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Erster Stadtrat Lars Knobloch (rechts) verabschiedete Dr. Stefan Naas nicht nur mit einer Rede, sondern auch mit einer herzlichen Umarmung.

Verabschiedung

Dr. Stefan Naas (FDP) wird offiziell als Bürgermeister verabschiedet und blickt zurück

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Durch seine Wahl in den Landtag ist Dr. Stefan Naas Ende 2018 nach neun Jahren als Steinbacher Bürgermeister aus diesem Amt ausgeschieden. Am Montag wurde der frühere Rathauschef im Bürgerhaus offiziell verabschiedet - mit Reden, Gesang und Geschenken. Wobei auch diese Zeitung eine Rolle spielt.

Er hat an dieser Stelle im Stadtparlament unter vollem Einsatz von Emotionen engagierte Reden gehalten, und er hat den nach einem Brand wiederaufgebauten Saal miteröffnet: Am Montagabend wurde Dr. Stefan Naas (FDP) in ebenjenem Bürgerhaus offiziell als Steinbacher Bürgermeister verabschiedet. Neun Jahre hatte der Liberale die Geschicke im Rathaus geleitet, ehe er im Herbst 2018 in den Landtag gewählt wurde.

Dieses Bürgerhaus sei „die Herzkammer der Demokratie in Steinbach“, sagte Naas in seiner Abschiedsrede vor etwa 170 Gästen, darunter engagierte Bürger, politische Wegbegleiter aus dem Taunus und der Region sowie der Gesangverein Frohsinn, der die Feier musikalisch begleitete – unter anderem mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“, das Naas gern hört.

„Das war eine wunderbare Zeit“, bekannte Naas rückblickend. Eine Zeit, in der er für ziemlich vieles zuständig gewesen sei – vom Versteigern von Fundsachen über das Anstechen von Fässern bis zum Bekämpfen von Bordellen, wie er erzählte.

Trotz des Weggangs: „Steinbach bleibt meine Heimatstadt“, sagte der 45-Jährige, und dieser wünsche er, dass der soziale Zusammenhalt erhalten bleibe. Seinen Dank richtete er an die Parteien sowie die Ersten Stadträte, mit denen er zusammengearbeitet hat: Martha Dickel (CDU), Claudia Wittek und Lars Knobloch (beide FDP).

Förderprogramme geholt

Was in Naas’ Amtszeit umgesetzt wurde, geschah freilich auch dank der Mitarbeiter in der Verwaltung. Dass sich Steinbach weiterentwickelt habe, zum Beispiel durch den Schutzschirm zur Entschuldung und das Förderprogramm „Soziale Stadt“, hoben mehrere Redner hervor. Naas habe Steinbach von der Regionalliga in die Bundesliga geholt, sagte CDU-Fraktionschef Holger Heil. Die Umsetzung der Programme sei gut gelungen, lobte Landrat Ulrich Krebs (CDU). Naas sei „überaus qualifiziert“ und habe „gut und schlau verhandelt“.

„Das Bauliche und das Soziale sind von unglaublicher Bedeutung und werden eine Wirkung weit über deine Amtszeit hinaus haben“, sagte Erster Stadtrat Knobloch zu seinem (Partei-)Freund. In Bezug auf die Förderprogramme stellte Knobloch fest, Naas habe einen Riecher, um den ihn „jedes Trüffelschwein beneiden würde“: den für den richtigen Fördertopf.

Was Knobloch Naas ebenfalls bescheinigte: „ein durchaus als sehr gesund zu bezeichnendes Selbstbewusstsein und große Durchsetzungskraft“. SPD-Fraktionsvize Moritz Kletzka hatte gar gehört, Naas’ Art, Probleme anzugehen, habe ihm den Beinamen „Sonnenkönig“ eingebracht, und Stadtverordnetenvorsteher Manfred Gönsch (SPD) hatte für den ausgeschiedenen Rathauschef einen Wahlspruch der Kennedys herausgesucht: „Immer der Erste sein, denn schon der zweite Platz bedeutet Niederlage.“ Naas werde nun andernorts Furore machen, meint Gönsch, wobei erst mal ein von ihm „lange nicht mehr erlebtes Anstehen und Platznehmen nicht in der ersten Reihe angesagt“ seien.

FDP-Fraktionschefin Astrid Gemke zeichnete das Bild eines unermüdlichen Arbeiters. Sie erinnerte sich an eine Begegnung sonntags an einer Tankstelle, wo Naas viele Red-Bull-Dosen kaufte und sagte, er habe keine Zeit zum Schlafen, er müsse arbeiten. „Das beschreibt dein Tempo“, sagte Gemke.

Viel gestritten

Im Namen der Grünen sprach Kämmerin Hadmut Lindenblatt: „Ich habe in den letzten Jahren mit niemandem so viel gestritten wie mit dir“, sagte sie zu Naas, der als diskussionsfreudig gilt.

Für die Vereine dankte außer Frohsinn-Vorsitzender Gudrun Wagner („Sie hatten immer ein offenes Ohr für uns“) auch Vereinsring-Chef Kai Hilbig dem Ex-Bürgermeister, der die Vereine immer ernst genommen habe. „Danke, dass es Dich gibt“, schloss Hilbig.

Klar, dass Naas mit einigen Geschenken heimging. Dazu gehörten ein Spielzeug-Bagger von der CDU – in Anlehnung an Naas’ Bagger- statt Spatenstich im neuen Gewerbegebiet –, ein Hessen-Bildband von Karl-Christian Schelzke, dem Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebunds, und zum Buch gebundene Steinbach-Seiten aus der TZ. Ein Präsent der Verwaltung – denn Naas hatte im Rathaus stets Wert darauf gelegt, dass die Steinbach-Berichterstattung aus dieser Zeitung gesammelt wird.

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