Mädchen-Action am Kicker: Die Gruppe "Just Girls" hat längst richtige Stammgäste.
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Mädchen-Action am Kicker: Die Gruppe "Just Girls" hat längst richtige Stammgäste.

Gruppendynamik

Steinbach: Im Treff der gut gelaunten Mädchen

  • VonFlorian Neuroth
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Die Gruppe "Just Girls" hat endlich einen eigenen Raum im Keller der evangelischen Kita. Hier können die Mädels unter sich sein, Jungs müssen draußen bleiben.

Steinbach -Vergnügtes Gelächter dringt am Mittwochnachmittag aus dem Kellergewölbe der Evangelischen Kindertagesstätte in der Untergasse. Der Tischkicker scheint den acht jungen Damen, die sich ums kleine Fußballfeld gruppiert haben, jedenfalls gehörig Laune zu machen. Enthusiastisch kurbeln sie an den Stangen und knallen das weiße Fußballkügelchen von links nach rechts.

Für Quartiersmanagerin Bärbel Andresen und die beiden Honorarkräfte Buket Celik und Hannah Juditzky ein bekannter Anblick, so könnte man meinen. Schließlich haben sich hier, im Jugendraum der evangelischen St. Georggemeinde, an diesem Nachmittag die Mitglieder der Mädchengruppe "Just Girls" - einem Angebot der Sozialen Stadt für Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren - versammelt und das bedeutet normalerweise vor allem eins: viel Spaß und gute Laune. In gewisser Weise ist die Szenerie dann aber doch eine ungewohnte. Denn obwohl die Soziale Stadt bereits seit 2017 zweimal im Monat zum Mädelsnachmittag einlädt, treffen sich die Jugendlichen im evangelischen Jugendraum erst zum dritten Mal.

Möglich machte dies eine Vereinbarung zwischen evangelischer Gemeinde, Stadt und Sozialer Stadt, die sich darauf einigten, dass künftig sowohl der Jugendtreff der Sozialen Stadt als auch die Mädchengruppe den Jugendraum der Gemeinde nutzen dürfen. "Ein echter Glücksfall", sagt Andresen. Das Stadtteilbüro, jahrelang der Treffpunkt für die "Just-Girls"-Mädels, konnten diese seit Pandemiebeginn nämlich nicht mehr nutzen.

"Das Stadtteilbüro ist ja nicht gerade groß, so dass dort derzeit nur sechs Personen gleichzeitig erlaubt sind", erklärt Andresen. Im Sommer kein Problem, da die Mädchengruppe dann ohnehin draußen unterwegs ist. Für den Winter habe dann aber eine andere Lösung gefunden werden müssen.

Mit ebenjener sind die beiden Betreuerinnen der Gruppe denn auch hochzufrieden. "Wir finden das super. Der Raum ist groß und schön bunt. Wir hatten ja vorher nie so richtig einen eigenen Ort, an dem die Mädchen sich austoben und laut sein können", befindet Juditzky.

Geschützt unter

sich sein können

Die 29-Jährige gehört schon seit mehreren Jahren zum "Just Girls"-Team, wo der Name übrigens Programm ist und Jungs außen vor sind. "In dem Alter ist es wichtig, auch mal unter sich zu sein. Wir wollen den Mädchen einen sicheren Raum bieten, um sich untereinander auszutauschen", erklärt sie. "Wir organisieren verschiedene Aktionen, basteln etwa gemeinsam, hören Musik, veranstalten Gruppenspiele, tanzen oder erzählen uns an Halloween Gruselgeschichten.

Es geht darum, worauf die Mädchen so Lust haben", ergänzt Kollegin Celik, die die Jugendlichen in Pandemiezeiten bisweilen auch mal vom heimischen Bildschirm aus begrüßte. "Ab April haben wir uns erst einmal nur online getroffen. Die Mädchen haben gegeneinander am Computer gespielt und erzählt, wie es ihnen so zu Hause ergeht", berichtet die 24-Jährige.

Das sei zwar auch schön gewesen, aber "wir haben uns dann natürlich schon gefreut, als es wieder richtig weiter ging", sagt Dafina. Die Elfjährige ist Stammgast beim Mädchentreff und schon seit mehr als einem Jahr dabei. "Ich konnte es kaum erwarten, mit zehn Jahren endlich mitmachen zu dürfen", erinnert sie sich noch gut. Gut gefällt ihr auch der neue Raum. "Zum Glück müssen wir bei den Temperaturen nicht draußen spielen", findet die Jugendliche. "Ich find's hier cool. Alles sehr schick", meint auch Rojin (12). "Ist doch super, dass wir jetzt einen festen Raum für den Winter gefunden haben", sagt Mryam, die seit dem Sommer regelmäßig beim Mädchentreff vorbeischaut. "Das macht einfach Spaß hier. Vor kurzem haben wir beispielsweise ein Experiment gemacht und aus Kleber, Natron und Glitzer Slime, das ist eine Art elastische Klebe-Masse, erzeugt. Ansonsten basteln wir auch viel", berichtet die 13-Jährige. Gemeinsam mit ihren Freundinnen sitzt sie auch heute auf der Couch und klebt Figürchen, Sterne und lakritzfarbene Steine auf kleine Pappschilder. Nor beschriftet den grauen Untergrund ihres Schildes mit einer eindeutigen Botschaft. "Just Girls - Willkommen", ist alsbald zu le-sen. Betreuerin Juditzky gefällt das gut. "Solche Schilder hatten wir schon beim Stadtteilfest dabei. Die Leute sollen schließlich wissen, wer hier Lärm macht", sagt sie lachend. Florian Neuroth

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