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Steinbach:Gefecht im Narrenwald und Feinripp-Unterhemd

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Süß, pur und sauer: Die Steinbacher Kerbemädels sind als Apfelweingläser verkleidet.
Süß, pur und sauer: Die Steinbacher Kerbemädels sind als Apfelweingläser verkleidet. © Caroline Holler

Bei der Damensitzung der Pitschetreter bringen tanzende Männer den Saal zum Kochen.

Steinbach -Dichtes Schneetreiben draußen, aufgeheizte Stimmung drinnen, so lässt sich die Damensitzung der Staabacher Pitschetreter, des Kultur- und Geselligkeitsvereins im Bürgerhaus auf den Punkt bringen. Gleich nach der Eröffnung am Freitagabend durch Sitzungspräsidentin Claudia Stollberg von den Wiesbadener Funken eroberte eine „Boygroup auf Zeitreise“, die „Biebricher Waden“ zu Hits von Johnny Cash und den Backstreet Boys die Bühne. Zuerst in strahlend weiße Anzüge gekleidet verließen sie die Bühne nach der lautstark eingeforderten Zugabe in Lederhosen-Imitaten und unter dem Applaus der Zuschauer. Auch die „Dreamboys Rödelheim“ begaben sich musikalisch in die Vergangenheit, reisten sie doch in Uniformen zurück in die 1990er, um zu den legendären Hits dieses Jahrzehnts ihr Können zu zeigen. Dass die schnauzbärtigen „Drill Instructors“ schließlich im Ballonseiden-Trainingsanzug die Bühne rockten und zu guter Letzt im Tüllröckchen tanzten, wurde von begeistertem Jubel begleitet.

Lautstarke Schmatzer zum Lohn

Da standen auch schon die „Bulltowngirls“ in den Startlöchern. Als Ureinwohner mit Kopfschmuck und mit Hieroglyphen-Aufdruck auf den Hosen brachten auch die Stierstädter Jungs den Saal zum Brodeln. Der Lohn war ein lautstarker Schmatzer für jeden von ihnen von Simone Remdt vom Karneval Club Rheingau, die gemeinsam mit Claudia Stollberg durch den Abend führte. „Hausmeister Markus Wissel“ machte sich als Bauchredner und Puppenbändiger auf die Suche nach der Eigentümerin einer Damenhandtasche in Form der allseits bekannten blauen IKEA-Tüte machte. Besonders interessant wurde es, als Wissel mit dem Inhalt der Tasche ins Gespräch kam, sozusagen „von Mann zu Mann“. Dann folgte auch noch ein Austausch mit der schönen Jolanka. „Jetzt habe ich mich extra hübsch gemacht für heute Abend und dann sind so wenige Männer hier“, sagte sie betrübt. Doch dann nutzte sie die Gelegenheit, um für ihre telefonische Schönheitsberatung zu werben und einen Einblick in ihre vertieften Kenntnisse aus Astrologie bis Urologie zu geben.

Dann war Pit dran, der, nachdem er den Abend bisher zuverlässig beschallt hatte jetzt selbst zum Mikro griff. Und schon nach den ersten Takten von „Sweet Caroline“ formierte sich die Polonäse, die zu Pits Stimmungskrachern Runde um Runde durch den Raum drehte. Kernig wurde es, als „die Gockel“ aus Taunusstein, in Karoshirt und mit Äxten ausgestattet, nach einem kurzen Gefecht im Narrenwald zur passenden Engelbert-Strauß-Hymne eine beeindruckende Vorführung abliefern. Der Auszug im Feinripp-Unterhemd erfolgten unter tosendem Beifall.

Nicht zu vergessen an einem solchen Abend sind auch die Kostüme im Publikum. So waren die Showgirls vom benachbarten CluGeHu geschlossen als Squaws zugegen und die „Steinbacher Kerbemädels“ als Apfelweingläser in den Varianten süß, pur und sauer. „Die Kostüme sind alle selbst genäht, extra für die Damensitzung heute Abend“, berichtete Angela Deike von den Kerbemädels.

Nach der Pause stürmen die „Sossenheimer Spritzer“ mit dem Thema „Backstreet Bäuch are Back“ die Bühne. Die Trouble Tigers vom TG 08 Steinbach unterstützten ihren Kandidaten bei „Wer wird Millionär“, indem sie zu jeder Frage eine Tanzeinlage mit Hinweisen zur Antwort lieferten.

Mit einem schillernden Auftritt erinnerte Markus Schubert alias Tante Gladice sehnsüchtig an das Paris vor 100 Jahren, an Zeiten voller Freiheit und Leichtigkeit. Und zwischen deutschsprachigen Schlagern, denen das „Frankfurter Mädsche“ sich verhaftet fühlte, gab es auch Werke aus eigener Feder zum Besten. Kostprobe: „Uff’n Frankfurter Kranz kimmt ka Grie Soß“.

Die Hohner Stifterappeler brachten Zirkusluft auf die Bühne, verkleidet als Zirkusdirektoren rockten sie die „Manege“. Sixpack von der Kolpingfamilie Wernborn machten aus dem Bürgerhaus eine Dorfdisco, sogar das obligatorische Zischen beim Öffnen der Bierflasche inklusive. Bevor Beschaller Pit zum Finale alle Akteure des Abends auf die Bühne holte, brachten die Atzmann Tornados aus Heidenrod Glitzer und Glamour in den Saal und zeigten Akrobatik und Tanz in fein austarierter Choreographie.

Das ist Bauchredner und Puppenbändiger Markus Wissel.
Das ist Bauchredner und Puppenbändiger Markus Wissel. © caroline holler

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