Unfallrisiko?

Bahn lässt Metallschienen auf Brücke am Breiten Weg anbringen

  • schließen

Die Brücke, die am Breiten Weg über die S-Bahn führt, wird von Landwirten, Radfahrern und Fußgängern genutzt. Sie alle wunderten sich über die Metallschienen, die da vor einigen Wochen befestigt wurden, jetzt plötzlich verschwanden – und doch wiederkommen sollen.

Der Radfahrer aus Stierstadt war besorgt: Der Regionalparkroute folgend, war er an Pfingsten im Feld zwischen Oberursel und Steinbach unterwegs, als er an der S-Bahn-Brücke am Breiten Weg etwas entdeckte. Jemand hatte Metallschienen angebracht, offenbar zur Erhöhung des Bordsteins. Allein: „Durch diesen scharfkantigen U-Stahl entsteht meines Erachtens ein sehr hohes Verletzungspotenzial für Fußgänger und Radfahrer“, schrieb der Stierstädter in einer E-Mail an diese Zeitung.

Diese fragt zuerst im städtischen Bauamt an, ob man dort etwas mit der Anbringung zu tun hat. Aber im Gegenteil: Amtsleiter Alexander Müller hatte die Metallschienen ebenfalls entdeckt und sich bereits mit einer Mail an die zuständige Deutsche Bahn gewandt. „Die angebrachten Metallschienen stellen eine erhebliche Unfallgefahr für Radfahrer (insbesondere in der Dunkelheit) dar. Auch der landwirtschaftliche Verkehr wird behindert. Als zuständige Verkehrsbehörde müssen wir Sie daher auffordern, die Metallschienen unverzüglich zu entfernen!“, heißt es in dem städtischen Schreiben an die Bahn. Und natürlich fragt Müller darin auch nach dem Grund, aus dem sie angebracht wurden. Das wiederum interessiert auch diese Zeitung, die sich an die Pressestelle der Bahn wendet. Während die Antwort noch aussteht, passiert etwas: Die Schienen, die bereits Gesprächsstoff in der Stadt sind, werden abmontiert und liegen in der Böschung, während die Schrauben noch aus dem Boden ragen.

Die TZ hakt Anfang dieser Woche noch mal bei der Bahn nach, verweist auf den neuen Sachstand. Dann meldet sich Bahnsprecher Thomas Bischoff und erklärt, es habe sich um sogenannte Schrammborde gehandelt. Eine Absturzsicherung für land- beziehungsweise forstwirtschaftliche Fahrzeuge, weil es auf der Brücke keinen ausreichend hohen Bordstein gibt. Damit Radfahrer nicht gefährdet werden – das war offenbar vorher nicht bedacht worden – , seien die L-förmigen Schienen wieder abmontiert worden. Sie sollen aber durch abgerundete Schienen ersetzt werden, kündigt Bischoff an.

Landwirte jedoch, das hatte ja auch schon Müller an die Bahn geschrieben, fühlen sich durch die Schienen behindert, sehen Probleme, mit ihren Fahrzeugen durchzukommen. Ortslandwirt Andreas Jäger spricht von „Schikane“.

„Ich glaube nicht, dass die da nicht durchkommen“, sagt Bahnsprecher Bischoff und bezieht das zumindest auf normale Traktoren. Und größere Fahrzeuge? Die müssten dann zur Not einen anderen Weg nehmen. Das sei ihm lieber, als wenn sie abstürzten, sagt Bischoff.

Die Stadt will diese Lösung nicht hinnehmen. „Das ist ein landwirtschaftlicher Weg und soll es auch bleiben“, sagt Bauamtsleiter Müller, der auch abgerundete Metallschienen ablehnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare