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Alexander (12) aus dem Taunus gehört zu den besten Pokémon-Spielern der Welt

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Von: Katja Schuricht

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Der zwölfjährige Alexander Vega Krol aus Steinbach zählt zu den 16 besten Pokémon-Spielern der Welt. Er spielt täglich bis zu zwei Stunden.

Steinbach - Nichts lässt ihn aus der Ruhe bringen, so scheint es. Mit diesem „Pokerface“ und vor allem mit seiner Gabe, sich in seine Gegner hineinzuversetzen und dessen Spielzüge vorherzusehen, hat es der zwölfjährige Steinbacher Alexander Vega Krol zu einem beachtlichen Erfolg gebracht: Er gehört in seiner Altersklasse zu den 16 besten Pokémon Spielern der Welt.

Diesen Erfolg konnte er jetzt am Austragungsort London feiern. Alexander spielt nicht die Kartenversion, sondern das Videospiel. Um sich auf Turniere vorzubereiten, heißt es deshalb im Hause Krol: „Zocken am Bildschirm ausdrücklich erwünscht“. „Ich spiele täglich bis zu zwei Stunden“, berichtet Alexander. „Pokémon ist ein bisschen wie Schach, nur mit Manga-Figuren“, erklärt sein Vater August Krol. „Die Regeln ähneln dem Spiel ’Schere, Stein, Papier’“, fügt er hinzu. Doch die Möglichkeiten der Spielvariationen sind unendlich viel größer.

Zwölfjähriger Pokémon-Spieler aus Steinbach: „Meine Lieblingsfigur ist Quajutsu“

„Bei Pokémon gibt es 1000 verschiedene virtuelle Spielfiguren, von denen ich mir als Spieler sechs für mein Team aussuchen muss“, sagt Alexander. „Da er dieses Team zusammengestellt hat, nennt sich Alexander in der Pokémon-Welt Pokémon-Trainer. „Jede diese Figuren hat verschiedene Eigenschaften“, sagt Alexander. „Meine Lieblingsfigur ist Quajutsu“, verrät der Zwölfjährige. „Das ist ein froschähnliches Wesen das schnell und offensiv ist“, meint er. Für den Schüler, der in die Jahrgangsstufe sieben der Phorms-Schule geht, war die Teilnahme an der Pokémon World Championship in London ein tolles Erlebnis. „Ich war zum ersten Mal dabei“, erklärt Alexander, der gegen Spieler aus aller Welt angetreten ist.

Er hatte sich nach einer starken Saison in den Championship Series für die Weltmeisterschaft qualifiziert und mit dem damit verbundenen Preis, dem „Travel Award“ das Reisegeld gewonnen, erzählt sein Vater und skizziert die bisherigen Erfolge seines Sohns: „Er ist im vergangenen April in Frankfurt bei der European International Championships durchgestartet, gewann die Regional Championship in Frankreich, wurde Dritter in Spanien und erreichte überraschend den fünften Platz bei der North America International Championships, für die wir im Juni nach Columbus, Ohio geflogen sind.“ Der Steinbacher ist also - Pokémon sei dank - schon viel herumgekommen. Leider, so August Krol, habe Alexander bisher noch keine Sponsoren. „Er ist jedoch offen für eine Zusammenarbeit.“

Steinbach: Japaner dominieren Pokémon-Wettbewerbe

Die Weltmeisterschaft fand jetzt nach zwei Jahren Pause wieder statt und wurde zum ersten Mal in Europa ausgerichtet. „Das ist eine Großveranstaltung, die den Gipfel der Pokémon-Wettbewerbe darstellt“, sagt August Krol. Die Spieler kämpfen um den Weltmeistertitel, um eine weitere Einladung zur Weltmeisterschaft im folgenden Jahr sowie um Geldpreise. In London müsste der ehrgeizige E-Sportler aus dem Taunus zum ersten Mal gegen die starken Spieler aus Japan antreten, die die Pokémon Wettbewerbe dominieren.

Zunächst lief es auch super für ihn. Doch dann musste er gegen den Japaner Kosaku Miyamoto antreten. „Durch einen unglücklichen Tritt eines Spielrichters gab es in dieser Runde leider einen Stromausfall“, erzählt Alexander. „Deshalb mussten wir die Runde, bei der ich dabei war zu gewinnen, wiederholen und ich habe dann leider verloren“, erzählt er.

Dank seines außergewöhnlichen Talents ist der zwölf Jahre alte Alexander schon ganz schön viel herumgekommen.
Dank seines außergewöhnlichen Talents ist der zwölf Jahre alte Alexander schon ganz schön viel herumgekommen. © ksp

Von Steinbach in die große Pokémon-Welt: Nächste Weltmeisterschaft 2023 in Yokohama

„Es ist schade, dass ich ausgeschieden bin, aber Kosaku war einfach stärker“, zieht er Bilanz und nimmt es sportlich. „Ich freue mich, dass ich gegen ihn spielen konnte und bin motiviert, noch härter zu trainieren.“ Das nächste große Ziel ist für ihn die nächste Weltmeisterschaft. „Die findet 2023 in Yokohama, Japan statt“, sagt Alexander, der, wenn er nicht am PC trainiert, auch gerne Fußball oder Gitarre spielt. Für das Talent aus Steinbach definitiv das nächste wichtige Ziel. „Da möchte ich unbedingt gewinnen“, sagt der Zwölfjährige. Alexander, der unter dem Namen Lezoro spielt, hat seine Leidenschaft für Pokémon im Rahmen einer AG an seiner Schule, dem Pokémon Club, entdeckt.

„Da dieses schöne Pokémon-Abenteuer in seiner Schule gestartet ist, war die Schule natürlich von Anfang an informiert und wusste Bescheid über seine Fortschritte“, berichtet August Krol. „Die meisten Turniere fanden sowieso an Wochenenden statt.“ Und was nimmt Alex von seinem „Pokémon-Abenteuer“ für seine Zukunft mit? „Das ganze Pokémon ist ein dauerhafter Lernprozess, mit jeder Menge Spaß, aber auch mit Erfahrungen fürs Leben“, findet Vater August Krol, der seinen Sohn bei allen Wettkämpfen begleitet.

E-Sportler aus Steinbach: „Um so gut zu sein braucht, man Leidenschaft, Ausdauer und Disziplin“

Die Grundregeln vom Pokémon sind ziemlich einfach, was jedem einen einfachen Einstieg ermöglicht, meint er. „Doch auf Wettbewerbsniveau wird das Spiel jedoch sehr schnell sehr komplex, hier geht es um Strategien und Taktik. Das fordert nicht nur logisches Denken sondern auch die Fähigkeit, schnell Probleme zu lösen“, betont er. Kein Spiel sei gleich. „Man muss permanent dazulernen, kreativ sein, sich an Gegner und Situation anpassen. Genauso wie im echten Leben“, sagt er.

Darüber hinaus hat Alexander dadurch das Glück, durch die Reisen zu den Wettkämpfen die Möglichkeit andere Länder und Kulturen kennenzulernen. „Die Zeit bei einem Event ist sehr intensiv und wir könnten viele Geschichten dazu erzählen“, sagt Krol. Ein Freund der Familie habe es mit diesem Satz auf den Punkt gebracht: „Um so gut zu sein, braucht, man Leidenschaft, Ausdauer und Disziplin. Das sind Eigenschaften, die im Leben zählen.“ (Katja Schuricht)

Nicht nur im Spiel Pokémon gibt es E-Sport-Wettbewerbe: Turniere in vielen Games begeistern die Massen und füllen ganze Hallen, es geht um viel Geld. Auch Eintracht Frankfurt hat zwei E-Sportler.

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