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In den Containern ist bis Anfang 2020 die Kita St. Bonifatius untergebracht.

Im Frühjahr 2020

Steinbach übernimmt Container von Kirche für die künftige städtische Kita

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Verwaltung und Politik sprechen zurzeit über den Bau einer dritten städtischen Kita. Allein: Eine solche kann nur betrieben werden, wenn sich Personal findet – und das ist gar nicht so einfach.

Steinbachs künftige städtische Kindertagesstätte wird zunächst ein Container-Bau sein. Wie sich bereits angedeutet hatte, wird die Stadt im Frühjahr 2020 jene Container übernehmen, die die katholische Kirche zurzeit nutzt, während ihre Kita St. Bonifatius neu gebaut wird.

Pfarrer Andreas Unfried und Dr. Winfried Becker vom Verwaltungsrat der Pfarrei St. Ursula Oberursel und Steinbach, zu der St. Bonifatius gehört, haben ihr Okay gegeben, mit der Stadt einen Vertrag zu schließen. Das hat Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP) mitgeteilt. Im Sozialausschuss sprach Knobloch von einer „sehr guten Lösung“.

Einstimmiges Okay

Der Ausschuss hatte jetzt über den Bericht zur Kinderbetreuung samt Bedarfsplan 2018/19 zu beraten, der zurzeit die kommunalpolitischen Gremien beschäftigt. Der Ausschuss gab einstimmig sein Okay zu dem Papier.

Aus diesem geht, kurz gefasst, hervor, dass drei Gruppen für Kinder unter drei Jahren sowie eine Gruppe für Mädchen und Jungen über drei Jahren fehlen. Dazu hat beigetragen, dass sich der Neubau der katholischen Kita – in dem außer für die bestehenden vier Ü 3-Gruppen Platz für zwei neu einzurichtende U 3-Gruppen sein wird – wie berichtet verzögert hat.

Doch vor kurzem ist dieses von der Stadt und der Kirche finanzierte Bauprojekt gestartet. Im März 2020 soll der Neubau fertig sein. Die Container, die vier Gruppen Platz bieten, sollen an der Obergasse neben der katholischen Kita stehen bleiben, sagte Knobloch. So werden die Kosten für Abbau und Neuaufbau, samt Versorgungsleitungen und Fundament, gespart. Nach Schätzung „eine hohe fünfstellige Summe“, die zwischen Stadt und Kirche aufgeteilt würde.

Die geplante zusätzliche städtische Kita kann also 2020 in den gemieteten Containern an den Start gehen. Knobloch bestätigte, dass es sich dort organisatorisch nicht um eine Dependance einer bestehenden Kita handeln soll, sondern um die neue Einrichtung – mit eigener Leitung. Nach den Kitas „Am Weiher“ und „Wiesenstrolche“ wird sie die dritte städtische Kita sein.

Welche Förderung gibt’s?

Dass eine solche einen festen Bau erhalten soll, geht auch aus dem genannten Bedarfsplan hervor. Anfang 2019 soll Näheres feststehen: Wie sieht die Verkehrsplanung aus? Welche Fördermittel gibt es? Und: Welcher Standort soll es werden? Im Gespräch sind Flächen am Wald nahe der Phorms-Schule sowie in der Nähe der bestehenden Kitas.

Allein: Selbst wenn ein Neubau finanziell gestemmt wird, kann die Kita nur in Betrieb gehen, wenn sich genügend Personal findet. Doch schon jetzt sind Erzieherstellen in der Stadt vakant. Das Problem: Fast alle Städte und Gemeinden suchen Erzieherinnen, und umliegende Kommunen zahlen höhere Tarife als Steinbach.

„Was würde es ausmachen, um ein bis zwei Tarifgruppen zu erhöhen?“, wollte Gabriele Eilers (CDU) im Ausschuss wissen. Laut Haupt- und Sozialamtsleiter Steffen Bonk würde ein höhere Eingruppierung der Erzieherinnen jährlich 90 000 bis 105 000 Euro ausmachen. Seitens der Stadt sei eine Höherstufung aber nicht geplant, sagte Erster Stadtrat Knobloch zur TZ.

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