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Bus im Wohngebiet?

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Gute Nachricht für alle Steinbacher Nutzer der Buslinie 252: Es werden auch nach dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember weiterhin täglich sechs Direktfahrten von Steinbach nach Oberursel angeboten. Ursprünglich sollten diese Fahrten gestrichen werden. Der Verkehrsverband Hochtaunus hatte aber erfolgreich nachverhandelt.

Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) und Frank Denfeld, Geschäftsführer des Verkehrsverbandes Hochtaunus (HTV), haben gestern in einer Pressekonferenz Details zum neuen ÖPNV-Konzept für Steinbach bekanntgegeben, das mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember in die Tat umgesetzt wird.

Wie berichtet, erhält die Stadt eine eigene Buslinie, die Linie 91. Sie wird ausschließlich im Steinbacher Stadtgebiet verkehren und den Bahnhof Weißkirchen/Steinbach mit der Phorms-Schule und dem Sportzentrum an der Waldstraße verbinden.

Barrierefreiheit

Außer der Haltestelle an der Phorms-Schule wird eine zweite neue Haltestelle am Edeka-Markt eingerichtet. Alle innerstädtischen Bushaltestellen werden in den kommenden drei Jahren für insgesamt 750 000 Euro barrierefrei gestaltet. Ob und, wenn ja, wann auch der S-Bahnhof endlich barrierefrei umgebaut wird, vermochte Denfeld nicht zu sagen. Der Umbau sei schon in Listen künftiger Projekte des RMV aufgeführt, aber es werde sicher noch einige Jahre dauern, bis Steinbach an der Reihe sei. „Die Stadt wird sich sicher auch an den Kosten beteiligen müssen“, vermutete Denfeld.

Zwei Euro pro Fahrt

Die jährlichen Ausgaben für die neue Linie 91 von geschätzten 100 000 Euro dagegen wird der HTV übernehmen. Bei einem Fahrpreis von etwa zwei Euro für den 91er rechnet Denfeld mit Einnahmen von etwa 30 000 Euro pro Jahr.

Ein Betrag, der allerdings sehr grob geschätzt ist, wie Denfeld bekennen musste. Denn über die mögliche Zahl der Fahrgäste gibt es keine Untersuchungen und daher auch keinerlei Erkenntnisse. „Ohnehin dauert es in der Regel zwei Jahre, bis sich die Fahrgäste an solche Veränderungen gewöhnt haben“, sagte Denfeld.

Bei der Festlegung der Fahrzeiten der Linie 91 hätten sich die Planer ausschließlich nach den Anbindungen an den überörtlichen Verkehr gerichtet. „Auf den Stundenplan der Phorms-Schüler konnten wir keine Rücksicht nehmen“, sagte Denfeld.

Unsicher ist auch, ob sich der Wunsch erfüllen lässt, wie beim Edeka-Markt auch bei den beiden Großmärkten am anderen Stadteingang – dem Rewe- und dem Aldi-Markt – eine Bushaltestelle einzurichten. Die könnte nur auf dem Marktgelände realisiert werden. Anfragen bei den Grundstücksinhabern habe es noch nicht gegeben, sagte Bürgermeister Naas. Haltestellen auf Privatgrundstücken sehe der VHT auch nicht gerne, merkte Denfeld an.

Ob sich ein großer Wunsch der Stadt und des Verkehrsverbandes erfüllen lässt, den 91er Bus über die Staufenstraße, Obergasse und Waldstraße zur Phorms-Schule zu führen und damit den Steinbacher Norden ins öffentliche Verkehrsnetz aufzunehmen, steht noch in den Sternen. „Wir müssen prüfen, ob es überhaupt möglich ist, mit einem Bus die engen Straßen zu passieren“, sagte Naas. Außerdem müssten einer Linienführung durch den Norden Parkplätze geopfert werden. Bis eine Entscheidung getroffen ist, fährt der 91er über die Kronberger Straße zur Waldstraße.

Durchs Wohngebiet

Dem Vorteil, in der Obergasse oder der Staufenstraße in den Bus Richtung Bahnhof oder Supermarkt einsteigen zu können, stehe entgegen, dass sicher nicht alle Anwohner sich darüber freuen würden, wenn künftig regelmäßig ein Omnibus durchs reine Wohnviertel fährt. Geprüft werden soll die Streckenführung dennoch.

Froh war Denfeld, verkünden zu können, dass der HTV durch Nachverhandlungen mit der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) erreicht hatte, dass die Buslinie 252 außerhalb der Hauptverkehrszeiten sechs Mal am Tag in beiden Richtungen nach Oberursel durchfährt. „Damit können wir den Wunsch vieler Steinbacher erfüllen, weiterhin direkt nach Oberursel zum Einkaufen oder zum Ärztezentrum zu gelangen.“

In den Hauptverkehrszeiten allerdings fährt der 252er, der in die lokale Verantwortung der MTV übergegangen ist, künftig nur noch bis zum Halt Weißkirchen Ost, wo Anschluss Richtung Oberursel und Frankfurt besteht. Wie bisher wird auf dieser Linie ein Stundentakt angeboten, der in den Verkehrsspitzenzeiten auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet wird. Der Abschnitt Eschborn–Rödelheim der Linie 252 entfällt ab dem 11. Dezember. Allerdings kann Rödelheim durch einen Umstieg in die S-Bahn in Eschborn weiterhin erreicht werden, berichtete Frank Denfeld.

Die Linie 251 (Kronberg, Steinbach, Nordwestzentrum) wird innerhalb von Steinbach beschleunigt und fährt über Bahnstraße und Bahnhof Weißkirchen/Steinbach direkt zum Nordwestzentrum. Das Wohnviertel Berliner Straße wird ab 11. Dezember vom 91er bedient.

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