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Jetzt wird geschnippelt und gekocht: FDP-Bürgermeisterkandidatin Astrid Gemke ? hier mit Ehemann Michael Gemke und Sohn Luis ? bereitet für den TZ-Besuch Paella zu. Das passt, hat sie doch eine Verbindung zu Spanien.

Bürgermeisterwahl Steinbach

FDP-Bürgermeisterkandidatin Astrid Gemke ist immer in Aktion

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Die politischen Ziele werden in Wahlprogrammen vorgestellt, den Menschen lernt man am besten in einem guten Gespräch bei Tisch kennen. Die TZ hat sich daher bei den drei Bürgermeisterkandidaten einfach mal selbst eingeladen. Deren Aufgabe: Etwas zu essen zubereiten – und ihre private Seite zeigen. Den Auftakt macht Astrid Gemke (FDP).

Steinbach - In diesem Haus ist mächtig Dampf drin. Im Wortsinn in der offenen Küche, in der es gleich nach Paella duften wird. Und im übertragenen Sinn, weil Astrid Gemke immer aktiv zu sein scheint und sich ausgesprochen redefreudig zeigt. Die 51-Jährige, die bei der Bürgermeisterwahl am 24. März für die FDP antritt, eilt nicht nur zwischen Haustür und Herd hin und her, legt etwas beiseite und holt was anderes aus der Schublade, sie kann derweil auch noch erzählen, Fragen beantworten, Wein anbieten.

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Macht das der Geist des Hauses in Steinbach, in dem die wortgewandte Autorin und Moderatorin Susanne Fröhlich lebte, ehe Familie Gemke es mietete? Es muss eher das Naturell sein: „Ich war schon immer ein Hansdampf in allen Gassen“, meint Astrid Gemke. Und: „Wir sind keine leise, wir sind eine laute Familie“, sagt sie über sich, Ehemann Michael (55) sowie die Söhne Nicolas (20) und Luis (16). Irgendwas ist immer.

Schon im Elternhaus in Aachen war Gesprächsfreude da; Astrid Gemke wuchs mit zwei Schwestern auf. „Meine Kindheit war super“, erzählt sie. Aufs Musische wurde Wert gelegt, sie lernte Geige. Irgendwann wolle sie wieder damit anfangen, sagt sie. Schon als Kind zog es sie aber an die frische Luft. Mit vielen anderen habe sie draußen gespielt, Tunnel gegraben, Osterfeuer organisiert.

Dass sich Kinder bewegen, ist der begeisterten Läuferin und Tennisspielerin wichtig. Ihre Jungs fahren viel Rad, erzählt Gemke, während sie Paprika und Hühnchen schneidet. Sie bereitet Paella zu – ein spanisches Gericht mit Reis, Gemüse, Meeresfrüchten, Hühnchen und Safran. Hobbyköchin sei sie nicht, nur Alltagsköchin. „Es muss einfach ein bisschen schmecken.“

Am liebsten in die Sonne

Paella kommt häufiger auf den Tisch: Die Schwiegermutter ist Spanierin, zudem reisen die Gemkes gern nach Spanien. Nach Mallorca, aber auch Fuerteventura. Astrid Gemke zieht es in die Sonne. Es darf gern Cluburlaub sein. Mit Sport und Begegnungen. Sie will mit Menschen ins Gespräch kommen. Im Urlaub bei Tisch, aber auch daheim. Mit Leuten, die sie zuvor nicht kannte, ebenso wie mit langjährigen Freunden und der Frauenrunde, die jeden Monat etwas unternimmt und ein Mal im Jahr einen Wellness-Trip macht.

„Ich möchte Leute kennenlernen, wissen, wie die ticken.“ Das bringe einen weiter, helfe, die eigene Meinung zu reflektieren. Zu neuen Erkenntnissen kommen, immer wieder Neues lernen, das gefällt der gelernten Arzthelferin, die zurzeit in der Reklamationsabteilung bei „DER Touristik“ arbeitet.

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Die Paella köchelt auf dem Herd, an der Küchenwand hängen Tickets für Konzerte und die Eintracht, am Kühlschrank Magneten. „Zu früh ist auch unpünktlich“, steht auf einem. Er war ein Geschenk, weil sie gern sehr pünktlich ist . . . Familienfotos schmücken einen kleinen Schrank im Wohnzimmer: Die kleine Astrid mit Schwimmtier und Badekappe im Pool, ihre Söhne auf tapsigen Kindesbeinen am Strand.

Zurück in die Gegenwart: Luis hat kurz in der Küche vorbeigeschaut, später kommt Nicolas dazu. Beide werden zu selbstständigen Menschen erzogen. „Wir stehen unseren Kindern nicht im Weg“, sagt Astrid Gemke. Auch wenn der Weg wie unlängst beim Großen für längere Zeit nach Australien führt.

Die FDP-Fraktionschefin weiß ihre Familie in puncto Kandidatur hinter sich. „Sie hat Organisationsvermögen, schiebt nix auf die lange Bank“, lobt Michael Gemke. Der Jurist isst mit – erst Paella, dann Crème brûlée. 1996 haben sich die beiden bei einer Firmenfeier des Finanzdienstleisters MLP kennengelernt, für den beide arbeiteten – Michael Gemke ist noch immer dort tätig. „Wir haben sofort eine Verbindung gehabt“, sagt das Paar.

„Hier ist James Bond“

Sie stellten fest, dass sie am gleichen Tag Geburtstag haben, sprachen über den damals neuen James-Bond-Film „Golden Eye“. Kurz darauf rief er bei ihr an und sagte: „Hier ist Bond, James Bond.“ Es blieb nicht beim folgenden Kinobesuch . . . Wobei später die Sache mit dem Heiratsantrag im Center-Park beinahe schiefgegangen wäre. Sie verstand seine Frage – „Kannst Du Dir vorstellen, den Namen Gemke zu tragen?“ – nicht. „Das ist so, als müssten Sie bei einem Witz die Pointe erklären“, sagt er heute.

Lieblingsfilm des Paars ist aber kein Bond, sondern „Der Hornochse und sein Zugpferd“, eine französische Komödie. „Das ist was, wenn man mal richtig schlecht drauf ist“, meint Astrid Gemke. Für sie heißt das: ein oder zwei Mal im Jahr . . .

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