Im vergangenen Jahr boomte der Ausflugs-Tourismus im Naturpark Taunus.
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Im vergangenen Jahr boomte der Ausflugs-Tourismus im Naturpark Taunus.

Freizeit

Trotz Corona - mehr Tagestouristen im Taunus

  • vonMatthias Pieren
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Die Zahl der Übernachtungen im Hochtaunuskreis ist 2020 eingebrochen. Trotzdem kamen mehr Touristen.

Bad Homburg - Nach den Rekord-Übernachtungszahlen, die das Hessische Statistische Landesamt (HSL) im Jahr 2019 für die Urlaubsregion Taunus ausgewiesen hatte, brachen diese im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte massiv ein. Mit einem Minus von 59 Prozent wurden 2020 von den Statistikern in Wiesbaden lediglich 463 090 Ankünfte (also Übernachtungsgäste) gezählt. Damit lagen die Hoteliers sowie die Betreiber von Pensionen und Ferienwohnungen in der touristischen Destination Taunus - die weit größer ist als nur der Hochtaunuskreis - noch besser als der Landesdurchschnitt.

Hessenweit lag der Rückgang bei den Ankünften im Vorjahr im Vergleich zu 2019 bei minus 56,9 Prozent. Keine Frage: Hoteliers und die Gastronomen wurden extrem gebeutelt und gehören rein wirtschaftlich zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Berufsgruppen.

Trotz dieser erwarteten Hiobsbotschaft gab es dennoch einen Lichtblick, der durchaus Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten gibt: Die Verweildauer jener 463 000 Übernachtungsgäste im gesamten Taunus hat sich in jenen Wochen des vergangenen Jahres, in denen die Beherbergungsbetriebe Gäste empfangen durften, überraschend um rund ein Drittel von 3,2 auf nunmehr 4,5 Tage verlängert. Hessenweit lag der durchschnittliche Anstieg dieser so genannten Verweildauer bei gerade mal 0,5 Tagen.

"Der Hochtaunuskreis, der einen großen Teil des Kerngebietes der Freizeitregion Taunus umfasst, zählte im vergangenen Jahr 192 117 Ankünfte", teilt dazu Sarah Menzebach vom Taunus Touristik Service (TTS) mit. "Das sind 60,6 Prozent weniger als 2019. Die Zahl der Übernachtungen im Hochtaunuskreis ist um 45,8 Prozent auf 759 119 gesunken."

Die Verweildauer der Gäste hat sich im Hochtaunuskreis um 1,1 Tage auf durchschnittlich 4 Tage erhöht. Über die Gründe, warum sich die Aufenthaltsdauer und damit die Zahl der Übernachtungen in allen Regionen und Landkreisen innerhalb des Naturparks Taunus erhöht hat, kann man freilich nur spekulieren.

Es ist durchaus denkbar, dass bedingt durch die Reiseeinschränkungen infolge der Corona-Pandemie tatsächlich zunehmend wieder Menschen aus anderen Teilen Deutschlands in den deutschen Mittelgebirgen - und somit auch im Naturpark Taunus - einen Kurzurlaub verbracht haben.

Beliebteste Tätigkeit war das Wandern

"Die Anzahl der Tagestouristen ist 2020 spürbar angestiegen", formuliert die TTS-Sprecherin eine Einschätzung, die zahlenmäßig nicht näher belegt wird, sich aber durchaus mit den persönlichen Eindrücken vieler Bürger aus dem Hochtaunuskreis decken wird. "Die mit Abstand beliebteste Aktivität der Gäste war das Wandern."

Vor allem die Nachfrage nach markierten Rundwanderwegen sowie nach Qualitäts- und Premiumwanderwegen sei in den vergangenen Monaten "signifikant" gestiegen. Dass das Interesse im Naturpark Taunus mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Outdoor-Erholung gestiegen ist, lässt sich aber dennoch mit Zahlen ausdrücken.

"Im vergangenen Jahr verzeichnete unsere Homepage unter www.taunus.info mit 2,1 Millionen Besuchern einen Rekord", teilt Sarah Menzebach mit, die beim TTS auch das Marketing und den Online-Service verantwortet. "Von März bis Oktober 2020 haben sich die Seitenaufrufe beim Thema Wandern vervierfacht. Zwischenzeitlich war jeder vierte Seitenaufruf auf den Rubriken zu verzeichnen, wo man sich über Wanderwege und geführte Wanderungen informieren kann. "

Virtuell und als Ausflugsregion wird der Taunus immer stärker besucht. Die Statistik über die Zugriffsrate auf die Internet-Präsenz des Taunus Touristik Service (TTS) unter der Domain www.taunus.info hat im vergangenen Jahr Rekorde verzeichnet.

Matthias Pieren

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