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Astrid Gemke hat ihr Wahlprogramm jetzt fertiggestellt. Es ist online abrufbar, wie sie hier auf ihrem Tablet zeigt.

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FDP-Bürgermeisterkandidatin Astrid Gemke hat Fragebogen ausgewertet und legt ihr Wahlprogramm vor

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Nachdem die Bürgermeisterkandidaten Moritz Kletzka (SPD) und Steffen Bonk (CDU) ihre Wahlprogramme schon Ende Januar vorgestellt hatten, hat FDP-Bewerberin Astrid Gemke einen anderen Weg gewählt. Sie hat Fragebögen verteilt, auf Rückmeldungen der Bürger gewartet und diese eingearbeitet. Seit gestern Morgen ist auch ihr Programm fertig und online abrufbar.

„Gemeinsam“ und „miteinander“ sind zwei Worte, die Astrid Gemke immer wieder wählt. Themen gemeinsam mit Bürgern anzugehen, diese bei Entscheidungen einzubinden, sei ihr wichtig, betont die FDP-Bürgermeisterkandidatin. Deshalb hatte die 51-Jährige auch zunächst nur ein Kurzprogramm vorgelegt und Bürger-Fragebögen ausgearbeitet. Etwa 80 Fragebögen seien zurückgekommen, mehr als die Hälfte, mit Bemerkungen versehen.

Unter Einbeziehung dieser Rückmeldungen hat Gemke jetzt ihr ausführliches Wahlprogramm ausgearbeitet, mit dem sie sich bei der Bürgermeisterwahl am 24. März bewirbt. Gestern Morgen wurde das 43 Seiten umfassende Papier fertig, das jetzt für jedermann online abrufbar ist.

Was bei der Fragebogenaktion rauskam: „Grundthemen sind Verkehr und Parken“, sagt Astrid Gemke. Heißt: Das sind die Themen, bei denen die Unzufriedenheit am größten ist. So findet sich denn Verkehrsberuhigung, zum Beispiel für die Kronberger Straße, genauso als Ziel im Programm wie eine Verbesserung der Parksituation. Die FDP-Kandidatin will unter anderem, dass besser über die Möglichkeit informiert wird, auf den Parkdecks der Wohnungsbaugesellschaften Stellplätze zu mieten.

Diejenigen, die Bus statt Auto fahren, bemängeln Lücken im Fahrplan: So ist die Oberurseler Innenstadt zu manchen Uhrzeiten nur mit Umsteigen zu erreichen. „Ich werde mich dafür einsetzen, Lücken im Fahrplan zu verkleinern oder zu schließen“, heißt es im Wahlprogramm.

Gern eine Ganztagsschule

Die Bewerberin benennt darüber hinaus Kinder und Familien als einen Schwerpunkt. Dazu gehört das Ziel, dass die Geschwister-Scholl-Schule mit dem Programm „Pakt für den Nachmittag“ zur Ganztagsschule wird. „Das ist eine Möglichkeit, Kindern einen Anker zu geben“, sagt die Kandidatin. Damit meint sie, dass die Grundschüler, wenn sie dann nach Hause kommen, tatsächlich freihaben. Dazu will Gemke das Gespräch mit der Schulleitung suchen.

Für die städtischen Kitas würde sie gern das Unternehmen „Solar für Kinder“ gewinnen, das bereits mit der Phorms-Schule zusammenarbeitet. Zum einen bekämen die Einrichtungen damit Solaranlagen, zum anderen lernten die Mädchen und Jungen etwas über Energie und Nachhaltigkeit.

Was Eltern sehr interessiert, sind die Betreuungsgebühren: Diese waren jüngst erhöht worden, vor allem die starke Anhebung der Beiträge für die Kleinkindbetreuung hatte zu Protesten geführt. Gemke sagt nun in ihrem Programm zu, die geplante dritte und vierte Stufe der Gebührenerhöhung für die U 3-Betreuung um jeweils 50 Euro fürs erste Kind auszusetzen, „sofern es der Haushalt 2020 zulässt“.

Die Liberale hat ferner die Nutzungsgebühren fürs Bürgerhaus in den Blick genommen. Sie weiß, dass Kosten für Großveranstaltungen für manchen Verein ein Problem darstellen und kann sich daher pro Jahr eine kostenfreie oder stark vergünstigte Veranstaltung vorstellen. Ebenso schlägt sie vor, die Gebühren für Erwachsenen- Trainingsstunden von sechs auf drei Euro zu senken.

Außer Gebühren ist auch Sicherheit stets ein Thema, das Bürger umtreibt. „Ich möchte, dass Steinbach die sicherste Kommune im ganzen Hochtaunuskreis wird“, sagt die Freie Demokratin und setzt dafür unter anderem auf Zusammenarbeit mit Polizei und Präventionsrat sowie auf das Landesprogramm Kompass, an dem Steinbach nach Beschluss der Kommunalpolitik teilnimmt.

Klar, dass sich auch Themen wie ein Nein zu einem Frankfurter Stadtteil westlich der A 5, die Fortführung des Infrastruktur-Förderprogramms Soziale Stadt und ein Neubau des Feuerwehrhauses in dem Programm finden.

„Maßvoll“ nachverdichten

Um Wohnraum zu schaffen, unterstützt Gemke eine „maßvolle“ Nachverdichtung, wie sie am Hessenring geplant ist. Bezahlbarer Wohnraum soll in der Stadt genauso entstehen wie hochwertiger; Letzterer im „Taubenzehnten II“, wo die Baugrundstücke wieder gegen Höchstgebot vergeben werden sollen.

Außer Wohn- nimmt Gemke auch Gewerbegebiete in den Blick und verspricht, Wirtschaftsförderung als „Chefsache“ zu sehen und eng mit dem Gewerbeverein zusammenzuarbeiten.

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