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Im Winter soll hier, wo die Industriestraße in die Bahnstraße mündet, endlich gebaut werden. Die zweite Ausschreibung war aus Sicht der Stadt erfolgreich. Archivfoto: M. Reichwein

3,3 Millionen Euro Kosten

Kanal- und Straßenbau fürs Gewerbegebiet: Erschließung kann im Winter beginnen

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Nachdem die erste Ausschreibung aufgehoben wurde, weil das Angebot zu teuer war, brachte Runde zwei günstigere Ergebnisse für die Erschließung des neuen Gewerbegebiets. Enthalten sind auch Arbeiten, die in der ersten Ausschreibung nicht drin waren.

Wer die Bahnstraße entlangfährt und auf die Fläche gegenüber dem bestehenden Industriegebiet blickt, sieht, außer einem großen Wahlplakat, wenig. Der Zustand des künftigen Gewerbegebiets „Im Gründchen“ entspricht noch dem der vorbereitenden Arbeiten, dabei sollte die Haupterschließung eigentlich in diesem Sommer beginnen.

Zur Erinnerung: Die Erschließung inklusive Bau eines Kreisels an der heutigen Einmündung der Industriestraße war verschoben worden, weil sich nur eine Firma auf die erste Ausschreibung beworben hatte und 4,4 Millionen Euro haben wollte. Kalkuliert waren aber seinerzeit nur etwa 3,1 Millionen.

Die Ausschreibung wurde wiederholt. „Wir haben uns entschlossen, dem Markt etwas Zeit und Raum zu geben“, sagte Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) – und sieht sich jetzt, da neue Zahlen auf dem Tisch liegen, bestätigt: Vier Firmen haben sich beworben. Die beiden günstigsten Angebote liegen dicht beieinander, werden noch rechnerisch geprüft. Doch klar ist schon jetzt: Für etwa 3,3 Millionen Euro können Kanal- und Straßenbauarbeiten erledigt werden. Das Geld kommt, vereinfacht ausgedrückt, vom Treuhandkonto der Stadt bei der Terramag, einer Gesellschaft für Baulandentwicklung.

„Es war eine gute Entscheidung, noch mal auszuschreiben“, sagte Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP) diese Woche bei der Hauptversammlung des Gewerbevereins. „Wann geht es denn los?“, fragte Gewerbevereinsmitglied Andreas Bunk. Knoblochs Antwort: „Im Zeitraum November bis Januar.“

Die Ausschreibung war so gestaltet worden, dass das Unternehmen vom 1. November dieses Jahres an flexibel beginnen kann. Bis 20. Dezember 2019 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagte Bauamtschef Alexander Müller zu dieser Zeitung. Und: Die „heiße Phase“, während der es zu stärkeren Verkehrsbeeinträchtigungen und Umleitungen kommt, soll sich über die Sommerferien (Anfang Juli bis Mitte August) erstrecken.

Letzteres kommt auch dem Gewerbeverein entgegen, sind doch vor allem die Mitgliedsbetriebe im alten Industriegebiet von den Maßnahmen betroffen. Während der „heißen Phase“ können Fahrzeuge zwar von der Bahnstraße in die Industriestraße einbiegen, der Verkehr soll aber über die Berliner Straße abfließen. Dazu kommen überörtliche Umleitungen.

Wie es jetzt hieß, wird für die Erschließung des Gebiets, das im ersten Abschnitt 4,3 Hektar vermarktbare Flächen plus etwa 1,7 Hektar öffentliche Flächen umfasst, eine zweite Zufahrt außer dem zu errichtenden Kreisel benötigt. In die zweite Ausschreibung war daher unter anderem noch die Schaffung einer Baustraße aufgenommen worden.

Sie unterteilt sich in den bestehenden Feldweg, der am Rande des Gebiets – vor der Wohnbebauung – verläuft, und in eine vom Feldweg abzweigende Stichstraße. Letztere soll wieder zurückgebaut, der Feldweg aber nach den Arbeiten für Spaziergänger und Landwirtschaft erhalten bleiben.

Nebeneffekt der Baustraße: „So ermöglichen wir den Grundstückskäufern am Rand, schon anzufangen“, sagte Naas. Konkret ist das zunächst die Firma Panacol (siehe kleinen Text unten).

Ebenfalls neu in die zweite Ausschreibung aufgenommen wurden zwei Buswartehäuschen. Sie werden für die neue Haltestellen in Höhe des Gründchens gebraucht, die mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 in Betrieb gehen könnten. Das Planungsbüro war vor der ersten Ausschreibung davon ausgegangen, dass eine Verkehrgesellschaft die Häuschen aufstellt.

In den oben genannten Kosten nicht enthalten ist eine Maßnahme im angrenzenden Weißkirchen. Das Gründchen wird an den Oberurseler Abwasserkanal angeschlossen. In Zusammenhang damit entstehen Kosten, die Steinbach übernimmt – darauf hatten sich die Nachbarstädte geeinigt. Im Ortsbeirat Weißkirchen hieß es kürzlich auf Anfrage der Grünen, die Kosten längen bei etwa 110 000 Euro.

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