Bau von 28 Eigentumswohnungen

Neuer Anlauf in der Berliner Straße

  • Stefanie Heil
    VonStefanie Heil
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Seit Ende 2014 steht die Gewerbe-Immobilie in der Berliner Straße 39 leer, seit über zwei Jahren ist dort ein Wohnhaus mit Nahversorger geplant. Nachdem der Investor gewechselt hat, soll es nun losgehen. Noch fehlt aber ein Beschluss der Politik.

„Bei uns gegenüber wird ja jetzt bald gebaut“, erzählt Bärbel Schiefer. Die Anwohnerin der Berliner Straße 41 ist gut informiert. Tatsächlich soll im Herbst dieses Jahres der wenig ansehnliche Flachdachbau des früheren Penny-Markts in der Berliner Straße 39 abgerissen werden, um Platz für den Bau eines Mehrfamilienhauses mit 28 Wohnungen zu machen.

War da nicht was? Ja, die Nachricht vom bevorstehenden Baubeginn war schon mehrfach verkündet worden, nachdem im November 2014 eine Apothekerin als letzte Mieterin aus dem Gebäude ausgezogen ist. Passiert ist indes nichts. Zwischenzeitlich hat der Investor gewechselt, und die Politik hat eine Veränderungssperre für die Fläche erlassen (siehe weiteren Text).

Denn der neue Investor, die Amadeus Projektbau GmbH aus Limburg, hätte gern höher gebaut, als es die ursprünglichen Pläne zuließen. Aber die Stadtverwaltung ist hart geblieben, Amadeus hat die Pläne des vorherigen Investors weitgehend übernommen. Deswegen soll die Sperre nun aufgehoben werden.

Geplant sind also weiterhin vier Vollgeschosse plus Staffelgeschoss. Dass es nicht höher wird, darüber sind Anlieger wie Bärbel Schiefer erleichtert. Die Kosmetikerin schaut aus ihrer Wohnung im dritten Stock auf das Grundstück. „Nicht noch ein Hochhaus“, sagt sie.

In puncto Höhe des Neubaus ist also alles beim Alten geblieben. Eine wesentliche Änderung gibt es allerdings: War einst von Mietwohnungen die Rede gewesen, werden nun Eigentumswohnungen geschaffen. Es ist das dritte Projekt mit Eigentumswohnungen in der Stadt binnen kurzer Zeit, weitere Bauten entstehen momentan gegenüber dem Edeka-Markt an der Eschborner Straße und an der Ecke Gartenstraße/Hessenring.

„90 Prozent werden dem Mietmarkt zur Verfügung stehen“, schätzt Volker Deifel, Geschäftsführender Gesellschafter von Amadeus, in Bezug auf sein Projekt an der Berliner Straße. Er rechnet damit, dass viele Kapitalanleger die Wohnungen kaufen, aber nicht selbst einziehen wollen. Vorgesehen sind Flächen von rund 55 bis über 100 Quadratmeter. Die günstigste Wohnung soll etwa 220 000 Euro kosten, was einem Quadratmeterpreis von etwa 4000 Euro entspricht.

Deifel realisiert mit seinem Unternehmen für gewöhnlich größere Projekte, zum Beispiel in Frankfurt. Etwa zehn Millionen Euro investiert er nun in Steinbach. „Der Druck aufs Umland wächst“, sagt Deifel.

Genehmigungen sind da

Abriss- und Baugenehmigung liegen ihm bereits vor. Finden sich in Zeiten, in denen aufgrund der Vielzahl an Baumaßnahmen und -projekten Baufirmen äußerst begehrt sind, Auftragnehmer, dann steht dem Abriss des alten Gebäudes von Oktober an nichts im Wege. Für den Neubau rechnet der Geschäftsführer mit einer Bauzeit von gut 14 Monaten.

Von der Straße aus gesehen rechts vom Haus soll die Zufahrt zur 37 Stellplätze bietenden Tiefgarage liegen, links wird der sogenannte Quartiersplatz geschaffen. „Das wird schon cool“, meint Deifel. Mit Quartier ist der Bereich des Infrastrukturprogramms Soziale Stadt rund um die Berliner Straße gemeint. Aber: Sollte in dem Neubau nach früheren Plänen auch das Quartiersbüro der Sozialen Stadt untergebracht werden, so geben sich Deifel und Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP), darauf angesprochen, nun sehr zurückhaltend. Naas verweist auf die Räumlichkeiten in der Wiesenstraße/Ecke Untergasse, die das Quartiersbüro mittlerweile bezogen hat, und Volker Deifel sagt, er könne sich für die kleine Fläche im Erdgeschoss zum Beispiel ein Versicherungsbüro als Mieter vorstellen.

Für die zweite, etwa 120 Quadratmeter große Ladenfläche in dem Gebäude hat Amadeus bereits einen Mieter gefunden. Dort zieht ein Nahversorger ein. Das dürfte die Anwohner der Berliner Straße freuen, die ein Lebensmittelgeschäft seit der Penny-Schließung Ende des Jahres 2012 vermisst hatten.

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