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Aus dem Thüringer Park fällt der Blick auf die Lücke zwischen zwei Häusern, die geschlossen werden soll.

Investitionen

52 Wohnungen, Parkdeck und Café: 20 Millionen Euro für Nachverdichtung am Hessenring

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Der Volks- Bau- und Sparverein will in den kommenden Jahren in Steinbach 52 zusätzliche Wohnungen am Hessenring schaffen, die in die Kategorie „bezahlbar“ fallen. Ein Projekt, das nach Darstellung der Verwaltung Teil des „Masterplans Quartiersentwicklung“ ist – und gleichzeitig ein Signal Richtung Frankfurt.

Es ist noch nicht lange her, dass der Thüringer Park – die frühere Thüringer Anlage zwischen Berliner Straße und Hessenring – aufgehübscht und zum Treffpunkt umgestaltet wurde, der sich in erster Linie an Senioren richtet: Im vergangenen Sommer wurde er eingeweiht. Nun gibt es weitere Pläne, bei denen ältere Menschen eine Rolle spielen: Der Volks- Bau- und Sparverein (VBS), eine Wohnungsbaugenossenschaft (siehe kleinen Text), möchte am Thüringer Park 15 seniorengerechte Wohnungen schaffen. Das Vorhaben ist Teil eines Projektes, an dessen Ende 52 Wohnungen, ein Café und eine Sozialstation, ein modernisierter Spielplatz sowie ein Parkdeck mit mehr als 80 Stellplätzen stehen.

Etwa 20 Millionen Euro will der VBS nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden Ulrich Tokarski in den kommenden Jahren investieren, verteilt auf drei Bauabschnitte, von voraussichtlich Mitte 2020 bis 2024. Allein der erste Bauabschnitt wird nach aktueller Rechnung mit etwa neun Millionen Euro zu Buche schlagen. „Das ist die Schätzung heute“, betont Tokarski mit Bezug auf steigende Baukosten.

Zehn, elf Euro Kaltmiete

Zum ersten Abschnitt gehören die genannten etwa 35 bis 60 Quadratmeter großen Seniorenwohnungen, die im Süden an die Thüringer Anlage anschließen. Dort ist ein Verbindungsbau zwischen zwei bestehenden viergeschossigen VBS-Häusern geplant. Für diese wiederum sind Aufstockungen um ein Staffelgeschoss vorgesehen, so dass weitere sechs Wohnungen direkt am Thüringer Park entstehen.

Wir wollen Menschen, die schon im Quartier wohnen, die Möglichkeit geben, umzuziehen“, sagt Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP). Was bedeutet: auch im Alter im gewohnten Umfeld zu bleiben. Sowohl die Seniorenwohnungen als auch die weiteren, für die kommenden Jahre geplanten sollen in die Kategorie „bezahlbar“ fallen. „Zehn bis elf Euro pro Quadratmeter“, konkretisiert Tokarski – Kaltmiete. „Der Vorteil ist, dass das Projekt auf unserem eigenen Grund und Boden stattfindet“, sagt der VBS-Chef. Heißt: Es müssen keine Grundstücke gekauft werden.

Ebenfalls zum ersten Bauabschnitt gehören die Neugestaltung des Spielplatzes sowie der Bau eines Parkdecks zwischen Wingertstraße und Berliner Straße. Die 36 Garagen, die dort noch stehen, werden abgerissen. Alles in allem entstehen nach derzeitiger Rechnung 104 Stellplätze. Darin sind Stellflächen abseits des Parkdecks, Car-Sharing-Plätze und Ladestationen für Elektroautos inbegriffen.

Für den zweiten Bauabschnitt ist die Schaffung von insgesamt neun rund 90 Quadratmeter großen Maisonette-Wohnungen vorgesehen. Sie entstehen durch Aufstockung dreier jetzt zweigeschossiger Häuser am westlichen Hessenring, gelegen Richtung der Straße Am Rathaus.

Zu guter Letzt ist als Abschnitt drei der Neubau von zwei Häusern mit je elf Wohnungen, 75 bis 80 Quadratmeter groß, vorgesehen. Ein Haus wird gegenüber den drei in Abschnitt zwei aufzustockenden Bauten liegen, das andere östlich des Thüringer Parks am nordöstlichen Rand des Hessenrings.

Infos für Mieter

Nachverdichtung, wie sie am Hessenring geplant ist, ist vielerorts umstritten. Bedeutet sie doch für bestehende Mieter häufig Baulärm oder steigende Kosten. Tokarski möchte beruhigen, verspricht Beteiligung der Mieter respektive deren Vertreter. Jeder Mieter werde informiert, der VBS biete Betreuung an, im Ernstfall auch eine andere Wohnung, wenn zum Beispiel ein Schichtarbeiter tagsüber schlafen muss, während auf der Baustelle gearbeitet wird.

Für die Zeit der Arbeiten werde die Miete gemindert. Und Tokarski sagt zu: „Wir legen keine Modernisierungskosten um.“ Die Häuser, die aufgestockt werden, werden energetisch saniert, bekommen neue Heizung, Dämmung, Fenster und logischerweise ein neues Dach. Aber: Niemand bekäme zum Beispiel ein neues Bad aufgezwungen.

Alexander Müller, der Leiter des städtischen Bauamts, sagt zudem: „Das Grün wird bleiben.“ Die Verwaltung habe sich Gedanken gemacht, wo eine solche Maßnahme verträglich sei. Er sieht sogar einen positiven städtebaulichen Aspekt.

Ähnlich äußert sich Erster Stadtrat Knobloch, für den das Projekt „ein Teil des Masterplans Quartiersentwicklung Hessenring“ ist. Er nimmt damit Bezug auf Maßnahmen der Sozialen Stadt wie die Schaffung des Thüringer Parks. Außerdem sieht er im Bauprojekt ein Zeichen gen Frankfurt – Stichwort Stadtteil-Diskussion. Steinbach äußere sich nicht einfach nur gegen die Pläne, die Stadt schaffe selbst bezahlbaren Wohnraum.

Am 11. Februar sollen sich die Stadtverordneten zum VBS-Projekt äußern, auch wenn kein Bebauungsplan erforderlich sei. Die Verwaltung will von der Politik ein Votum für das Projekt.

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