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Moritz Kletzka hatte schon als Kind den Wunsch, Bürgermeister zu werden. Nun will der 26-Jährige, der hier vor der evangelischen Kirche steht, für das Amt kandidieren.

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Moritz Kletzka will Rathauschef werden

Nachdem klar ist, wer im kommenden Frühjahr für die FDP und die CDU bei der Bürgermeisterwahl antritt, wird wohl heute Abend die Steinbacher SPD-Basis ihren Parteichef Moritz Kletzka aufs Schild heben. Zuvor hatten Partei- und Fraktionsvorstand den 26-Jährigen einstimmig als Kandidaten nominiert.

Was Moritz Kletzka von seinen Mitbewerbern auf den ersten Blick unterscheidet ist, dass er in Steinbach aufgewachsen und mit seinen 26 Jahren der jüngste der bisherigen drei Bewerber ist. Sieht er im ersteren eindeutig einen Vorteil, so ist die Altersfrage für ihn auch kein Problem. „Wann ist denn das richtige Alter, um Bürgermeister zu werden?“, fragt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zugleich stellt er klar, dass für ihn, der seit 2008 SPD-Mitglied ist und seit 2011 im Stadtparlament sitzt, jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Abwarten ist nicht die Sache des Fraktionsvize, der seit 2015 Parteichef der Steinbacher Genossen ist. „Ich habe schon als kleiner Junge davon geträumt, Bürgermeister zu werden“, sagt Kletzka, der sich sicher ist, den vollen Rückhalt in seiner Partei zu haben.

„Impulse geben“

„Moritz Kletzka ist seit vielen Jahren in der Steinbacher Politik aktiv. Er schaut mit wachen Augen auf das, was hier passiert und kann Menschen für sich einnehmen“, meint SPD-Fraktionsmitglied Dr. Thomas Apelt. Deshalb habe es in den Gremien auch keine Diskussionen gegeben, wer für die SPD antritt. „Es war klar, dass es auf ihn hinausläuft“, betont Apelt.

Über das soziale Engagement der Eltern habe er früh mitbekommen, dass es sich lohne, sich für andere einzusetzen, erklärt Kletzka zu seiner Motivation. „Jetzt möchte ich Steinbach zukunftsfähig machen“, sagt der gelernte Industriekaufmann, der nach einem BWL-Studium für die Verkehrsgesellschaft Frankfurt arbeitet.

Konkret heißt das für ihn, „dass Steinbach eine Stadt werden soll mit erschwinglichem Wohnraum und einem attraktiven Freizeit- und Kulturangebot.“ Dazu gehöre es, die Innenstadt beispielsweise mit Cafés und Bistros oder mit wiederkehrenden Festen zu beleben. Dafür wolle er als ein „Bürgermeister für alle“ die nötigen Impulse und Unterstützung geben, mit Partnern im Ort, also mit Vereinen und anderen Institutionen zusammenarbeiten und auch die Kooperation mit benachbarten Kommunen suchen.

Bürgerbeteiligung stärken

Was das Wohnen betreffe, so sei es in einer Stadt, die rund 20 Prozent sozialen Wohnungsbau habe, wichtig, bei Neubaugebieten auf eine gute soziale Durchmischung zu achten, die ein Wohnen im erschwinglichen Segment möglich mache. Die Frankfurter Pläne westlich der A5 einen neuen Stadtteil zu errichten sieht Kletza hingegen sehr kritisch. Für ihn ist das keine Lösung. Besser sei es, die Region durch den Ausbau der Infrastruktur intensiver zu verbinden und damit insgesamt zu stärken.

Außer einem Klimakonzept für eine bessere CO2-Bilanz in Steinbach und der Fortführung des für die weitere Entwicklung wichtigen Programms „Soziale Stadt“ ist eines seiner Kernanliegen intensiver mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Stichwort Bürgerbeteiligung: „Denn die Bürger fühlen sich von der Politik oft nicht abgeholt.“ Um gegenzusteuern will er runde Tische zu verschiedenen Themen oder Bürgerwerkstätten einrichten. „Hier kann sich jeder mit seinen Ideen einbringen“, wohl wissend, dass angesichts knapper Kassen nicht alles umsetzbar sei. Aber, so Kletzka weiter, wer transparent agiere, der bekomme insgesamt mehr Akzeptanz für nötige Entscheidungen.

Gerade beim Thema Kinderbetreuung und den – zuletzt sehr umstrittenen – Gebühren sei es wichtig, frühzeitig ins Gespräch mit den Eltern zu kommen. Ein Stadtelternbeirat mit Rederecht im Sozialausschuss sei deshalb ein Instrument, das er gerne installieren würde.

Auf die Zusammenarbeit mit der Verwaltung, sollte er Bürgermeister werden, freue er sich sehr, denn er schätze sie als offen und kompetent. Über die Jahre habe man sich schon gut kennengelernt. Und was den Umgang mit dem Koalitionspartner FDP während des nun anlaufenden Wahlkampfes angehe, so gehe er davon aus, dass die neue Konkurrenzsituation keine Probleme machen werde. „Die Koalition wird weiterhin gut arbeiten“, ist er sich sicher. „Mir ist wichtig, hier nicht persönlich zu werde“, und Schlammschlachten zu vermeiden. Denn am Ende gehe es bei dem Werben für sich und seine Ideen immer um das Wohl der Stadt insgesamt.

von GABRIELE CALVO HENNING

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