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Dr. Stephan Wetzel bleibt Chef der Hochtaunus-SPD. Katrin Hechler soll nach dem Willen der Genossen weiter Sozialdezernentin im Kreis bleiben.

Politik im Hochtaunus

Das sind die Ergebnisse des SPD-Unterbezirksparteitags in Steinbach

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An der Spitze nichts Neues: Dr. Stephan Wetzel bleibt nach dem Votum des Unterbezirksparteitags am Samstag in Steinbach Chef der Hochtaunus-SPD und Katrin Hechler soll nach dem Willen ihrer Partei das Sozialressort im Kreis weiter als hauptamtliche Beigeordnete führen. Überraschung geht anders . . .

Hochtaunus - Katrin Hechler soll weiterhin Sachwalterin der SPD im hauptamtlichen Kreisausschuss des Hochtaunuskreises bleiben. Der Unterbezirksparteitag nominierte die 49-Jährige am Samstag mit 74 Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen für eine weitere Amtszeit als Kreisbeigeordnete.

Überraschend war das nicht, dennoch wirkte Hechler nach Bekanntgabe des Ergebnisses erleichtert. Dass sie bei der Abstimmung im Kreistag ebenfalls gewählt wird, gilt aufgrund des Koalitionsvertrags zwischen CDU und SPD als sicher.

Einen erwarteten Ausgang nahmen am Samstag im Steinbacher Bürgerhaus, das die SPD als Wahlkampfunterstützung für SPD-Bürgermeisterkandidat Moritz Kletzka als Tagungsort gewählt hatte, auch die Wahlen zum Parteivorstand. Mit einem klaren Votum wurde Dr. Stephan Wetzel mit 77 Ja-Stimmen, acht Nein-Stimmen und drei Enthaltungen als UB-Chef bestätigt.

Hoffen auf „Windstille“

Wetzel hatte zu Beginn des Parteitags eine zufriedene Bilanz über das Parteijahr 2018 gezogen, ein aufregendes und auch spannendes Jahr, sagte Wetzel und erinnerte an die schwierigen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD in Berlin, aber auch an den wenig erfreulichen Ausgang der Hessenwahl: „Wir haben bei der Landtagswahl in einen 15 Prozent tiefen Abgrund geschaut.“ Ständig seien Dinge passiert, die nicht ohne Auswirkungen auf die Parteiarbeit im Land, aber auch im Kreis geblieben sei. Der Gegenwind habe der SPD im Gesicht gestanden, weshalb er sich jetzt eigentlich nur eins wünsche – „Windstille“.

Wetzel rief seine Genossen dazu auf, der AfD weiter entgegenzutreten, im Zweifel müsse man deren „offen radikalen, ausländerfeindlichen Reden nur einmal zuhören“. Wetzel zeigte sich mit der Arbeit seiner Partei im Hochtaunus zufrieden. „Im Bereich Schule haben wir den Bau der Hans-Thoma-Schule in Oberursel sowie die geplanten Investitionen in die IGS Stierstadt und die Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg sichergestellt“, so Wetzel.

Er verwies auch auf den Einfluss der SPD bei Bau und Benennung der neuen Konrad-Lorenz-Schule in Usingen. Die heiße nicht Hans-Dietrich-Genscher- oder Helmut-Kohl-Schule, sondern Helmut-Schmidt-Schule, ohne die SPD in der Koalition undenkbar, so Wetzel. Auch habe sich die SPD als Garant für den Gesundheitsstandort Hochtaunus mit drei Kliniken in Usingen, Bad Homburg und Königstein erwiesen, allen schwierigen Rahmenbedingungen für die Notfallversorgung zum Trotz. Wer diesen Standard erhalten und auch bezahlbaren Wohnraum sichergestellt sehen möchte, müsse nur SPD wählen. Hechlers positive Bilanz

Auch Katrin Hechler zog eine positive Bilanz ihrer Arbeit in der Kreisspitze. Sie warb dafür, ihr den Auftrag zum Weitermachen zu geben. Die Integration der Flüchtlinge und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, der maximal ein Drittel eines Haushaltseinkommens kosten dürfe, sowie die Schaffung der Basis für einen sozialen Arbeitsmarkt bestimmten ihr Handeln. Die Flüchtlingskrise sei zwar eine große Herausforderung gewesen, die auch jetzt, weitestgehend überstanden, eine Herausforderung für eine soziale Politik sei. Hechler verwies darauf, dass es im „teuren Hochtaunuskreis auch ohne die Flüchtlinge Mangel an bezahlbaren Wohnungen geben würde“.

Wie zuvor schon Wetzel, rief auch Hechler die Genossen dazu auf, der AfD die Stirn zu bieten. Der gehe es, betonte sie, nicht um die Menschen, sondern nur darum, die Gesellschaft durch das Schüren diffuser Ängste zu spalten.

Kontinuität wird groß geschrieben

Der Vorstand des SPD-Unterbezirks Hochtaunus wurde beim Parteitag am Samstag im Steinbacher Bürgerhaus weitestgehend im Amt bestätigt. Die Zeichen bei den Genossen stehen also auf Kontinuität, weshalb es denn auch keinerlei Kampfkandidaturen und bei den Einzelwahlen tatsächlich nur wenige Gegenstimmen oder Enthaltungen gab.

Vorsitzender bleibt danach Dr. Stephan Wetzel (Weilrod), der im Bedarfsfall von Katrin Hechler (Neu-Anspach) und Waldemar Schütze (Bad Homburg), der zugleich auch Ombudsmann im Hochtaunuskreis ist, vertreten wird.

An der Kasse sitzt weiterhin Marco Abbé (Glashütten), als Schriftführerin macht Birgit Hahn (Usingen) weiter, sie wird von Bernhard Schneider (Kronberg) vertreten. Als Medienreferentin hatte sich Rebecca Schmidt (Neu-Anspach) beworben, was auch den Vorstellungen der Versammlung entsprach.

Die zehn Beisitzer im Unterbezirksvorstand der Hochtaunus-SPD sind die Folgenden: Uli Bormann aus Oberursel, Matthias Bergmeier aus Bad Homburg, Andrea Pfäfflin aus Wehrheim, Dr. Ilja-Kristin Seewald aus Königstein, David Wade aus Grävenwiesbach, Astrid Schatta aus Bad Homburg, Kevin Kulp aus Neu-Anspach, Moritz Kletzka aus Steinbach, Judith Heck aus Wehrheim und Sebastian Imhof aus Oberursel.

( as)

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