Der Taunus wächst und wächst

Eine Aussage gilt für jede der 13 Städte und Gemeinden im Hochtaunus: Es gibt zu wenig Wohnungen. Der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat dazu jetzt handfeste Zahlen geliefert.

Eine Aussage gilt für jede der 13 Städte und Gemeinden im Hochtaunus: Es gibt zu wenig Wohnungen. Der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat dazu jetzt handfeste Zahlen geliefert. Demnach werden bis zum Jahr 2030 rund 14 000 zusätzliche Wohnungen benötigt, um den Bedarf zu decken. Das entspricht einer Steigerung um 12,7 Prozent, gemessen am derzeitigen Wohnungsbestand im Hochtaunuskreis von rund 110 000 Wohnungen.

Wesentliche Gründe für den hohen Bedarf sind der bereits vorhandene Wohnraum-Mangel und die Bevölkerungsentwicklung, die für alle Taunus-Kommunen einen Anstieg erwarten lässt und auch künftige Flüchtlingszahlen berücksichtigt. Laut Regionalverband erhöht sich die Zahl der Einwohner im Hochtaunuskreis von 229 167 (2013) auf 245 200 im Jahr 2030. Aber der Zuzug ist nur ein Faktor. Vor allem im Taunus nimmt auch die Wohnfläche pro Einwohner stetig zu – ein Phänomen, das sich durch die älter werdende Babyboomer-Generation weiter verschärfen wird. „Viele werden in ihren Häusern und Wohnungen bleiben. Das heißt: Selbst wenn die Bevölkerung nicht wachsen würde, würden mehr Wohnungen gebraucht“, erklärt Matthias Böss, Fachstellenleiter Daten und Analysen beim Regionalverband.

In die Berechnungen ist zudem der sogenannte Ersatzbedarf eingerechnet, also jene Wohnungen, die wegfallen, weil sie nicht mehr genutzt werden können. Alles in allem werden demnach bis 2030 allein in Bad Homburg 3418 Wohnungen gebraucht. Das ist eine Steigerung um 12,8 Prozent gegenüber dem Bestand.

Für die weiteren Taunus-Kommunen hat der Regionalverband folgenden Bedarf errechnet: Oberursel 2889 (plus 13,4 Prozent), Friedrichsdorf 1465 (12,6), Königstein 1076 (14,1), Kronberg 1032 (11,8), Neu-Anspach 780 (12,4), Usingen 728 (11,9), Schmitten 578 (137), Wehrheim 573 (13,5), Steinbach 523 (10,9), Grävenwiesbach 294 (12,9), Weilrod 280 (9,3) und Glashütten 268 (11,0).

Es muss also viel gebaut werden, um den Bedarf bis 2030 zu decken. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die Möglichkeiten dazu sind gegeben. Laut Regionalverband hat der Hochtaunuskreis aktuell Reserveflächen für rund 12 000 Wohnungen. Nimmt man Baulücken und Häuser, die aufgestockt werden können, hinzu, ist der Bedarf rein rechnerisch kompensiert. „Wir haben kein Kapazitätsproblem. Es ist eine Frage der Aktivierung“, sagt Böss. Oft sind es politische Gründe oder Bürgerproteste, die eine Bebauung verfügbarer Flächen verhindern. Und deshalb ist nicht davon auszugehen, dass überall dort gebaut wird, wo gebaut werden kann. Gleichwohl entstehen zurzeit in nahezu allen Hochtaunus-Kommunen neue Wohngebiete und sind weitere geplant.

In Bad Homburg etwa ist die Bebauung des Vickers- und Klinik-Areals und des Hühnersteins in Ober-Erlenbach beschlossene Sache; über 1000 Wohneinheiten werden dort entstehen. Mehrere Hundert Wohneinheiten könnten zudem durch eine Bebauung des Bornbergs geschaffen werden. Die Nachbarn in Friedrichsdorf haben mit dem Gelände Plantation/Petterweiler Holzweg und dem ehemaligen Philipp-Reis-Schulgelände ebenfalls zwei große Flächen, auf denen zusammen über 1000 Menschen wohnen werden.

Zieht man einen Vergleich zu anderen Kreisen und Kommunen in der Region, steht der Hochtaunus gar nicht so schlecht da. Für den Main-Taunus-Kreis wurde beispielsweise ein Bedarf von über 16 400 neuen Wohnungen bis 2030 ermittelt. Frankfurt müsste 74 000 weitere Wohnungen bauen, um den Bedarf zu decken.

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