+
Dominik Hagen hat bereits viel Erfahrung als Jugendausbilder, für sein neues Amt hat er sich einige Ziele gesteckt.

Stadtjugendfeuerwehrwart

Dominik Hagen ist der Neue

  • schließen

Wechsel an der Spitze: Dominik Hagen löst Baris Bayram nach 14 Jahren als Stadtjugendfeuerwehrwart in Steinbach ab. Der Neue kennt sich in Sachen Jugendarbeit schon bestens aus – und hat sich einiges vorgenommen.

Die Jugendarbeit in der Steinbacher Feuerwehr sei für ihn eine Herzenssache, sagt Baris Bayram. Und wenn er von seiner Zeit als Stadtjugendfeuerwehrwart spricht, wird klar, dass das nicht nur so dahergesagt ist – genauso wenig wie das Versprechen des Brandbekämpfers, die Jugendlichen weiterhin zu unterstützen, auch wenn er den Staffelstab abgegeben hat: Vor einer Woche wurde Dominik Hagen zu Bayrams Nachfolger ernannt.

Ein Jahr lang bleibt Bayram noch Stellvertreter, danach zieht er sich nicht aus der Steinbacher Feuerwehr, aber aus der Jugendarbeit zurück. Zumindest auf dem Papier. Inoffiziell will er weiter mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, wenn Not am Mann ist. Auch wenn er davon nicht unbedingt ausgeht: „Wir haben genug motivierte, gute junge Leute“, erklärt Bayram. Irgendwann sei es eben an der Zeit, aufzuhören.

Wenn er in einem Jahr als Stellvertreter von Hagen abtritt, hat der 36-Jährige die 20 Jahre in der Jugendarbeit voll. Ganze 14 Jahre davon fungierte er als Stadtjugendfeuerwehrwart. Und hat beeindruckende Resultate vorzuweisen: Insgesamt 120 Kinder und Jugendliche wurden von Bayram betreut, 32 Nachwuchskräfte wechselten in die Einsatzabteilung. Er organisierte für seine Schützlinge 19 Abschlussübungen, 13 Freizeiten und über 40 Ausflüge. Im Kreis genießt die Steinbacher Jugendwehr einen hervorragenden Ruf.

Nicht zuletzt deshalb möchte Dominik Hagen die Arbeit ganz im Sinne seines Vorgängers fortführen. Dass sie sehr erfolgreich laufe, wie der 23 Jahre alte Wirtschaftsingenieurwesen-Student hervorhebt, zeigen auch die Zahlen: Mit aktuell 28 Kindern und Jugendlichen ab zehn Jahren, die in zwei Gruppen von insgesamt zehn Ausbildern betreut werden, sei die Abteilung „gut ausgelastet“, auch wenn man immer offen für neue Interessenten sei. Ist doch die Fluktuation hoch, gerade in den ersten Jahren.

„Sie kommen, gucken und nach einem halben Jahr gehen sie wieder, weil dann Fußball interessant ist“, sagt Hagen, der weiß, wovon er spricht – der „Neue“ ist nämlich kein Unbekannter: Er engagiert sich in Steinbach nicht nur als aktiver Feuerwehrmann, sondern seit vier Jahren auch als Jugendausbilder.

Inoffiziell sei Hagen in den vergangenen drei Jahren bereits sein Stellvertreter gewesen, sagt Baris Bayram und lächelt – offiziell gab es den Posten noch nicht. Jetzt wurde die Satzung entsprechend geändert.

Weil er offen für neue Ideen ist, hat sich Dominik Hagen einiges vorgenommen: So soll im kommenden Jahr eine Werbekampagne für die Jugendwehr starten, gerade wegen der hohen Fluktuation, berichtet der Stadtjugendfeuerwehrwart am Samstag beim ersten großen „Einsatz“ im neuen Amt. 40 Jugendliche aus Steinbach, Oberursel, Friedrichsdorf und Bad Homburg, für die in ein bis zwei Jahren der Grundlehrgang für die Übernahme in die Einsatzabteilung ansteht, werden in einer ganztägigen Übung an verschiedenen Stationen intensiv darauf vorbereitet.

Sie kämpfen an der Altkönighallen-Wand mit der 14 Meter langen Steckleiter, arbeiten auf dem Hallen-Parkplatz mit der Rettungsschere an Schrottautos, und an der Phorms-Schule werden das Absperren und das Löschen geübt. Die Grundlehrgangsvorbereitung findet alle zwei Jahre statt, diesmal war Steinbach mit der Vorbereitung an der Reihe.

An den Stationen stehen Ausbilder aus allen beteiligten Wehren. „So bekommen die Jugendlichen auch mal einen anderen Übungsstil mit“, erklärt Hagen. Und später, im Ernstfall, ist eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Wehren unabdingbar. Apropos Zusammenarbeit: Jene mit der Nachbarstadt Oberursel wolle man aus diesem Grund künftig bereits auf der Jugendebene intensivieren, sagt Hagen. Und noch etwas hat er sich für seine Zeit an der Spitze vorgenommen: Eine Mini-Wehr soll aus der Taufe gehoben werden, um schon die Kleinsten für die Feuerwehr zu begeistern. „Mit der neuen Satzung besteht jetzt auch formal die Möglichkeit“, erklärt er. Wann die Minifeuerwehr, die für Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren gedacht ist, eingerichtet wird, steht aber noch nicht fest.

Als einer der nächsten Schritte soll Personal gesucht werden. Eine Praktikantin, die Interesse habe und gerade in die Ausbilder-Arbeit reinschnuppere, habe man schon. Wann es so weit ist, könne man noch nicht genau absehen. „Aber es ist fest geplant, dass da etwas passiert.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare