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Stürme haben die Wunden im Wald vergrößert

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Von: Matthias Pieren

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Auf dem Taunushauptkamm entlang des Limes-Erlebnisweges liegen die vom Sturm umgeworfenen Bäume kreuz und quer.
Auf dem Taunushauptkamm entlang des Limes-Erlebnisweges liegen die vom Sturm umgeworfenen Bäume kreuz und quer. © map

Forst zieht Schadensbilanz von Mitte Februar - Vor allem die Hochlagen haben gelitten

Hochtaunus -Schon die Prognosen hatten nichts Gutes erahnen lassen. Die Ankündigung der Orkanstürme vom vorletzten Wochenende hatte die Verantwortlichen in den Forstämtern von Hessen Forst sowie in den Stadtförstereien in Alarmbereitschaft versetzt. Zurecht. Die drei aufeinanderfolgenden Sturmtiefs Xandra, Ylenia und Zeynep, die im kurzen Abstand von Westen und Nordwesten kommend auf den Taunus prallten, haben dem heimischen Wald nach den bestehenden Narben der jüngsten Dürresommer weitere Wunden zugefügt.

"Wir hatten gehofft, dass wir nach den Schäden durch das Fichtensterben infolge des Borkenkäferbefalls die Kalamitäten einigermaßen im Griff haben", sagt der Leiter des Forstamtes Königstein (Hessen Forst) Sebastian Gräf. "Das war leider eine Illusion. Durch die neuen Sturmschäden bleibt unsere Belastung weiterhin extrem hoch."

Im gesamten Forstamtsbezirk, zu dem auch Wälder des Main-Taunus-Kreises zählen, seien zusammen 15 000 Festmeter (FM) Holz vom Sturm geworfenen worden. Alleine auf die Feldberg-Reviere Billtalhöhe, Schmitten und Brombach in den Hochlagen des Taunus entfallen 10 000 FM.

Pflege der Bestände muss nun warten

Um diese Zahl einordnen zu können, beziffert Gräf den in den Waldwirtschaftsplan seines Forstamtsbezirkes geplanten gesamten Holzeinschlag von 100 000 FM pro Jahr. "Gerade in den West- und Nordwest-Lagen des Taunushauptkamms, und dort vor allem in den Beständen, die durch das weitflächige Fichtensterben bereits angerissen waren, gibt es weitere Sturmschäden."

Trotz der enormen, wegen des Fichtensterbens notwendig gewordenen Fällungen, stehen im Staatswald der genannten drei Revierförstereien rund um den Feldberg dennoch weiterhin rund 800 000 bis eine Million Festmeter Fichten.

Nach den vergangenen Extremjahren hätte nun eigentlich die Pflege der Bestände angestanden, die noch nicht von Dürreschäden, Kahlschlägen und Wiederaufforstungen betroffen waren. "Das müssen wir nun nochmals zurückstellen", bedauert Gräf.

Immerhin: "Im von uns betreuten Staatswald im Vordertaunus sowie in den Beständen der Revierförstereien Glashütten, Königstein, Kronberg und Friedrichsdorf gab es lediglich einzelne ,Nesterwürfe' im Umfang von wenigen hundert Festmetern."

Auch die Stadt Bad Homburg vermeldet für ihren Stadtwald vereinzelt umgeworfene Bäume, die über das gesamte Revier vom Hardtwald bis zum Sandplacken verteilt lägen. "Betroffen sind alle Baumarten", teilt Stadtsprecher Marc Kolbe mit. "Wir müssen die Sturmschäden so rasch wie möglich beseitigen, damit der Borkenkäfer keine erneuten Brutstätten findet."

Ganz so schlimm wie in den Hochlagen des Taunus sind die Schäden in den vom Forstamt Weilrod betreuten und bewirtschafteten Reviere Weilrod, Grävenwiesbach und Wehrheim nicht. "Die Intensität der Stürme hatten bei uns nicht die Stärke, wie rund um den Feldberg", teilt Uwe Neun vom Forstamt Weilrod mit. "Leider sind vor allem die beim notwendigen Kahlschlag stehen gelassenen Einzelstämme eingemischter Baumarten betroffen."

Eigentlich hätten diese Kiefern, Lärchen und Douglasien sowie Laubbäume auf den Freiflächen eine Beschattung der Flächen übernehmen sollen. Auch seien diese als Samenbäume für die künftige Naturverjüngung dieser Baumarten stehen gelassen worden. Am meisten betroffen sei die Gemeinde Weilrod.

Insgesamt sind nach seinen Schätzungen in diesen drei Revieren 10 000 Festmeter Holz angefallen. Aber: "Leider zeigt uns die Erfahrung, dass die ersten Schätzungen immer übertroffen wurden, weil viele Waldgebiete erst nach geraumer Zeit zugänglich gemacht werden können, die Wege können nicht alle gleichzeitig geöffnet werden."

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