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Steffen Bonk hält seiner Lebensgefährtin Petra Steinhuber den Teller hin, sie gibt die Spaghetti drauf. Dazu hat das Paar eine Soße mit Tomaten, Garnelen und Rucola vorbereitet.

Bürgermeisterwahl Steinbach

CDU-Bürgermeisterkandidat Steffen Bonk über ein besonderes Weinfest, seine schönste Reise und die Kirche

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Die politischen Ziele werden in Wahlprogrammen vorgestellt, den Menschen lernt man am besten in einem guten Gespräch bei Tisch kennen. Die TZ hat sich daher bei den drei Bürgermeisterkandidaten einfach mal selbst eingeladen. Deren Aufgabe: Etwas zu essen zubereiten – und ihre private Seite zeigen. Heute sind wir zu Gast bei Steffen Bonk (CDU).

Es soll nach oben gehen. „Aufstiegsmöglichkeit“ steht an der Wand im Treppenhaus. Wer Steffen Bonk daheim in Flörsheim besucht, braucht diese Möglichkeit, denn der 38-Jährige hat seine Wohnung im ersten Stock seines Elternhauses. Eine Aufstiegsmöglichkeit sucht er jetzt auch beruflich: Bonk, zurzeit Leiter des Haupt- und des Sozialamts im Steinbacher Rathaus, tritt für die CDU bei der Bürgermeisterwahl am 24. März an.

Bonk begrüßt seine Gäste in einem sehr aufgeräumten Zuhause. Die Deko ist unaufdringlich, darunter ein paar Fotos aus der Umgebung. Er mag’s strukturiert und ordentlich.

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Das Kochen für den TZ-Besuch hat Bonk an seine Lebenspartnerin Petra Steinhuber (52) delegiert. Er selbst könne nur wenige Gerichte gut zubereiten, entschuldigt er sich, Linsensuppe zum Beispiel. Heute soll’s aber Spaghetti mit Garnelen und Rucola geben. Eine Kreation, die bei dem Paar häufiger auf den Tisch kommt. „Ich esse gern italienisch“, sagt Bonk, dem Fisch und Meeresfrüchte generell lieber sind als Fleisch. Ein Steak? Nichts, das er unbedingt auf dem Teller bräuchte.

Die Spaghetti kochen noch. Zeit für einen Blick vom Balkon auf die Flörsheimer Warte, ein beliebtes Ausflugsziel. Bonk ist das alles vertraut, er ist in der Stadt aufgewachsen und politisch aktiv, derzeit als Stadtverordnetenvorsteher.

Unten im Garten hält Steffen Bonks Vater Brieftauben, ebenso einen Schäferhund. Das Interesse für die Hunde teilt er mit Sohn Steffen, auch wenn dieser zurzeit keinen Hund hat – zu wenig Zeit.

Am Himmel donnert ein Flugzeug Richtung Rhein-Main-Flughafen. Ein omnipräsentes Geräusch in dieser Gegend. Der Kandidat kennt das von klein auf, doch durch die Nordwest-Landebahn sei es noch lauter geworden. Den Lärm wäre er los, wenn er sein Versprechen wahrmacht, das er für den Fall eines Wahlsiegs gegeben hat: „Natürlich ziehen wir nach Steinbach“, sagen Bonk und Steinhuber, wohl wissend, dass Immobiliensuche zurzeit kein leichtes Unterfangen ist.

Fliegendes Küsschen

Noch was ganz anderes hat er versprochen – lachend, weil er doch schon das Kochen outgesourct hat: „Ich reibe den Parmesan!“ Also reibt er jetzt den Käse, die dampfende Pasta steht auf dem Tisch, der Rotwein ist eingeschenkt.

Das Zuprosten ist beim Paar Bonk/Steinhuber mit einem Ritual verbunden – ein angedeutetes Küsschen fliegt durch die Luft. Das hat mit der Geschichte des Zusammenkommens der beiden zu tun: Nach dem Besuch eines Konzerts des Percussionisten Martin Grubinger im September 2015 in Frankfurt gingen sie noch aufs dortige Weinfest – und beschlossen, endlich zum Du überzugehen, was mit einem Kuss besiegelt wurde. Ungewöhnlich: Bonk und die Mutter von zwei heute 18 und 20 Jahre alten Söhnen waren per Sie, bis sie ein Paar wurden, obwohl sie sich schon einige Jahre kannten.

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Bonk und Steinhuber, die heute fürs Hauptamt in der Bad Vilbeler Verwaltung verantwortlich ist, haben sich kennengelernt, als sie noch im Königsteiner Rathaus beschäftigt war. Über die Interkommunale Zusammenarbeit kamen sie in Kontakt. „Wir sind ein IKZ-Produkt“, sagt Bonk und erzählt von einer Tagung, an der beide teilnahmen. Da kannten sie sich noch nicht so gut, doch plötzlich war Steinhubers Löffel in seiner Schokomousse – sie wollte einfach probieren. „Da habe ich schon gedacht: Die Frau ist interessant“, erzählt Bonk, der fürs Dessert mit der TZ Crème brûlée besorgt hat.

„Extrem guter Zuhörer“

Was sagt Petra Steinhuber über ihren Partner, mit dem sie regelmäßig tanzt und ins Fitnessstudio geht? „Er ist ein extrem guter Zuhörer, nimmt sich zurück, ist sehr hilfsbereit.“ Dazu passt, dass sich der Protestant im Kirchenvorstand engagiert. Als „Bewahrer von Traditionen“, schätzt er die Kirche, ebenso deren soziales Engagement, wie er sagt.

Was er auch schätzt: Wärme! Da sind er und seine Partnerin auf einer Wellenlänge, was Reisen betrifft. Beide schwärmen von einer gemeinsamen Südafrika-Reise. „Das war der Urlaub schlechthin“, sagt Bonk und berichtet von beeindruckender Natur, tollem Licht und einem Geparden, mit dem er in einem Wildpark geschmust habe.

Die nächste Reise ist schon geplant: Es geht nach Griechenland, nach Chalkidiki. Gebucht ist für April, kurz nach der möglichen Stichwahl, die am 7. April wäre . . .

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