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Steinbacher Radwege bestmöglich vernetzen

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Von: Alexander Schneider

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Mit dem vom Kreis geplanten und finanzierten, hauptsächlich für Schüler gedachten Radweg von Steinbach nach Oberhöchstadt geht es los. Dann folgen in den nächsten zehn Jahren 24 größere und kleinere Maßnahmen zur Verbesserung des Radwegenetzes.
Mit dem vom Kreis geplanten und finanzierten, hauptsächlich für Schüler gedachten Radweg von Steinbach nach Oberhöchstadt geht es los. Dann folgen in den nächsten zehn Jahren 24 größere und kleinere Maßnahmen zur Verbesserung des Radwegenetzes. © as

Der Bürgermeister stellt ein umfassendes Konzept vor, das noch mehr Menschen aufs Fahrrad bringen soll. In den kommenden zehn Jahren soll es umgesetzt.

Steinbach -Bequemer radeln als im topfebenen Steinbach lässt es sich in kaum einer anderen Stadt im Hochtaunus. "Immer mehr Bürger erledigen ihre täglichen Touren mit dem Rad, und auch die Zahl der Pendler nimmt zu", sagt Bürgermeister Steffen Bonk (CDU). Er weiß, dass der Wegeanteil der Radler an der Gesamtmobilität derzeit bei 15 Prozent liegt, beim Ausbau des Radwegenetzes aber bei 40 Prozent liegen könnte. Die Voraussetzungen dafür sollen nun geschaffen werden.

Bonk stellte im Magistrat das vom Frankfurter Planungsbüro RV-K erstellte "Radverkehrskonzept" vor. Womit wann angefangen wird, wollte Bonk ohne Abstimmung in den Gremien im Pressegespräch nicht verraten. Im Einvernehmen mit Bauamtsleiter Alexander Müller sagte er jedoch, dass man das Konzept mit geplanten Straßenbaumaßnahmen in Einklang bringen werde. Am Anfang stehe natürlich das große Pilotprojekt, der vom Hochtaunuskreis geplante Radweg zwischen Steinbach und Oberhöchstadt. Überhaupt werde mit dem Radwegekonzept aber nicht nur das Ziel erfolgt, den innerstädtischen Radverkehr zu optimieren und komfortabler zu machen, sondern auch Anschluss an die Nachbarkommunen zu halten und geschmeidige Übergänge im Sinne einer regionalen Vernetzung zu schaffen.

Dass das beauftragte Büro ähnliche Konzepte auch schon für mehrere andere Vordertaunuskommunen erstellt hat und damit Synergieeffekte nutzen kann, sei ein großer Vorteil, sagte Bonk, der von einer großen Akzeptanz in der Bevölkerung ausgeht: "Wir hatten zwei virtuelle Bürgerbeteiligungen, eine mit mehr als 70 Teilnehmern." Probleme seien dabei nicht aufgetreten.

2,5 Millionen Euro in

nächsten zehn Jahren

Die elektronische Aufarbeitung schaffe Transparenz. Über eine interaktive Karte, die mit der städtischen Homepage verlinkt wird, können alle Projekte in großer Detailtiefe betrachtet werden: "Jeder kann sehen, wie er von daheim aus mit dem Rad am besten quer durch die Stadt oder auch in die Nachbarstädte kommt", so Bonk.

Verwirklicht werden soll das Konzept in den nächsten zehn Jahren für rund 2,5 Millionen Euro. 70 Prozent kommen vom Land. Für die restlichen 30 Prozent, 750 000 Euro, muss die Stadt selbst in die Pedale treten. Probleme sieht Bonk dabei nicht, nicht nur weil Steinbach beim Stadtradeln oft die Nase vorn hat, sondern weil in der mittelfristigen Finanzplanung für die nächsten zehn Jahre jeweils 75 000 Euro für das Radwegenetz vorgesehen sind.

Planer Paul Fremer sieht das Radlern zur Verfügung stehende künftige Wegenetz bei 26,8 Kilometern, das sind etwa fünf Kilometer mehr als derzeit. In Angriff genommen werden insgesamt 24 Einzelmaßnahmen unterschiedlichsten Umfangs: "Das kann im Einzelfall nur eine angepasste andere Beschilderung sein, an einigen Stellen geht es um nur wenige Meter kurze Zwischenstücke, die mit geringem Aufwand neu angelegt werden, aber die Durchlässigkeit des Wegenetzes gravierend verbessern", erklärt Müller.

In der Kronberger Straße ist, auch um den neuen Radweg nach Oberhöchstadt sinnvoll anzubinden, sicher etwas mehr zu tun, auch in der Bahnstraße Richtung Weißkirchen. Teil des Radverkehrskonzepts ist auch die gemeinsame, von gegenseitigem Verständnis getragene Nutzung von betonierten Feldwegen durch Landwirte und Radler.

An anderen Stellen müssen Querungshilfen gebaut werden, denn das Konzept der bestmöglichen Vernetzung erfordert den häufigen Wechsel von Straßen, häufig parallel zu den Hauptverbindungsstraßen. Dabei werden auch Weglängen und Fahrzeiten gegeneinander abgewogen. So ist eine "Südumfahrung" für Radler aus Richtung Stierstadt am Bebauungsrand entlang zwar etwas länger als "mittendurch", aber insgesamt für den Transitverkehr, der auch Anschluss an den Radschnellweg sucht, schneller.

Im Einzelfall wird dann auch in Abstimmung mit dem ADFC zu entscheiden sein, wo klassifizierten Radwegen und weniger aufwendigen Radverbindungswegen der Vorrang gegeben werden muss. In der City, das wissen Bonk, Müller und Fremer natürlich, gibt es oft nicht den Platz für separate Radwege. Da werden sich Auto- und Radfahrer, aber auch Fußgänger arrangieren müssen.

Der ADFC, so Bonk, warnte aber davor, überall nur abmarkierte Schutzstreifen für Radler anzulegen. Die signalisierten eine trügerische Sicherheit. Dort seien Piktogramme besser, "lieber keinen Radweg als einen schlechten", sagte Müller.

Das Radverkehrskonzept sieht auch passende Anschlüsse an die Radwege zu den Nachbarstädten vor.
Das Radverkehrskonzept sieht auch passende Anschlüsse an die Radwege zu den Nachbarstädten vor. © as

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