Philip Oehmichen (r.) und Benedikt Zundel sind die ersten Schüler, die ihr Abi in der Phorms gemacht haben.
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Philip Oehmichen (r.) und Benedikt Zundel sind die ersten Schüler, die ihr Abi in der Phorms gemacht haben.

Ein Meilenstein für Steinbacher Phormsschule

Das erste eigene Abi

Philipp Oehmichen und Benedikt Zundel legen Reifeprüfung ab

Diese beiden Namen werden in die Annalen der privaten Phormsschule eingehen: Philip Oehmichen (19) und Benedikt Zundel (17) sind die ersten, die hier das interne Abitur abgelegt haben. Die Phorms konnte am Freitag in der Aula die beiden Schüler feiern. "Das ist fast ein historischer Moment für die Schule und für Steinbach", brachte es Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) dabei auf den Punkt. Denn tatsächlich konnte erstmals auf Steinbacher Boden das Abi gebaut werden.

Bislang mussten Abiturienten an der Phorms ihre Prüfungen extern, also an anderen Schulen ablegen, in einer fremden Umgebung und bei ihnen unbekannten Lehrern. Zudem mussten sie ihr Wissen in mehr Fächern beweisen als Abiturienten es üblicherweise müssen, ohne dass ihre Vornoten einbezogen wurden, so schreiben es die Richtlinien vor.

Damit ist seit dem vergangenen Sommer Schluss, als die Zulassung für das interne Abitur vom Schulamt kam. Schülerinnen und Schüler können sich nun in ihrer vertrauten Umgebung auf den Abschluss vorbereiten.

Für Schulleiterin Gabriele Schorn ist das ein "Meilenstein" für die gesamte Schulegemeinde: "Als ich vor zwei Jahren die Leitung übernommen habe, lag dieses Thema wie ein Felsen auf meinem Schreibtisch. Viele Diskussionen, in den einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden musste, wurden geführt. Etliche Briefe von Absolventen, dem Schulelternbeirat und auch Bürgermeister Bonk wurden ans Schulamt geschrieben, das bis dahin die Zulassung für das interne Abi mit dem Hinweis auf zu wenige Schüler verweigerte. "Da biss sich die Katze in den Schwanz, denn wegen des externen Abis haben sich viele ab der neunten Klasse nach anderen Schulen umgesehen", sagte Schorn. Denn so könne man die Anzahl der Abiturienten nicht erhöhen. Davon habe man schließlich auch das Schulamt überzeugt.

Für die Schulelternbeirätinnen Anja Miller und Anandi Bessai bedeutet dies, "dass es jetzt Sicherheit und Vertrauen für Schüler und Eltern gibt". Jeder und jede wisse nun, worauf man sich einlasse und könne in den Genuss der tollen Atmosphäre und der flexiblen, individuellen Unterstützung bis zum Abitur kommen.

Die beiden Debütanten Philip und Benedikt wurden nicht nur für ihre Noten mit Musik, Ansprachen und Geschenken gefeiert. Ihnen und ihren Eltern galt der Dank der Schulleitung. Obwohl sie zu Beginn der Abiturphase nicht wussten, wo sie geprüft werden würden, hätten sich für die Phorms entschieden. "Als klar war, wir machen das Abi hier, gab es Freudensprünge", erinnerte sich Philip. Er will nun erstmal reisen und unter anderem in Tansania bei einem Schulaufbau helfen. Danach ist eine BWL-Studium geplant. Für Benedikt, der seit der Vorschule an der Phorms war, geht es im Wintersemester mit einem Informatikstudium an der TU Darmstadt los.

Ihnen sollen an der Phorms viele interne Abiturienten folgen, so Schulleiterin Schorn: Sechs sind es im kommenden Jahr. "In 2023 werden wir zweistellig sein." Gabriele Calvo Henning

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