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In der Einweihungsfeier ist mächtig Bewegung drin.

Ein Rückzugspunkt für die Jugend

Freizeitgelände in Steinbach offiziell eingeweiht - Parkour-Strecke wird geprüft

Viel Platz zum Spielen, Bewegen und Entspannen haben Kinder und Jugendliche auf dem neugebauten naturnahen Freizeitgelände am Grünen Weg. Bei einem bunten Programm feierten große und kleine Gäste die offizielle Eröffnung des Geländes.

Steinbach - Gemütlich ist es im Weidendom. Strohmatten, Stoffhocker und ein rosafarbener Sitzsack laden zum Verweilen ein. Besser gesagt zum Chillen. Schließlich weist ein bemaltes Schild das igluartige Naturgebilde am südwestlichen Ende des Grünen Wegs - so heißt die 2016 geschaffene Verbindung zwischen Berliner Straße und Industriegebiet - explizit als "Chill Area" aus.

Ein "Rückzugspunkt" für Jugendliche sei der Weidendom, erklärt Quartiersmanagerin Bärbel Andresen und zeigt aufs engmaschige Buschwerk, das sich um die acht dicken Weidenruten-Stützpfeiler rankt und sowohl vor Regen als auch neugierigen Blicken der Außenwelt schützen soll. Eingeflochten wurden die Weidentriebe von den künftigen Bewohnern selbst. Im Oktober traf man sich zur "Flechtwerkparty". Die wird eine Neuauflage erfahren, denn jedes Jahr muss neu geflochten werden.

Am Freitagnachmittag ist erstmal "Feiern" angesagt auf dem Gelände am Grünen Weg. Dieses wurde im vergangenen Jahr im Rahmen des Infrastruktur-Förderprogramms Soziale Stadt errichtet. Mit einem bunten Programm wird das Gelände offiziell eingeweiht.

Organisiert wird die Feier von den drei Jugendgruppen der Sozialen Stadt: Dem Jugendtreff "JuSt", dem Mädchenclub "JuSt Girls" und der Tanzgruppe "Cypher 449". Die haben sich einiges einfallen lassen für die zahlreichen Besucher.

Ein echter Hingucker sind die Dancemoves von Masumi Eichhöfer (22) und Frank Will Noma (25). Die beiden leiten ehrenamtlich den in April gegründeten Tanztreff "Cypher 449". Die eleganten Drehungen und Tanzbewegungen sind derart ansteckend, dass schnell eine kleine Traube entsteht und die Kinder und Jugendlichen sich die besten Moves zeigen lassen. Mitgemacht werden darf auch bei TuS Steinbachs Jugendwart Patrick Thomsen, der Hula-Hoop-Reifen sowie Frisbees mitgebracht hat.

Natürlich kundschaften die Kinder und Jugendlichen auch das neugeschaffene Areal aus. Dieses erstreckt sich auf südöstlicher Seite des Grünen Weges und bietet viel Grün und reichlich Gelegenheit, sich auszutoben. Es gibt eine Balancierstrecke entlang des Wegs, eine Bolzwiese, Schaukeln, einen mehrere Meter hohen und breiten Holzunterstand, viele Sitzgelegenheiten in Form von Bänken, großen Steinen und Stangen sowie einen Streetball-Platz.

Alisa ist begeistert: "Mir gefallen die Zweierschaukeln am besten", sagt sie. Gemeinsam mit ihren Freundinnen von "JuSt Girls" hat die Zehnjährige die hinter dem Streetball-Platz aufgestellten Holzpfähle bemalt. Stolz präsentieren Miri, Lucie, Sarah, Emily, Alara, Leonie und Zohra die kleinen Kunstwerke. Immer wieder sieht man den Schriftzug "BFF". "Das heißt: Beste Freunde für immer", klärt Zohra (11) auf.

Viel Applaus gibt's für die Parkour-Gruppe des Steinbacher Turn-Urgesteins Jochem Entzeroth. Bei den waghalsigen Salti und Schrauben, die fünf der insgesamt rund 30-köpfigen Gruppe vorführen, staunen nicht nur der künftige Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) und Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP). Die Gruppe macht beste Werbung für die mögliche Errichtung einer Parcours-Strecke auf dem Freizeitgelände.

Ob die Strecke kommt, ist ungewiss. Architekt Dirk Schelhorn, der fürs Freizeitgelände verantwortlich zeichnete, übergab der Stadt am Freitag ein Planungsangebot. "Wir müssen mal schauen, was möglich ist", erklärt Bauamtsleiter Alexander Müller zu den Wünschen. Sollte gebaut werden, würde Bestehendes in die Parcours-Strecke integriert werden.

von Florian Neuroth

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