakt macht die CDU.

Hochtaunus -Der Kreisverband der Union hat bereits festgelegt, wann die Delegiertenversammlungen stattfinden. Da der Hochtaunuskreis in zwei Wahlkreise aufgeteilt ist, müssen es auch zwei Delegiertenversammlungen sein. Deren Hauptaufgabe ist die Nominierung der Direktkandidaten. Für den Wahlkreis Hochtaunus I, der mit Bad Homburg, Friedrichsdorf, Neu-Anspach, Usingen, Grävenwiesbach und Wehrheim rund 86 000 Wahlberechtigte (Stand 2018) hat, sind die Delegierten für Freitag, 7. Oktober, eingeladen. Sie tagen in der Mensa der Usinger Christian-Wirth-Schule.

Die Delegierten des Wahlkreises Hochtaunus II mit Glashütten, Kronberg, Königstein, Oberursel, Schmitten, Steinbach sowie Weilrod und rund 77 500 Wahlberechtigten treten am Samstag, 8. Oktober, in der Kronberger Stadthalle zusammen.

Eher unspektakulär dürfte nach heutigem Stand die Kandidatenkür im Wahlkreis Hochtaunus I verlaufen. Dort steht mit dem Neu-Anspacher Holger Bellino nur ein Kandidat auf dem noch nicht gedruckten Wahlzettel. Bellino hat sich, wie er dieser Zeitung auf Anfrage bestätigt hat, bisher als Einziger zur Kandidatur bereiterklärt. Bellino wurde 2003 erstmals direkt in den Landtag gewählt, dessen Mitglied er bis heute ist. Seit 2010 ist er Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion. Sollte er 2023 erneut gewählt werden, wäre es seine sechste Legislaturperiode in Folge.

Hintertaunus überrepräsentiert

Im Wahlkreis Hochtaunus II wird es deutlich spannender. Es deutet sich momentan eine Kampfabstimmung zwischen dem langjährigen Direktkandidaten der Hochtaunus-Union Jürgen Banzer, der seit 2008 Mitglied des Landtages ist und für den es im Falle seiner Wahl die dritte Legislaturperiode in Folge wäre, und dem Wehrheimer Sebastian Sommer an.

Damit hat es der Oberurseler Banzer, der bereits Hessischer Justizminister (2005-2009), Kultusminister (2008-2009) sowie Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit (2009- 2010) war und amtierender Vorsitzender der Enquetekommission "Verfassungskonvent zur Änderung der Verfassung des Landes Hessen" ist, erstmals mit einem Gegenkandidaten zu tun. Sommer ist Landesvorsitzender der Jungen Union.

Einige CDU-Stadt- oder Gemeindeverbände haben ihre Delegierten bereits gewählt. Offizielle Wahlempfehlungen - Banzer oder Sommer - gibt es noch nicht. Bei der Frage, ob es sie geben wird, halten sich die dazu befragten Vorstände zurück. Zwingend nötig wäre es nicht, wobei es allenthalben aber auch heißt, dass die Delegierten in ihrer Wahlentscheidung ohnehin frei seien.

Markus Koob, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes, sagte auf Anfrage, was die Terminierung der Delegiertenversammlungen anbelange, habe man sich bewusst für relativ frühe Termine, noch dazu am selben Wochenende, entschieden. Wie lang die Kandidatenlisten noch werden, wisse er natürlich noch nicht. Holger Bellino sei derzeit der einzige Bewerber um das Direktmandat im Wahlkreis Hochtaunus I, und außer Banzer und Sommer gebe es im anderen Wahlkreis momentan auch keine weiteren Kandidaten, "aber das kann sich natürlich selbst am Tag des Parteitages noch ändern", sagte Koob.

Darin, dass der Hochtaunuskreis im Landtag mit Bellino und möglicherweise Sommer komplett "aus dem Hintertaunus heraus regiert würde", sieht Koob kein Problem: "Ich persönlich halte es nicht für ausschlaggebend, aus welchem Teil des Landkreises sich eine Kandidatin oder ein Kandidat bewirbt - wichtiger ist, mit welchem Einsatz und welcher Leidenschaft die Persönlichkeit bereit ist, den Wahlkreis zu vertreten. Beide Wahlkreise beinhalten Kommunen des Vordertaunus und des Usinger Landes, weshalb ohnehin beide Teile engagiert vertreten werden müssen", sagte Koob.

Sebastian Sommer.
Sebastian Sommer. © cju

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