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Stolz auf das eigene Handwerk

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Die beiden Azubis Eva-Maria Eikelmann und Murat Toprak (von links) können stolz auf ihr Plakat sein, das sie trotz Wind und Wetter gefertigt haben. © Ingrid Schmah-Albert

Usingen (sai). Fachkräftemangel und fehlende Azubis im Handwerk sorgen die Branche. Daher hat sich der Verband »Farbe Gestaltung Bautenschutz« Hessen zusammen mit seinen 25 Maler- und Lackierer-Innungen sowie dem Bundesverband, Berufsschulen, Handwerkskammern und weiteren Projektpartnern ein kreatives Nachwuchsanwerbe-projekt ausgedacht. Mit der Plakataktion »Mal was Echtes - Werde Maler/in und Lackierer/in« möchte die Branche um Nachwuchs werben und über Ausbildungs- und Karrierechancen im Maler- und Lackiererhandwerk informieren.

Aus dem Usinger Land sind sowohl der Malerbetrieb Walter in Wehrheim mit der Auszubildenden Eva-Maria Eikelmann, als auch Wilhelm Baudekoration in Usingen mit seinem Auszubildenden Murat Toprak vertreten. Der junge Mann im dritten Lehrjahr beteiligt sich aus mehreren Gründen an der Aktion. Zum einen möchte er auf die Vielseitigkeit dieses Berufs aufmerksam machen und zum anderen auch mal groß und öffentlich zeigen, was er »drauf hat«.

Viele Fähigkeiten im Beruf vereint

Denn der Maler- und Lackiererberuf bedeute nicht nur Wände zu tapezieren und zu streichen, es gebe noch viele weitere Bereiche und oft sei Kreativität gefragt. Zwar wünsche er sich dafür etwas mehr Mut vonseiten der Kunden, sich auf die Expertise der Handwerker einzulassen und deren Ideen und Erfahrung zu vertrauen, statt Wände immer nur weiß zu streichen, doch insgesamt sei er zufrieden damit, welche unterschiedlichen Aufgaben in seinem beruflichen Alltag zu meistern seien.

Toll sei auch, dass man neben dem eigentlichen Gewerk auch eine Vielzahl an weiteren handwerklichen Fähigkeiten mitbekomme und die auch nützlich für die eigene berufliche, wie persönliche Entwicklung seien. »Man lernt viel fürs eigene Leben. Zum Beispiel kann man auch mal im eigenen Haus selbst Hand anlegen«, ist für ihn ein wichtiges Argument. Und man sehe sofort ein Ergebnis seiner Arbeit, das sei sehr zufriedenstellend - erst recht, wenn man seine eigenen Ideen verwirklichen könne, zählt Toprak weitere positive Aspekte auf, warum er den Schritt zur Ausbildung als Maler und Lackierer nicht bereut. Dass er nach Tarif bezahlt werde, sei ebenfalls wichtig, denn so habe er eine gewisse finanzielle Planungssicherheit.

Plakate an über 50 Standorten

Diese Aspekte bestätigt auch Eva-Maria Eikelmann, Auszubildende im ersten Lehrjahr. Sie wachse an diesem Projekt und sie sei stolz, dass sie an der Aktion teilnehmen dürfe. Mit diesem Gemeinschaftsprojekt rückten sowohl die Betriebe, als auch die Innungen näher aneinander und unterstützten sich, denn sowohl der Nachwuchsmangel, als auch der Nachfolgermangel bereite allen Betrieben große Sorgen, macht Chefin Isabell Walter deutlich.

Beim Nachwuchswerbeprojekt »Mal was Echtes« fertigen die Azubis an über 50 Standorten in ganz Hessen, sechs davon im Hochtaunuskreis, handwerklich Motive auf Großflächenplakaten im Einzugsgebiet der 25 Innungen an, darunter eben auch Toprak und Eikelmann. Bei ihrem Gemeinschaftswerk gegenüber der Polizeistation in Bad Homburg zeigen die beiden verschiedene »Ur-Techniken« des Malerhandwerks anhand des Handwerkswappens. Das Plakat wird dabei nicht in der Werkstatt gefertigt, sondern direkt vor Ort und unter den Augen der Öffentlichkeit. »Alle Plakate sind Unikate«, betont Walter, die die Gestaltung begleitet. Über die Plakataktion produziert der Verband Videoclips auf dem Instagram-Account »Die_Maler_in_Hessen«.

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