DRK-Kreisverband

Technische Helfer erleichtern Einsätze im Hochtaunus

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Vor wenigen Wochen berichtete die Taunus Zeitung, dass der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hochtaunus neun Rettungstransportwagen (RTW) der neusten Generation anschaffen wird. Jetzt nahmen die Chefretter den Prototyp des Hightech-RTW erstmals in natura in Augenschein, in Fulda auf der Rettmobil, Europas größter „Blaulichtmesse“.

Wer eine neue Küche hat, führt gerne einen ihrer Effekt vor: Schubladen, die sich nach dem Motto „Sesam schließe dich“ automatisch zuziehen. Selbstschließende Laden gibt es auch in dem neuen Rettungswagentyp, den der Kreisverband Hochtaunus in Kürze in Betrieb nehmen wird. Dessen Prototyp stand jetzt auf der Rettmobil in Fulda, der größten europäischen „Blaulichtmesse“, im Mittelpunkt des Interesses vieler Fachbesucher.

Auch DRK-Kreisgeschäftsführer Axel Bangert und die beiden Rettungsdienstleiter Felix Segert und Heiko Himmelhuber waren für einen Tag nach Fulda gereist, um das gute Stück erstmals in natura in Augenschein zu nehmen. Neun davon hat der Kreisverband für insgesamt 1,3 Millionen Euro geordert. Weit mussten die Chefretter nicht ins Messegetümmel vordringen, denn der neue RTW stand gleich im Eingangsbereich auf dem Ausstellungsplatz eins, wo er, so Bangert, auch hingehört.

Kaum hatte Christian Gelzer, Vertriebschef des Aufbauherstellers Ambulanz Mobile aus Schönebeck bei Magdeburg, das Fahrzeug aufgeschlossen, war Heiko Himmelhuber auch schon mittendrin und dabei, alle Knöpfe, Schalter und Hebel auszuprobieren. Die Schubladen hatten es ihm angetan. Wie von Geisterhand ziehen sie sich zu, ein leises metallisches Schnappen signalisiert, dass sie richtig geschlossen sind. Genau diese Schnapper waren es, die Himmelhuber über die Arbeit der Konstrukteure schwärmen ließ: „Es sieht aus wie eine Kleinigkeit, aber es ist ungeheuer wichtig, dass die Schubladen ordentlich schließen und bei einem Zusammenstoß niemand verletzt wird – die Schnapper müssen 10 G, also die zehnfache Erdbeschleunigung, aushalten.“

Wie sicher das Auto ist, erläuterte Ambulanz Mobile-Inhaber Hans-Jürgen Schwarz: „Wir haben den Kofferaufbau mit drei Dummys an Bord bei einem Crashtest mit 50 km/h gegen einen 120 Tonnen-Betonklotz gefahren – alle Insassen hätten den Aufprall überlebt.“

Die Grundkonzeption der neuen RTWs, von denen der DRK-Kreisverband noch in diesem Jahr neun Fahrzeuge in Dienst stellen wird, stammt vom stellvertretenden Rettungsdienstleiter Heiko Himmelhuber. In Schönebeck wurden die Wünsche Stück für Stück umgesetzt. So findet sich die ganze Elektronik nicht mehr hinter dem Fahrersitz, sondern in einem von außen gut zugänglichen Schrank, seitlich im Aufbau. Dadurch kann der Koffer in weniger als vier Stunden komplett gewechselt werden. Dazu muss die Elektronik nur mit einem einzigen Kabel umgesteckt werden. „Plug and rescue“, freut sich Schwarz. Die Möglichkeit den noch intakten Koffer auf ein neues Auto zu montieren, war einer der Gründe des Verbandes, sich für diese Konfiguration zu entscheiden. Ausgetauscht werden müssen die Fahrzeuge über kurz oder lang wegen neuer gesetzlicher Bestimmungen im Rettungsdienst ohnehin.

Bei dieser Gelegenheit setzte der Kreisverband gleich auf innovative Rettungstechnik. Kernstücke der neuen Autos sind die elektrohydraulischen Hubmechanismen für die Schwerlasttrage und den Krankenstuhl. „Das erspart unseren Mitarbeitern im Rettungsdienst etwa eine Tonne Rückenwirbelbelastung“, begründet Bangert den üppigen Aufpreis von 30 000 Euro pro Auto, der sich schon bald in Mitarbeitergesundheit auszahlen werde.

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