Trotz Regens haben sich am MOntagnachmittag in der Bad Homburger City schon die ersten Gäste in der Außengastronomie eingefunden.
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Trotz Regens haben sich am Montagnachmittag in der Bad Homburger City schon die ersten Gäste in der Außengastronomie eingefunden.

Pandemie

Corona-Lockerungen für Restaurants und Cafés: Taunus-Wirte dürfen wieder Gäste empfangen

  • Anke Hillebrecht
    vonAnke Hillebrecht
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Der Hochtaunuskreis hat niedrige Inzidenzen und damit neue Freiheiten: Seit Anfang der Woche kann die Gastronomie im Außenbereich unter Auflagen öffnen.

Hochtaunus -Regengüsse und kurze Sonnenmomente im Wechsel - für Menschen, die sich seit Wochen danach sehnen, mit anderen endlich mal wieder ein frisch Gezapftes unter freiem Himmel zu trinken, ist das wechselhafte und kalte Maiwetter kein Hindernis. Seitdem bekannt war, dass die Außengastronomie im Taunus trotz Corona am gestrigen Montag wieder öffnen durfte, stand im Alt-Oberurseler Brauhaus das Telefon nicht mehr still.

18 Gäste zählte Inhaber Thomas Studanski gestern gegen 13 Uhr in seinem Biergarten. Und das waren nicht ausschließlich doppelt-geimpfte Rentner mit Zeitpotenzial. "Ein Stammgast hat extra Urlaub genommen, um bei der Wiedereröffnung dabei zu sein", erklärt der Dehoga-Vorsitzende - und muss auch schon wieder weitermachen. Denn er und sein Team haben genug zu tun. Stichwort: Kontrolle.

Ins Brauhaus gibt es vier Wege: Entweder man bringt ein negatives Schnelltest-Ergebnis mit (nicht älter als 24 Stunden) oder man macht einen kostenpflichtige Schnelltest im Brauhaus und darf - bei einsprechendem Ergebnis und nach einer Viertelstunde Wartezeit) hinein. Oder aber man zeigt Impfpass mit den beiden Vakzin-Aufklebern plus Personalausweis oder Führerschein vor. Letzte Möglichkeit: Als Genesene(r) hat man ein dies bezeugendes Schreiben des Hochtaunuskreises dabei, dass man Corona hatte und nun wieder gesund ist. Dieses sieht Studanski meist per Mail, es werde aber auch per Post zugestellt. Masken müssen alle tragen - denn wer muss und wer möglicherweise nicht, kann, wenn mal alle sitzen, nicht mehr nachgeprüft werden.

Viele Gäste versuchten es bei den Gaststätten im Taunus erst mal ohne Test

(Noch) nicht ganz so erfolgreich lief das Comeback gestern bei "Pane e vino" auf der Louisenstraße in Bad Homburg. Zumal viele Gäste ohne eines der erforderlichen Dokumente kämen, wie ein Mitarbeiter des italienischen Restaurants erklärte. Die musste er dann natürlich stets wegschicken, so dass die Gästezahl am Nachmittag überschaubar blieb. "Manche Besucher sagen, das mit der Testpflicht sei ein Witz", so der Gastwirt.

Der Kreis hat unterdessen eine Antwort auf die häufig gestellte Frage gegeben, wie sich Geimpfte und Genesene ausweisen. "Alle Bürger*innen des Hochtaunuskreises, die in den vergangenen sechs Monaten per PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet wurden, erhalten automatisch eine entsprechende amtliche Bescheinigung vom Kreis-Gesundheitsamt (GA)", heißt es aus dem Kreishaus. Mehr als 5000 Briefe sollen noch in dieser Woche versendet werden.

Weil es einige Tage dauern kann, bis das amtliche Schreiben ankommt, empfiehlt das GA Genesenen, den PCR-Testbefund gut aufzuheben. "Der Befund entfaltet nach 28 Tagen eine gleiche rechtliche Wirkung wie die Bescheinigung, die der Landkreis nun für die vergangenen sechs Monate ausstellen wird."

Für vollständig Geimpfte genüge als Nachweis der Eintrag im Impfausweis. Für Personen mit Krankheitssymptomen, die typisch für eine Covid-19-Infektion sind, gelten sämtliche Erleichterungsregeln allerdings nicht.

Hochtaunuskreis orientiert sich an Verordnungen des Landes Hessen

Bei der Stadt Bad Homburg will man genau prüfen, welche Öffnungsschritte mit welchen begleitenden Maßnahmen möglich sind. Basis dafür sind immer die jeweiligen Verordnungen des Landes, die aber offenbar zu viel Raum für Interpretationen lassen, um einen klaren Fahrplan aufstellen zu können. "Die Verordnungen sind nicht immer einfach zu lesen, wir warten noch auf die Ausführungsbestimmungen des Landes", formuliert es Stadtsprecher Marc Kolbe diplomatisch und ergänzt: "Wir wollen den Bürgern nichts nehmen, gehen aber als Verwaltung vorsichtig ans Thema ran."

So bleibt es etwa im Rathaus beim Status quo: Für den Besuch des Stadtbüros sind weiterhin Termine nötig. Die Stadtbibliothek bietet weiter nur Online-Bestellungen an, soll aber im Juni wieder für Besucher öffnen. Auch die Bürgerhäuser bleiben zunächst geschlossen, doch die Prüfung, wie und wann geöffnet werden kann, laufe. Das Schaudepot im Horex-Museum öffnet am Samstag wieder.

Start wartet noch auf genaue Anweisungen

Konkreter wird es für die Kultur in der Englischen Kirche. So plane man, die Ausstellung des Fotoclubs wie vorgesehen am 29. Mai zu öffnen. "Die Vernissage wird definitiv noch als Online-Veranstaltung durchgeführt werden, aber dann ist ein Besuch zu den gewohnten Öffnungszeiten möglich", skizziert Kolbe. Vermutlich sogar ohne Anmeldung. Am Eingang müsse geschaut werden, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig drin sind. Auch am Programm für den Sommer (Ausstellungen) und den Herbst (Konzerte und andere Veranstaltungen) halte man fest. "Da müssen wir aber in den kommenden Monaten schauen, wie die Situation dann ist und wie viele Besucher kommen können."

Der Hölderlinpreis, da legt sich die Stadt fest, wird am Sonntag, 13. Juni, im Rahmen einer Hybrid-Preisverleihung vergeben. Kolbe: "Die Verleihung wird auf jeden Fall auf Youtube gestreamt. Außerdem ist eine Feier geplant - allerdings nicht mit den sonst üblichen 200 Gästen." Kulturamtsleiterin Dr. Bettina Gentzcke hatte jüngst dem Kulturausschuss gesagt, dass dann rund 30 Personen in die Schlosskirche eingelassen werden dürften - die meisten von ihnen geladene Gäste. Wie all das kontrolliert werden soll, weiß man beim Ordnungsamt auch nicht. Hier wartet man noch auf weitere Auslegungsbestimmungen.

Hochtaunuskreis lockert: Saalburg darf wieder öffnen

Während sich das Schloss noch bis Samstag Zeit lässt, wird die Saalburg am morgigen Mittwoch ihre Tore öffnen und dann zu den üblichen Zeiten, täglich von 9 bis 18 Uhr, geöffnet haben. "Es werden der Außenbereich sowie die Ausstellungsbereiche in den Innenräumen zugänglich sein", erläutert der Direktor des Römerkastells, Dr. Carsten Amrhein. Voraussetzung sind eine Anmeldung über www.saalburgmuseum.de und die Vorlage der Anmeldebestätigung an der Kasse. Innen müssen Besucher Masken tragen. Empfohlen ist ein Negativ-Test - den muss man auf der Saalburg aber nicht vorgelegen. Führungen gibt es zunächst nicht.

Auch wer ins Fitnesscenter will, braucht jetzt einen Negativ-Test. Das Studio "David Lloyd" im Niederstedter Weg hat seit vorigen Sonntag ein eigenes Testcenter - das wurde auch schon rege genutzt. Es hat montags bis freitags von 5.45 bis 20.30 Uhr, samstags, sonntags sowie an Feiertagen von 8 bis 19 Uhr geöffnet. (Anke Hillebrecht und Harald Konopatzki)

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