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Ukraine-Kriege: Hilfe aus dem Taunus für Familien auf der Flucht

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Als Christoph Kirgis hörte, dass Hebamme Wiebke Reußner Hilfsmittel für Menschen aus der Ukraine sammelt, kaufte er dringend benötigte Artikel ein. © Sabine Neugebauer

Im Krieg leiden vor allem Zivilisten, besonders Frauen und Kinder. Für junge Familien gibt es jetzt Hilfe aus dem Taunus - in Wehrheim sammeln Hebammen für die Erstausstattung von Geflüchteten.

Wehrheim. Wo normalerweise Geburtsvorbereitung, Kurse für schwangere Frauen, Beratungen, Babymassagen oder Ernährungsberatung für Babys stattfinden, stapeln sich zurzeit Pakete und Tüten, geben sich Frauen und Männer die Klinke in die Hand: Wiebke Reußner vom Hebammenteam Taunus hat in ihren Räumen in der Dorfborngasse 3 seit kurzem eine Sammelstelle für Hilfsgüter in die Ukraine eingerichtet.

Sie sind für Menschen, vor allem für Mütter und Kinder bestimmt, die aus ihrer Heimat flüchten müssen und jetzt ohne Unterkunft, nur mit wenigem Hab und Gut ausgestattet, in Richtung Westen unterwegs sind.

Gesammelt wird alles, was Familien zur Erstversorgung benötigen

Die Hebamme erhielt den Anruf einer Patientin, die aus der Nähe der polnisch-ukrainischen Grenze stammt und einen Hilfsgüter-Transport organisieren möchte. Sie bat Wiebke Reußner, eine Sammelstelle einzurichten. Die war sofort bereit, schließlich stand der Raum leer, da die Hebammen coronabedingt derzeit nur Online-Kurse anbieten können. »Außerdem passt das genau zu meinem Beruf, in dem ich mich um Mütter und ihre Kinder kümmere.« Und die seien von den Auswirkungen der Flucht aus der Heimat besonders betroffen.

Deshalb nimmt sie alles an, was Familien zur Erstversorgung benötigen: Decken, Bettdecken oder Schlafsäcke, damit sie sich in dieser Notzeit wenigstens einen Schlafplatz einrichten können. Dazu alles, was zur persönlichen Hygiene nötig ist, wie Seife, Zahnbürsten und Zahncreme sowie Lebensmittelkonserven. Für die Kleinsten werden zudem Wegwerfwindeln, Feuchttücher, Babyfläschchen und Babynahrung dringend gebraucht.

Initiatorinnen sind überrascht von so viel Hilfsbereitschaft

Christoph Kirgis und seine Familie ließen sich nicht lange bitten. Als sie von der Sammelaktion hörten, machten sie ihren Freundeskreis mobil, und von den gesammelten Geldspenden ging Kirgis in den Drogeriemarkt, um die benötigten Hilfsmittel einzukaufen - vier Umzugskisten konnte er damit füllen. Die Begründung für sein Engagement: »Wir sind selbst gerade Eltern geworden.« Da könne man sich vorstellen, was eine solche Ausnahmesituation für Mütter mit Babys und kleinen Kindern auf der Flucht be- deute, zumal die Väter meist in der Heimat bleiben mussten.

Reußner ist überrascht von so viel Hilfsbereitschaft. Ihr Angebot habe sich über die sozialen Medien und Flugblätter wie von selbst verbreitet, manche schienen nur darauf gewartet zu haben. Auch Firmen für Babybedarf hätten Spenden zugesagt.

Die Kartons sollten mit Inhaltsangaben versehen sein und nur Dinge für den Erstbedarf enthalten: »Wenn die Menschen auf der Flucht sind, können sie keine zusätzliche Kleidung mitschleppen.« Die werde erst gebraucht, wenn die Flüchtenden einen Platz gefunden hätten, an dem sie bleiben können.

Abgabe noch heute bis 12 Uhr

Die Möglichkeit, Sachspenden abzugeben, besteht noch am heutigen Freitag von 8 bis 9 und von 10 bis 12 Uhr. Abgegeben werden sie beim Hebammenteam Taunus, Dorfborngasse 3.

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