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RTW-Geschäftsführer Horst Amann (links) und Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling stellten auf der Sodener Bahn zwischen Höchst und Bad Soden (Bild) ein so genanntes Zweisystem-Triebfahrzeug vor.

Taunusbahn

Die unendlichen Planungen der RTW

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Für die Verlängerung der U 2 besteht seit zwei Jahren Baurecht. Das erleichtert die Umsetzung des beim Bürgerentscheid gewünschten Ausbaus. Für die Elektrifizierung der Taunusbahn soll im November der Generalplaner beauftragt werden. Doch bis die Regionaltangente West von Bad Homburg zum Flughafen an den Start geht, wird noch weiter Zeit ins Land gehen. Wieso eigentlich?

„Gut Ding will Weile haben“, lautet ein Sprichwort. Das gilt offensichtlich auch für die Regionaltangente West (RTW). Der neue Schienenstrang soll irgendwann einmal eine direkte Zugverbindung von Bad Homburg über Höchst und den Frankfurter Flughafen nach Neu-Isenburg sowie Buchschlag-Dreieich ermöglichen.

Bereits seit den 1990er Jahren wird der Bau der ersten Bahnlinie, die nicht sternförmig zum Hauptbahnhof führt, diskutiert. Vor zehn Jahren (2008) wurde dann die RTW Planungsgesellschaft gegründet. Zu den Gründungsgesellschaftern gehört der Hochtaunuskreis.

Fahrzeuge vorgestellt

Noch vor fünf Jahren ging der damalige RTW-Geschäftsführer im Gespräch mit dieser Zeitung davon aus, dass 2014 das Planfeststellungsverfahren für die RTW eingeleitet und spätestens bis Ende 2015 das Baurecht erteilt würde. Doch davon ist man heute noch immer ein ganzes Stück weit entfernt. Stattdessen wird immer noch geplant. Doch wurde jüngst ein Zweisystemfahrzeug vorgestellt, wie es einmal auf der Regionaltangente im Westen Frankfurts fahren soll. Die TZ hat die Gelegenheit genutzt, den aktuellen RTW-Chef zu fragen, warum das größte Verkehrs-Infrastrukturprojekt der gesamten Rhein-Main-Region nicht in Fahrt kommt.

„Am weitesten sind wir im Planfeststellungsabschnitt Nord, der von Bad Homburg sowie dem Gewerbegebiet Praunheim über Eschborn bis nach Sossenheim führt“, sagt RTW-Chef Horst Amann. „Da sind wir bereits im Planfeststellungsverfahren. Im August fand der Erörterungstermin statt.“

Dass die geplante RTW-Strecke im Hochtaunuskreis bereits so weit fortgeschritten ist, liegt einzig daran, dass die neuen Züge bis weit hinter der S-Bahn-Station Weißkirchen / Steinbach auf den bestehenden Gleisen der S-Bahn fahren sollen. Erst auf Gemarkung des Main-Taunus-Kreises soll die RTW dann von der S-Bahn über ein Brückenbauwerk in Richtung Eschborn abzweigen.

Auf einem komplett neu gebauten Schienenstrang würden sowohl die von Bad Homburg, als auch die von Praunheim kommenden Züge als Straßenbahn bis zur Dunantsiedlung in Sossenheim geleitet. Hier würden die RTW-Zweisystemzüge dann wieder auf bestehenden Gleisen der Sodener Bahn nach Frankfurt-Höchst zum Bahnhof fahren.

Vorteile der Straßenbahn

Die Sodener Bahn soll künftig als Straßenbahn deklariert werden. „Wir stehen in guten Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, die Strecke von Höchst nach Bad Soden künftig als Straßenbahn auszuweisen“, sagt Amann. „Dann dürfen Fußgängerüberwege ebenerdig über die Gleise verlaufen und die Schließzeiten von Schranken sind bei Straßenbahnen auch kürzer als bei DB-Gleisen.“ Hinter dem Bahnhof Höchst soll die RTW dann erneut auf neuen Straßenbahngleisen über die Leunabrücke, quer durch den sogenannten Schwanheimer Autobahn-Knoten, auf die von Kelsterbach kommende S-Bahnstrecke zum Flughafen geführt werden.

Die deutlichen Verzögerungen bei der Planung entstehen, so der RTW-Chef, überall dort, wo neue Gleise als Stadtbahn gebaut werden müssen.

„Zwischen Sossenheim und dem Flughafen sind wir mit dem Planungsverfahren am weitesten zurück, weil wir versuchen, die Eingriffe in privates Eigentum zu minimieren“, schildert Amann. „Doch beim Bau ganz neuer Gleise und beim Ausbau auf eine zweigleisige Strecke stehen öffentliches gegen privates Interesse.“ Und das birgt Konfliktpotenzial

Man stehe in direkten Verhandlungen und Gesprächen mit den Grundstückseigentümern und sei noch weit weg von juristischen Auseinandersetzungen. Dennoch: Die ersten Züge von Bad Homburg zum Flughafen fahren nach seiner aktueller Einschätzung frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024.

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