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Tanzen auf der Bühne und im Saal ist Trumpf bei der Faschingssitzung der Stierstädter Karnevalisten. Fotos. Reichwein

Tanzsitzung des CV

Tänzer brauchen keine Bütt

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Eine Sitzung, auf der zwar gesessen wird, aber ansonsten getanzt, das ist verhältnismäßig neu in Stierstadt. Doch das Konzept geht auf, und Stierstadts „Tanzbärn“, die Garden und alle Gäste kamen bei der Tanzsitzung des CV voll auf ihre Kosten.

Eine Tanzsitzung, das ist ungewohnt. Aber Innovationen sind auch in der Fastnacht gefragt. Und so ganz neu ist diese Art von Faschingsvergnügen beim Carneval Verein Stierstadt (CV) auch wieder nicht, denn am Samstag startete in der Turnhalle Platanenstraße die zweite Auflage. „Wir haben das vergangenes Jahr zum ersten Mal gemacht, weil die Leute immer gesagt haben, wir wollen Party, also geben wir ihnen Party“, erklärt Ex-Sitzungspräsident Hans Walther.

Damit auch so richtiges Tanzgefühl aufkommt, hatten die Veranstalter in der Turnhalle zwischen Tischen und Stühlen sowie der Bühne eine Fläche mit Diskokugel und professioneller Lichttechnik eingerichtet. Für Letztere zeichnete die angehende Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Marcel Walther (18), mit Kollegen verantwortlich. Der ließ für seinen Heimatverein – er lebt und arbeitet jetzt in Thüringen – die „Moving Heads“ und auch die „Robe MMX Spots“ (bewegliche Scheinwerfer) buntes, strahlendes Licht von der Decke sprühen.

Ob die Minis als kleine Balus mit ihrem Dschungelbuchthema, die Midis in violett glitzernden Kleidchen oder die CV- Garde mit einem Dance-Medley, das die Mädels trotz anstrengender Figuren luftig leicht aussehen ließen – Marcel setzte alle in ein gutes Licht. Natürlich auch die ganzen tanzenden sowie singenden Tollitäten wie etwa das Dreigestirn aus Bad Homburg, Prinz Rüdiger I. und Gefolge aus Oberursel, das Kinderprinzenpaar aus Bommersheim samt Anhang und Prinz Roman I. aus Usingen. Die närrischen Hoheiten stürmten den Saal im Minutentakt und weilten bald alle gemeinsam auf der Bühne, wo sie ganz nach Tanzsitzungsart zusammen schunkelten. Zwischen den Auftritten blieben immer mindestens 15 Minuten Zeit für das Publikum zum Tanzen. Die Musik dazu lieferten die Orscheler Hobbymusiker 2 Takt Gemisch oder sie kam aus der Konserve. Die Auswahl ging von der Spider Murphy Gang oder Mickey Krause über Marius Müller- Westernhagen und Andreas Gabalier hin zu Elvis. Hielten sich die älteren und größeren „Stierstädter Tanzbärn“ auch zu Beginn noch etwas zurück, immer auf dem Dancefloor anzutreffen war die kleine Enya (2). Das rote Lockenköpfchen reckte die Händchen in die Luft, wiegte die Hüften und hüpfte von einem Bein aufs andere. Da konnten kleine Elfen und Feen sowie große Piraten und Cowgirls nicht lange zusehen. Schnell war ein Kreis aus Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern gebildet. Sogar zwei Zebras gesellten sich dazu. Ein Paar aus Stierstadt im Glitzerwesten-Partnerlook präsentierte daneben sein Können in den Standardtänzen Foxtrott und Cha-Cha-Cha. Immer dazwischen und mittendrin am Organisieren, aber auch am Mitswingen: Mädchen für alles und gute Seele des CV, Inge Oberreich. Von den Luftballons in Vereinsfarben an Decke und an den Wänden erzählt sie: „Das sind 2500 Stück, die wir mit 14 Helfern in fünf Stunden aufgepumpt haben.“ Währenddessen zaubert Marcel rote und grüne Kreise oder Ringe aus Licht auf die Tanzfläche sowie helle Kegel über die Köpfe der Gäste.

Die Crals vom Kransberger Tanzverein unter dem Motto „Miniplaybackshow“ und die Midishowtanzgruppe als Ghostbusters lieferten später noch einmal Choreographien der Extraklasse zu gut ausgesuchten fetzigen Rhythmen. Einzige Comedydarbietung an diesem Abend die „Trockentücher“ aus Stierstadt. Karsten Konrad, Mario Nebenführ und Andreas Neutsch sorgten mit trockenem, einfachem Humor dafür, dass kein Auge trocken blieb. Eine Polonaise mit allen Akteuren und Gästen rundete die Tanzsitzung ab. Die beiden Testballons sind hochgeflogen, sicher werden die Leute sich auf weitere Tanzsitzungen freuen dürfen.

(rosa)

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