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Claus Peter Sproß gehört zum Team der Sozialen Stadt und will Jugendliche ermutigen, ihre Träumen zu realisieren.

Team der Sozialen Stadt

Claus Peter Sproß will jungen Leuten helfen, ihre Träume zu leben

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Der 57 Jahre alte Claus Peter Sproß gehört seit Jahresbeginn zum Team der Sozialen Stadt. Nun berichtet er von seinen Erfahrungen der ersten Monate und sagt, was es Neues geben soll

Neulich hat Claus Peter Sproß eine Slackline aufgebaut – also ein Band gespannt, auf dem in Seiltanz-Manier Geschicklichkeit und Gleichgewicht trainiert werden können. Mitmachen war freiwillig, eine stützende Hand gab’s auf Wunsch. Wer Slackline ausprobiere, habe ziemlich schnell Erfolgserlebnisse, meint Sproß. „Sie können zugucken, wie der Körper das lernt.“

Diese Geschichte könnte symbolisch für Sproß’ Arbeit stehen. Er wolle nicht verwalten, junge Leute nicht beschäftigen, sondern ihnen helfen, an ihr Potenzial zu kommen. Oder: „Ich will junge Menschen dazu bringen, Visionen und Träume zu haben und zu verfolgen.“

Claus Peter Sproß hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Gloria Duvnjak angetreten und arbeitet seither gemeinsam mit Quartiersmanagerin Bärbel Andresen im Stadtteilbüro des Infrastruktur-Förderprogramms Soziale Stadt. „Gemeinwesenarbeit“ wird seine Aufgabe im Bürokratendeutsch überschrieben, de facto heißt das, dass er viel mit Jugendlichen arbeitet.

Am Steuer eines Busses

Dabei ist der 57-Jährige „ein klassischer Seiteneinsteiger“, wie er selbst sagt. Einst lernte er den Beruf des Industriekaufmanns, später fuhr er Linienbus und kam an dessen Steuer auch erstmals nach Steinbach.

Nun ist er wieder in der Stadt, hat zwischenzeitlich Essen auf Rädern koordiniert und dabei mit jungen Zivis zusammengearbeitet, war außerdem im Haus Mühlberg für Obdachlose in Bad Homburg im Einsatz. Seit 16 Jahren steht der in Bad Homburg lebende Sproß in Diensten der Caritas. Zurzeit hat er eine halbe Stelle beim Besuchs- und Betreuungsdienst – und die andere halbe bei der Sozialen Stadt in Steinbach, wo die Caritas fürs Soziale zuständig ist. Welche Erfahrungen hat er dort in den ersten Monaten gemacht? „Dass es gar nicht so leicht ist, Jugendliche zu erreichen“, sagt Sproß. Es reiche nicht, irgendwo einen Tischkicker reinzustellen. „Wir sind ein Angebot unter vielen. Das ist kein Selbstläufer“, weiß Catharina von Poll, Leiterin der Caritas-Beratung.

Im Quartiersbüro der Sozialen Stadt an der Wiesenstraße/Ecke Untergasse ist der Jugendtreff „JuSt“ entstanden, doch der Zuspruch war zuletzt nicht sehr groß. Doch etwas vorgeben, was die jungen Leute machen sollen, will Sproß nicht. Die Jugendlichen seien heute sehr selbstbewusst, entschieden selbst, wo und wie sie ihre Freizeit verbringen

„Ich sehe meine Aufgabe darin, mit meiner Erfahrung und in einfühlsamer Weise den Prozess zu koordinieren“, sagt er. Heißt: Junge Menschen entwickeln ihre Ideen für ihre Freizeitgestaltung idealerweise selbst. Ein Team aus acht Ehrenamtlichen – vier junge Frauen, vier junge Männer – hilft dabei. „Dass junge Menschen Verantwortung für andere junge Menschen übernehmen“ gefällt von Poll, die darin einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung sieht.

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