Bürgermeisterwahlen in Steinbach

Stefan Naas holt 87,1 Prozent

  • Stefanie Heil
    vonStefanie Heil
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Dass der Liberale Dr. Stefan Naas in die zweite Amtszeit geht, war von vornherein klar. Gestern Abend konnte sich der 41-Jährige über ein gutes Ergebnis bei der Direktwahl des Bürgermeisters freuen – und prominenten Besuch empfangen.

Es war genau 18.20 Uhr, als Wahlleiter Jörg Schwengler telefonisch das erste Ergebnis übermittelt bekam: Im Wahlbezirk eins hatten 300 Bürger für Dr. Stefan Naas (FDP) gestimmt, 50 gegen ihn. Machte eine Zustimmung von 85,7 Prozent. Um 18.44 Uhr stand dann das vorläufige Endergebnis fest: 2395 Stimmen, 87,1 Prozent, für Stefan Naas. Mit Nein hatten 354 Steinbacher votiert, 55 hatten den Wahlzettel ungültig gemacht. Nach seinem Sieg kann der 41 Jahre alte Bankkaufmann und Jurist in seine zweite Amtszeit als Rathauschef gehen. Diese beginnt am 25. November.

Kaum, dass die Zahlen bekannt waren, gab’s Applaus vom Publikum – hauptsächlich Weggefährten und Kollegen aus Politik und Verwaltung waren ins Sitzungszimmer des Rathauses gekommen, um das Ergebnis zu erfahren und Naas zu gratulieren. Erste Gratulantin war Naas’ Stellvertreterin und Parteikollegin, Erste Stadträtin Claudia Wittek, die den Wahlsieger herzte und küsste.

Dass Naas wiedergewählt werden würde, war ohnehin klar gewesen: Wie berichtet, war der Amtsinhaber der einzige Kandidat bei der Bürgermeisterwahl gewesen, zu der 7411 Steinbacher aufgerufen waren. Allerdings machten nur 2804 von ihrem Wahlrecht Gebrauch: Die Wahlbeteiligung lag bei 37,8 Prozent. Viele hatten allerdings eine noch geringere Teilnahme befürchtet.

Dem Wahlsieger stand die Freude und Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Er gab zu, am gestrigen Sonntag – wie bei jeder Wahl – aufgeregt gewesen zu sein. Im TZ-Interview hatte er tief gestapelt und gesagt, er peile lediglich ein besseres Ergebnis an als vor sechs Jahren, als er in der Stichwahl gegen den damaligen CDU-Kandidaten Michael Dill (heute AfD) mit 62,7 Prozent gewonnen hatte. Als „sehr gut“ bezeichnete er nun das gestrige Ergebnis von 87,1 Prozent. Im Vergleich mit vorangegangenen Ein-Mann-Wahlen im Hochtaunuskreis ist es die zweithöchste Zustimmung: Nur Matthias Drexelius (CDU) war im Jahr 2004 in Usingen besser gewesen. Drexelius hatte damals 92,9 Prozent geholt. Allerdings war die Wahlbeteiligung auch nur bei jener Wahl niedriger gewesen: 37,5 Prozent.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagte Naas nun gestern Abend zur TZ. Für ihn sei dieses Ergebnis von Bedeutung, denn die Wahl sei eine Abstimmung über seine Leistung in den vergangenen sechs Jahren gewesen. „Das Ergebnis ist eine Anerkennung für meine bisherige Arbeit“, sagte er selbstbewusst. Ein einzelnes Thema wollte er nicht herausgreifen. „Ich glaube, dass es die Mischung war“, sagte Naas und sprach von einer Zustimmung „auf breiter Linie“. Allerdings gab er auch zu, dass ihn jede einzelne Nein-Stimme traurig mache und er sich frage, warum er diese Wähler nicht überzeugen konnte. In der Überzahl waren aber die Zufriedenen. Er habe immer wieder positive Rückmeldungen bekommen, auch noch gestern am Wahllokal.

Eine, die definitiv zufrieden mit dem Ergebnis ist, ist die Generalsekretärin der Bundes-FDP, Nicola Beer. Die Frankfurterin war prominentester Gast im Rathaus. „Das Ergebnis ist ein Hinweis darauf, dass er die Menschen angesprochen und gute Arbeit geleistet hat“, sagte Beer. Sie sah zudem einen Beweis dafür, dass die FDP mit einer guten Politik erfolgreich sein könne. 115 FDP-Bürgermeister listet die Homepage der Bundes-FDP für ganz Deutschland auf. Laut Beer sind es nach jüngsten Wahlen noch ein paar mehr.

Zurück zum Steinbacher Wahlsieger: Dessen Blick in die Zukunft war gestern lediglich allgemeiner Natur. „Ich freue mich schon auf die nächsten sechs Jahre“, sagte Naas. Ob erst mal Urlaub anstehe? „Ja, aber erst nach der Sitzung der Stadtverordneten.“ Diese ist für Montag, 8. Juni, geplant.

Gestern Abend wurde aber nicht mehr gearbeitet, sondern gefeiert. Das Wahlergebnis war gerade mal eine halbe Stunde alt, da erklang schon wieder großer Applaus – bei der Wahlparty, zu der Naas ins Feuerwehrhaus eingeladen hatte.

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