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Steinbach: Integration inklusiver denken

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Von: Gabriele Calvo Henning

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Vielfältige Stadtgesellschaft: Die Modenschau der Nachhaltigkeit im vergangenen Juli.
Vielfältige Stadtgesellschaft: Die Modenschau der Nachhaltigkeit im vergangenen Juli. © Bärbel Andresen

Bürgermeister Bonk (CDU) berichtet über Integrationsmaßnahmen und plädiert für eine neue Wahrnehmung im gesellschaftlichen Miteinander. Die Sozialausschussvorsitzende Horn (FDP) sieht das ähnlich und mahnt zugleich eine bessere Kommunikation an.

Steinbach -Wenn am 29. März der neue Gesamtbeirat mit seinen Sprecherinnen und Sprechen aus den sechs Interessengemeinschaften (IGs) zusammenkommt, kann das durchaus unter dem Aspekt der Integration verstanden werden. Allerdings weiter gefasst als der Begriff es vermuten lässt. Konkret geht es um die Idee der Inklusion, mit dem Ziel möglichst viele Menschen mitzunehmen, unabhängig von ihrem persönlichen Hintergrund. Das machte Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) auf der Sitzung des Sozialausschusses in der vergangenen Woche deutlich. Dort gab er auf Antrag der Koalitionsfraktionen von FDP und SPD einen Überblick zu Integrationsmaßnahmen in Steinbach.

Als Dachorganisation für die IGs Jugend, Familien, Senioren, Barrieren, Nachhaltigkeit und Kulturelle Vielfalt soll nicht nur der künftige Gesamtbeirat vom Grundsatz weit gefasst sein. "Alle Angebote, die in Steinbach gemacht werden, sind als inklusiv und divers gedacht", so Bonk. Heißt: Beteiligungsmöglichkeiten und Angebote im gesellschaftlichen wie sozialen Bereich wenden sich zunächst an alle in Steinbach ohne bestimmte Gruppen im Vorhinein auszuschließen.

Institutionell zeige sich dies in der Kooperation mit dem Caritasverband Hochtaunus. Hier halte man mit Integrations- und Sprachkursen einerseits Beratungsangebot gezielt für Menschen mit Migrationshintergrund vor. Die Ehe- und Familienberatung zählt für Bonk dazu, wobei er klar stellte, dass dieses Angebot eben nicht nur für zugewanderte Personen da sei, auch wenn viele von ihnen es wahrnehmen würden. Ähnliches gelte für die offene Sozialsprechstunde und die weitere Sozialberatung, die sich ebenfalls an alle Menschen mit Bedarf wendeten.

Miteinander braucht viele Bausteine

Unterstützt von der Zusammenarbeit mit Institutionen auf Kreisebene und vor Ort, mit den Kirchen, Vereinen und den Schulen, komme der "Sozialen Stadt" eine besondere Rolle zu, so Bonk weiter. "Mit ihren Arbeitsgemeinschaften und Gruppen ist sie unser großes Pfund." Zusammen mit dem von Bärbel Andresen geleiteten Stadtteilbüro und dem künftige Gesamtbeirat "erreichen wir Menschen, die wir über traditionelle Vereinsstrukturen nicht so einfach ansprechen können." Gleichwohl gebe es im Sport zusätzliche Angebote, hierher Geflüchteten gezielt den Zugang zu Vereinen zu erleichtern.

Als einen wichtigen Baustein für mehr Miteinander bewertet Bonk die Integrationskommission, die erst kürzlich gegründet wurde und für die sich Interessierte mit ausländischem Pass noch bis Ende März schriftlich beim Magistrat bewerben können.

Zugleich betonte der Bürgermeister in seinem Bericht die Wichtigkeit privater Aktivitäten, wie es sie mit dem Frauennetzwerk oder auch dem Netzwerk für Integration gebe. Solches unterstütze die Stadt gerne, beispielsweise mit Räumlichkeiten für Treffen. Voraussetzung aber sei, dass es sich um inklusive oder offene Angebote handelt, mit dem Ziel, Austausch und Kennenlernen fördern, so Bonk.

Diese Haltung fand Zustimmung im Sozialausschuss, deren Vorsitzende Simone Horn (FDP) sich zuvor deutlich für die Inklusionsidee positioniert hatte. Nachbesserungsbedarf sah sie allerdings bei der Kommunikation. Hier könnte bei Veröffentlichungen oder auf der Homepage der Stadt der Zugang zu Informationen erleichtert werden beispielsweise durch Mehrsprachigkeit. Das sei bei 120 Nationalitäten nur punktuell zu leisten, erwiderte Bonk, sagte aber zu, Online-Informationen zu Beratungsangeboten und weiteren Aktivitäten besser auffindbar machen zu wollen.

Abschließend fasst Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP) zusammen: "Wir haben in Steinbach keine Schlösser und Burgen, aber viele Menschen, die sich füreinander einsetzen." In diesem Sinne gelte es, das Verbindende zu fördern und nicht zu sehr die Unterschiede zu betonen.

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