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Erste Seniorenmesse in Steinbach

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Am Stand des Palliativdienstes erfahren Interessierte, welche Möglichkeiten das 40-köpfige Team hat, um Patienten und Angehörige auf dem oftmals letzten Weg zu begleiten.
Am Stand des Palliativdienstes erfahren Interessierte, welche Möglichkeiten das 40-köpfige Team hat, um Patienten und Angehörige auf dem oftmals letzten Weg zu begleiten. © Caroline Holler

Die Ausstellung mit vielen Informationen für ältere Menschen hat eine erfolgreiche Premiere.

Steinbach -Als Steinbach in den 1960er Jahren seine Einwohnerzahl verzehnfachte und aus dem Tausend-Seelenort eine Kleinstadt mit 10 000 Einwohnern wurde, waren es vor allem junge Familien, die es hierher zog. Dass diese Menschen damals gekommen waren, um zu bleiben, lässt sich nach wie vor an der Bevölkerungsstatistik ablesen. Fast ein Viertel der Steinbacher sind heute Senioren.

Dass die sich auch nach 60 Jahren in der Stadt wohl- und zu Hause fühlen - darum kümmern sich mittlerweile eine Vielzahl an ehrenamtlichen und gewerblichen Anbietern, von denen einige sich am Sonntag bei der ersten Steinbacher „Seniorenmesse“ im Bürgerhaus vorstellten.

„60 Institutionen haben wir angeschrieben, 28 haben geantwortet, 25 sind hier“, blickte Christine Lenz von der IG Senioren sehr zufrieden auf die Resonanz, die die Premiere bei den Anbietern gefunden hatte. Von ambulanten Pflegeangeboten, über Fahrdienste bis hin zur Polizei war so gut wie alles vertreten, was älteren Menschen in Steinbach mit Rat und Tat zur Seite steht.

Initialzündung für die Messe war eine Pinnwandaktion des Programms „Soziale Stadt“. Auf verschiedenen Veranstaltungen konnten die Steinbacher im Sommer 2021 ihre Sorgen, Wünsche und Anregungen auf Pinnwänden hinterlassen. So kamen rund 50 Kärtchen rund um das Thema Senioren zusammen, die Christine Lenz und Giancarlo Cappelluti von der IG durchforsteten.

„Ein roter Faden war unter anderem das Thema: Hilfe für meine Eltern“, so Lenz. „Viele Kinder sind nicht mehr vor Ort und wollen sich dennoch gut um ihre Eltern kümmern. So kam die Idee auf, eine Messe mit Ständen und Vorträgen ins Leben zu rufen, die Antworten auf viele Fragen rund um ein möglichst selbstbestimmte Altern liefern sollte.

„Mit dem Engagement für die „Soziale Stadt“ hat sich unser Zusammenleben in Steinbach verändert“, ist Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP) sicher. Die Steinbacher seien so engagiert dabei. „Das gute Miteinander ist in die DNA unserer Stadt übergegangen“, betonte Knobloch und ergänzte augenzwinkernd: „Andere haben Schlösser und Burgen, wir haben die Menschen.“

Um jedem Lebensabschnitt gerecht zu werden, werde einiges unternommen. So schafft der Volks-, Bau- und Sparverein Frankfurt am Main eG beispielsweise im Hessenring seniorengerechte Wohnungen zu bezahlbaren Preisen, die Caritas wird dort ihre Tagespflege unterbringen.

Ansprechpartner für alle Lebenslagen

Wer auf weitere Pflege angewiesen ist, kann auf verschiedene ambulante Pflegedienste zurückgreifen. Dazu zählt unter anderem die Ökumenische Diakoniestation Kronberg/Steinbach, die unter der Leitung von Natali Kirsa-Diehl und mit Unterstützung des Förderkreises der Ökumenischen Diakoniestation rund 160 Pflegebedürftige in beiden Orten versorgt, 365 Tage im Jahr.

Auch die Caritas und Domicura stehen denen, die im Alltag Hilfe benötigen mit einem breiten Angebot zur Verfügung. Der Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes ist ein weiterer Baustein im Gefüge eines sicheren und unbesorgten Alltags im Alter.

Die beiden Hauptkommissarinnen Katja Jokiel-Gondek und Nicole Meier von der Polizeidirektion Hochtaunus waren zur Premiere der Messe gekommen, um Interessierte rund um das Thema Einbruchssicherung zu informieren. „Wir begutachten Wohnung und Haus, und geben Tipps für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden“, erklärte Jokiel-Gondek. Schließlich sei Prävention „die beste Absicherung“.

Pflegende Angehörige finden bei Inez Hützler und ihren ehrenamtlichen Kollegen von der Pflegebegleitung Frankfurt ein offenes Ohr und viele Informationen, die den Pflegealltag erleichtern.

„Wir wollen Entlastung schaffen für die größte Gruppe an Pflegekräften, die Angehörigen“, beschreibt Hützler ihr Engagement. „Vernetzung untereinander, kleine Auszeiten schaffen und vor allem die Pflegenden darin unterstützen, ihre Rolle zu finden und auch die Grenzen der Verpflichtung zu erkennen, das sind wichtige Aspekte, um den Bedürfnissen von Pfleger und Gepflegtem gerecht zu werden“, umreißt Inez Hützler ihre Motivation.

In einem besonders persönlichen Umfeld bewegen sich die Mitarbeiter der Allgemeinen Ambulanten Palliativ Versorgung Hochtaunus. Ein Team von 40 Ärzten, Pflegenden, Therapeuten und weiteren Fachkräften kümmert sich um Menschen, von denen viele auf dem letzten Weg sind. „Die Gespräche mit unseren Patienten und den Angehörigen sind eine ungeheure Kraftquelle“, beschreibt Nicole Schneider-Kehne, wie sie und ihre Kollegen damit umgehen, tagtäglich auch viel Leid zu sehen.

Die Mitarbeiter vom „Fahrdienst Herz“ der Familie Ahmed sorgen dafür, dass Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, von A nach B kommen und auch wieder zurück.
Die Mitarbeiter vom „Fahrdienst Herz“ der Familie Ahmed sorgen dafür, dass Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, von A nach B kommen und auch wieder zurück. © Caroline Herz

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