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Tagesmütter dringend gesucht

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Tagesmutter Elke Hirt aus Merzhausen bietet individuelle Betreuung für die Kleinsten an. © Kreutz

Usinger Land (evk). In vielen Kommunen des Usinger Landes fehlen Kinderbetreuungsplätze, weil in den Kindergärten nicht genug Platz oder Erzieherinnen vorhanden sind. Zunehmend wichtiger wird die Betreuung durch Tagesmütter. Aber auch hier bräuchte es dringend mehr qualifizierte Anbieter.

In Schmitten stehen aktuell zwölf Einjährige, 14 Zweijährige und 17 über Dreijährige auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz bis zum 31. Juli. »Die Warteliste ist schon deutlich kleiner geworden«, stellt Heike Eifert aus der Verwaltung fest. Bis zum gewünschten Aufnahmetag in einem der beiden gemeindlichen oder katholischen Kindergärten versucht sie eine Lösung für die Eltern zu finden. Wenn ein Platz wegen Wegzugs frei wird, besetzt sie ihn umgehend neu. Und sie gibt Informationen zur Montessori Eco School und die Adressen der fünf in Schmitten ansässigen Tagesmütter sowie von Einrichtungen in den Nachbarkommunen weiter.

Wie viele Schmittener Kinder von Tagesmüttern betreut werden, weiß Eifert nicht. Der Kinderbetreuungsservice (KBS) des Vereins Lichtblick in Usingen ist für Vermittlung, Qualifizierung und Betreuung von Tagesmüttern zuständig. Beate Kleemann vom KBS teilt auf Anfrage nach der Situation im Usinger Land mit: »Wir finden immer noch irgendwo ein Plätzchen, aber es ist eng.« Damit spielt sie darauf an, dass sich bisher keine Interessenten gemeldet haben, um im nächsten Jahr eine Qualifikation als Tagesmutter zu absolvieren.

Aktuell seien im Usinger Land 20 qualifizierte Tagesmütter im Einsatz, manche schon bis 2024 ausgebucht. Nur theoretisch dürfen Tagesmütter maximal fünf Kinder in ihren eigenen oder in angemieteten Räumen betreuen. Fehlt es an Platz, wird die Pflegeerlaubnis nur für weniger Kinder erteilt. Laut Kleemann betreuen Tagesmütter Kinder bis zu drei Jahren. Gerade für die Jüngsten sei eine kleinere Gruppe eine gute Alternative zur Kindertagesstätte. Und wie sieht es mit den Kosten aus? Da Tagesmütter selbstständig tätig sind, können die Kosten variieren. »Im besten Fall zahlen die Eltern nur 2,35 Euro pro Stunde und einen zusätzlichen Betrag für das Essensgeld«, so Kleemann.

»In Abhängigkeit von den Kita-Gebühren der Kommunen kann ein Platz bei einer Tagesmutter, die private Zuzahlungen berechnet, dann schon bis zu 400 Euro teurer sein«, stellt Kleemann fest. In Schmitten sei zum Beispiel die U3-Betreuung in den Kitas seit Jahren so teuer, dass es kaum einen Unterschied mache zur Betreuung durch eine Tagesmutter. Kleemann rechnet damit, dass weitere Kommunen die Gebühren anheben werden.

Gute Betreuung sei nicht zum kleinen Preis zu bekommen. Seit Corona fehlen dem KBS Interessenten, die sich zur Tagesmutter fortbilden lassen. Voraussetzung für die Teilnahme an der sechs Monate dauernden Qualifizierung ist ein Schulabschluss, ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Gesundheitszeugnis und der Nachweis geeigneter Räume. Die nächste Qualifizierung soll im Frühjahr starten. Wegen Corona kann es sein, dass einige Unterrichtseinheiten online stattfinden. Anschließend folgt direkt eine berufsbegleitende Qualifizierung.

Wer eine Tagesmutter sucht oder Tagesmutter werden will, kann sich beim KBS melden unter kbs-usingen@web.de oder telefonisch unter 06081/4 46 06 35 während der Öffnungszeiten - Dienstag- und Donnerstagvormittag zwischen 9 und 12 Uhr.

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