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Beliebtes Fotomotiv auf der Route: Die schiefen Bäume bei Steinbach vor der Frankfurter Skyline.

Naherholungsbereich

Wie die Stadt vom Regionalpark profitiert

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Gerade einmal knapp zwei Kilometer misst der Anteil Steinbachs an der 190 Kilometer langen Regionalpark-Rundroute, doch die Beteiligung der Stadt an dem Projekt hat zu einer deutlichen Aufwertung des Naherholungsbereichs um die Steinbachaue geführt. Und sie beschert der Gastronomie den einen oder anderen radtourenden Gast.

Das wunderbare Sommerwetter lässt wieder viele Menschen in der Region aufs Fahrrad steigen. Da bietet sich der eine oder andere Abschnitt der 190 Kilometer langen Regionalpark-Rundroute an, die quer durch das Rhein-Main-Gebiet führt. Vor acht Jahren hat sich die Stadt Steinbach dem Regionalpark angeschlossen, beteiligt sich jährlich mit 10 000 Euro an dem Projekt und hat schon ganz erheblich davon profitiert, wie Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) sagt.

Und was bietet die Stadt ihren radelnden oder wandernden Gäste? Naas: „Ein dichtes Netz an schönen Aussichtspunkten und besonderen Attraktionen, angefangen mit den schiefen Bäumen. Die stehen zwar noch auf Eschborner Gebiet, werden aber der Stadt Steinbach zugerechnet. Schließlich kam die Idee aus Steinbach. Die Bäume mit der Frankfurter Skyline im Hintergrund sind bei Fotografen ein beliebtes Motiv.“ Nächste Station sei das Steinbachtal, wo, vom Regionalpark finanziert, eine Holzbrücke gebaut worden sei. Hier auf den Sitzgruppen werde gerne eine Pause eingelegt, weiß der Rathauschef.

Ein Stück weiter an der Apfelweinbrücke findet sich das Lapidarium, das auf die wechselhafte territoriale Geschichte Hessens hinweist. So war Steinbach als Teil des Großherzogtums Hessen eine Enklave im preußischen Vordertaunus, denn der Ort gehörte verwaltungsmäßig zum Kreis Offenbach. Erst 1947 wurde Steinbach in den Obertaunuskreis eingegliedert, erfährt man hier. Zeichen der früheren Exklave sind die alten Grenzsteine, von denen sich noch 39 Steine am ursprünglichen Ort befinden. Einige von ihnen wurden 2010 an der Grenze zu Eschborn zusammengestellt. „Hier wird anschaulich die Steinbacher Geschichte dargestellt“, findet Naas. Von dieser Stelle aus führt der Radweg die Wingert hoch, und dann verlassen die Radler die Steinbacher Gemarkung nach knapp zwei Kilometern Rundweg Richtung Weißkirchen.

Ob die Gastronomie in Steinbach von radelnden Gästen profitiert? „Nur in geringen Maße“, glaubt der Bürgermeister. Naas: „Es wäre ja denkbar, dass in den Vereinsheimen der Kleingärtner oder der Geflügelzüchter samstags oder sonntags zum Frühschoppen eingeladen wird, das könnte man sich ja mal überlegen.“

Im Gasthaus „Zum Schwanen“ in der Eschborner Straße allerdings finden sich vor allem an den Wochenenden radelnde Gäste ein, wie Pächter Christian Ries sagt. „Vor allem ältere Herren stellen gerne ihr Rad bei uns ab, um sich zu stärken.“ Auch in der Metzgerei Birkert in der Bahnstraße trudeln oft Radler ein. „Die essen gleich hier zu Mittag, sagt Karl-Heinz Birkert.

Wovon vor allem die Steinbacher selbst durch die Rundroute profitierten, sei die perfekte Radverbindung von Steinbach zum Arbeitsplatz in den Frankfurter Vorstädten, die von vielen genutzt werde, sagt Naas. „In gut 30 Minuten beispielsweise ist man an der Frankfurter Hauptwache. Das sind etwa zehn Kilometer. Zurück dauert es natürlich etwas länger.“

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