Nickolas Praulins, Leiter der Grundschule am Standort Campus Frankfurt City, Astrid Simon, Leiterin der Grundschule am Standort Taunus Campus, die hessische Kultusministerin a. D. Dorothea Henzler und der Vorsitzende der Aktion "Hessen hilft", Tobias Greilich (von links), sind vom Engagement der Kinder begeistert.
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Nickolas Praulins, Leiter der Grundschule am Standort Campus Frankfurt City, Astrid Simon, Leiterin der Grundschule am Standort Taunus Campus, die hessische Kultusministerin a. D. Dorothea Henzler und der Vorsitzende der Aktion "Hessen hilft", Tobias Greilich (von links), sind vom Engagement der Kinder begeistert.

Gute Tat

Steinbach: Phorms-Schüler erlaufen 41 500 Euro für Fluthilfe

  • VonFlorian Neuroth
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Das Geld haben die Kinder jetzt der Aktion "Hessen hilft" übergeben. Besonders den betroffenen Schulen in den Flutgebieten soll damit geholfen werden.

Steinbach -Als Mitte Juni im Westen Deutschlands schwere Unwetter mehr als 180 Menschenleben forderten und Milliardenschäden verursachten, war die Bestürzung groß. Bundesweit nahmen Menschen Anteil am Schicksal der Opfer und wollten helfen. Zahlreiche Freiwillige unterstützten Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsdienste und Technisches Hilfswerk (THW) vor Ort und neben staatlichen Soforthilfen erreichten die Menschen in den betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Spenden aus ganz Deutschland.

Gesammelt wurde auch in Steinbach. Dort haben sich die Schülerinnen und Schüler der Phorms Schule Frankfurt mächtig ins Zeug gelegt und dank schneller Beine und spendierfreudiger Eltern und Sponsoren rund 41 500 Euro für die Wiederaufbauarbeit nach der Flutkatastrophe zusammengetragen. "Eine stattliche Summe. Vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben", so Schulleiterin Gabriele Schorn bei der Spendenübergabe am Dienstag. Entgegengenommen wurde sie von Tobias Greilich, dem Vorsitzenden der Aktion "Hessen hilft". Die 1991 als Initiative von Schülern und Jugendlichen gegründete Gemeinschaftsaktion hessischer Schulen, die weltweit Hilfsprojekte fördert, hatte an hessischen Schulen zum Sponsorenlauf aufgerufen.

15 Schulen machten bislang mit - darunter auch die Phorms. "Ich bin begeisterte Ausdauersportlerin und wollte mit den Schülern schon immer einen Sponsorenlauf machen. Als die Anfrage kam, ob wir uns beteiligen wollen, war für mich klar, dass wir dabei sind", erklärte die Leiterin der Phorms-Grundschule am Standort Taunus Campus, Astrid Simon. Die Katastrophe sei für alle greifbar gewesen, auch die Kinder hätten natürlich mitbekommen, was in den Überflutungsgebieten geschehen sei.

Besonders beeindruckt zeigte sich die Pädagogin von der Laufleistung und Einsatzfreude ihrer Schützlinge, die eine Runde nach der anderen auf dem angrenzenden Sportgelände abgespult hatten. Pro Durchlauf gab es einen vorher festgelegten Betrag von den Eltern. "Alle waren sehr mo-tiviert und sind die Stunde praktisch durchgelaufen", berichtete sie. Manche, etwa Drittklässler William, wurden nach annä-hernd zehn Kilometern gestoppt, deutete Simon auf eines der zehn anwesenden Kinder. "Stimmt. Wir durften dann nicht mehr", bestätigte Konstantin. Der Zweitklässler war ebenso wie die anderen rund 600 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler - mitgemacht haben alle Jahrgänge von der Vorschule bis zur vierten Klasse der Phorms Frankfurt und Steinbach - nicht nur eifrig am Rundendrehen, sondern sammelte auch im Nachgang noch Sponsorengelder.

Drittklässlerin Helena bekam so etwa 600 Euro zusammen. "Bei uns hat die gesamte Nachbarschaft gemeinsam gegrillt. Da bin ich alle einfach mal abgelaufen", erzählte die Neunjährige. Andere fragten bei Verwandten nach. Oma, Opa, Tante, Cousin oder Patenonkel halfen mit. "Großartig, mit welcher Leidenschaft ihr vorgegangen seid", lobte der Frankfurter Grundschulleiter Nickolas Praulins und wollte von den Kindern wissen, wie sie sich nun so fühlen. "Stolz", sagte William. Und "froh, dass wir für die Überfluteten, die so viel verloren haben, ein bisschen Geld sammeln konnten", ergänzte Helena.

Aktions-Chef Greilich und Kultusministerin a. D. Dorothea Henzler, die als Schirmherrin der Aktion da war, wurden jedenfalls nicht müde, die "außergewöhnliche Leistung" der Phorms-Schüler hervorzuheben. "Die größte Summe, die jemals bei einem unserer Sponsorenläufe zusammengekommen ist, waren 10 500 Euro. Ihr habt fast viermal so viel erlaufen", sagte Greilich.

Und er erklärte, was mit dem Geld nun passiert: "Wir werden damit insbesondere Schulen in den betroffenen Gebieten helfen, aber auch Hilfsorganisationen unterstützen und im Einzelfall helfen", sagte er. Die Überschwemmungen seien mit keinem der vergangenen Hochwasser in Deutschland vergleichbar. "Normalerweise steigt der Pegel über mehrere Tage. Das war diesmal ganz anders. Wie bei einer Explosion wurden Brücken, Straßen und Häuser vom Wasser gesprengt."

Bislang konnte die Aktion laut Greilich mehr als 93 000 Euro vor Ort bringen. Das sei zwar weniger als noch beim Elbhochwasser 2013, aber angesichts der Corona-Situation verständlich, sagte er. "Natürlich ist es momentan für die Schulen schwierig. Daher müssten wir denen, die mitgemacht haben, eigentlich doppelt danken", meinte Greilich und hoffte, dass sich im neuen Jahr noch einige weitere Schulen beteiligen werden. Florian Neuroth

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