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Pfarrer Andreas Unfried und Pastoralreferentin Susanne Degen stellen ihr neues Buch vor. Hier stehen sie vor der Stierstadter Kirche St. Sebastian, die zur Großpfarrei St. Ursula gehört.

St. Ursula

Wie entwickelt man eine XXL-Pfarrei?

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Pfarrer Andreas Unfried und Pastoralreferentin Susanne Degen sind die Herausgeber eines Buches über die katholische Großpfarrei St. Ursula, das jetzt auf den Markt gekommen ist. Schon auf dem Cover ist etwas Vertrautes zu erkennen.

Es war im Herbst vergangenen Jahres, als ein Team der katholischen Pfarrei St. Ursula Oberursel und Steinbach erstmals zusammensaß, um über ein Projekt zu sprechen, das nun vollendet ist. Vielmehr: Das jetzt, knapp 300 Seiten stark, gedruckt vorliegt. „XXL Pfarrei – Wie Menschen Kirche gestalten“, heißt das Buch, das Pfarrer Andreas Unfried und Pastoralreferentin Susanne Degen herausgegeben haben.

Unfried und Degen treten als Herausgeber auf, tatsächlich ist das Buch aber ein Gemeinschaftswerk von 13 Frauen und Männern. Nicht nur hauptamtliche Kirchenleute sind unter den Autoren, sondern auch ehrenamtlich Engagierte. Dass Ehrenamtler mitmachen, ist laut Unfried und Degen selbst schon ein Ergebnis des Prozesses, der im neuen Buch geschildert wird.

Die Autoren erzählen, wie der 2012 begonnene Weg von acht einst selbstständigen Gemeinden zur Großpfarrei St. Ursula Oberursel und Steinbach beschritten wurde. Es knüpft an ein bereits zu Beginn des Prozesses erschienenes Buch an, das seinerzeit noch allein von Hauptamtlichen verfasst worden war. „XXL-Pfarrei – Monster oder Werk des Heiligen Geistes?“ heißt es. „Es ist nicht so, dass wir 2012 gewusst hätten, wo es hinläuft“, gibt Pfarrer Unfried zu. „Es war ein Suchweg, ein Lernweg, der uns vielfach selbst überrascht hat.“

Das Cover des soeben erschienene Buchs orientiert sich optisch an dem ersten, allerdings: Die auf beiden abgebildete Hauswand kommt jetzt nicht mehr trist daher, sondern zeigt Bilder aus dem Gemeindeleben und ist in jenen Grüntönen gehalten, die aus den Papieren des Visionsprozesses bekannt sind. Mit der Vision hatte sich die Pfarrei selbst in einer umfassenden Beteiligungsaktion ein Leitbild gegeben.

Auch wenn die Gliederung des Buches an Hochschularbeiten erinnert, sei der Anspruch kein wissenschaftlicher. „Es ist weitestgehend ein Erzählband“, sagt der Priester – für Menschen, die sich fragten, wie es weitergehen solle. „Wir erzählen Geschichten aus verschiedenen Perspektiven“, erklärt Degen. „So, wie wenn man von verschiedenen Seiten auf eine Skulptur schaut.“ Es seien Geschichten, die motivieren und zeigen könnten, wie es weitergehen könne.

Was aus Sicht der Pfarrei funktioniert: Leute ansprechen, bei einem Projekt mitzumachen statt etwas wie früher „einfach nur ins Pfarrblatt zu schreiben“, wie Degen sagt. „Wenn wir den Mut fassen, in der Gesellschaft wieder vorzukommen, dann bekommen wir Resonanz“, meint Unfried. Eine Erfolgsgeschichte ist zum Beispiel der Straßenkreuzer, ein mobiles Café, mit dem die Pfarrei auf Tour geht. Ein Ort, an dem laut Unfried zu spüren ist: „Gott ist da.“

Die Autoren lassen die Leser teilhaben an ihrem Konzept für die Großpfarrei, überstülpen wollen sie es aber niemandem. „Es gibt keine fertigen Konzepte, jeder geht seinen eigenen Weg“, meint der Pfarrer und sagt: „Wir haben uns schon vom Heiligen Geist geführt gefühlt.“ Womit die Frage aus dem Untertitel des ersten Buchs – Monster oder Werk des Heiligen Geistes? – für die XXL-Pfarrei Oberursel und Steinbach wohl beantwortet wäre.

Das neue Buch „XXL-Pfarrei – Wie Menschen Kirche entwickeln“ ist in einer Auflage von 1200 Stück im Würzburger Echter Verlag erschienen. Es kostet 19,90 Euro und ist im Buchhandel sowie in der Katholischen öffentlichen Bücherei im Gemeindezentrum St. Crutzen in Weißkirchen, Bischof-Brand-Straße 13, erhältlich.

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